Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Migros-Gruppe verkauft die Gries Deco Gruppe zurück an Gründer und Minderheitsgesellschafter Christian Gries.

Bild: KEYSTONE

Migros erzielt Rekordumsatz von 28,7 Milliarden Franken



Im Gegensatz zur Konkurrentin Coop ist die Migros im vergangenen Jahr leicht weitergewachsen und hat erneut einen Rekordumsatz geschafft. Während die Umsätze in den Läden etwas zurückgingen, wuchsen die Onlineverkäufe kräftig.

Auch das Conveniencegeschäft und der Discounter Denner konnten zulegen, wie die Migros am Freitag in einem Communiqué mitteilte. Auf der anderen Seite schlugen Preissenkungen sowie die Verkäufe der Tochtergesellschaften Gries Deco (mit der Marke Depot) und der E-Bike-Tochter M-Way auf den Umsatz durch.

Insgesamt setzte der «orange Riese» 28,7 Milliarden Franken um. Das sind 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotz dem neuen Rekord ist die Migros-Gruppe immer noch kleiner als Coop. Die Erzrivalin hat 2019 allerdings mit 30,7 Milliarden Franken mehr oder weniger gleich viel umgesetzt wie im Jahr davor. Während der Detailhandel zulegte, wurde die Baselbieter Gruppe von Wechselkurseffekten im Grosshandelsgeschäft gebremst.

In der Schweiz bleibt die Migros allerdings mit Abstand die Nummer eins im Detailhandel mit einem Umsatz von 22 Milliarden Franken. Das sind 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Coop hat im vergangenen Jahr im Schweizer Detailhandel einen Umsatz von 18 Milliarden Franken gemacht, ist aber mit einem Plus von 1,4 Prozent stärker gewachsen.

Die Coop-Supermärkte haben mit 10,5 Milliarden Franken gar eine Steigerung um gut 4 Prozent geschafft. Insbesondere bei den Supermärkten habe man erneut Kunden und Marktanteile gewonnen, erklärte Coop.

Einbussen in den Läden

Bei der Migros dagegen gab es Einbussen im klassischen Detailhandel in der Schweiz. In den traditionellen Super- und Verbrauchermärkten der Migros-Genossenschaften schrumpfte der Umsatz um 1,4 Prozent auf 11,6 Milliarden Franken, obwohl die Kunden mehr Einkäufe tätigten.

Grund dafür seien Preissenkungen auf den 1'500 wichtigsten Produkten im Sommer, erklärte die Migros. Die Preisreduktionen schlugen auch bei den Fachmärkten Micasa, SportXX, Melectronics, Do it + Garden, Interio und OBI auf den Umsatz durch.

Dagegen bestellten die Leute fleissiger im Internet. Der gesamte Onlineumsatz der Migros Gruppe wuchs um 9,9 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken. Besonders florierte das Geschäft von Digitec Galaxus: Der grösste Onlinehändler der Schweiz knackte erstmals die Milliardengrenze. Auch der Lebensmittelinternethändler LeShop sowie die Onlineshops der Fachmärkte verbesserten sich.

Zum Vergleich: Bei Coop wuchsen die die Onlineumsätze gar um 16 Prozent auf 914 Millionen Franken.

Migros Bank mit Rekordgewinn

Die Migros ihrerseits profitierte von Denner, wo erneut die Kassen klingelten. Gute Geschäfte machten die Migrolino-Shops mit der zunehmenden Beliebtheit von Verpflegung für unterwegs (im Fachjargon Convenience genannt).

Ebenfalls rund lief es bei der Migros Bank, die einen Rekordgewinn von 255 Millionen Franken einfuhr. Das gelang aber nur dank Immobilienverkäufen.

Globus schrumpft weiter

Allerdings hat die Migros auch einige Baustellen. So musste die Warenhaus-Gruppe Globus einen weiteren Umsatzrückgang von 5,6 Prozent auf 762,7 Millionen Franken hinnehmen. Schuld am Taucher seien vor allem Filialschliessungen, nachdem die Marken Schild und Herren Globus eingestampft worden waren, hiess es.

Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler

Auch der Reiseanbieter Hotelplan Group ist durch die Pleite des britischen Tourismusriesen Thomas Cook, den heissen Sommer und die Brexit-Folgen, welcher die Kaufkraft der Briten schwächt, in Turbulenzen geraten. Der Nettoumsatz sank um 5,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken.

Sorgen bereitet der Migros auch die fallende Ertragskraft. Im vergangenen Jahr knickte der Gewinn auf 475 Millionen Franken ein, was das schlechteste Ergebnis seit 15 Jahren war. Und heuer sieht es düster aus. Denn der Verkauf der Gries Deco Gruppe führt zu einem happigen Abschreiber von rund 400 Millionen Franken. Zudem dürfte Globus erneut einen Verlust ausweisen. Die Migros will den Gewinn am 24. März veröffentlichen.

Rekordjagd gestoppt

Im neuen Geschäftsjahr 2020 dürfte es keinen neuen Rekordumsatz der Migros mehr geben. Denn der Konzern hat mehrere Tochtergesellschaften zum Verkauf gestellt. So sucht der «orange Riese» nach einem neuen Eigentümer für die Globus Gruppe und den Möbelhändler Interio.

Daneben schwelt die Affäre um Damien Piller weiter. Der Präsident der Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg steht im Verdacht, in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) hat deshalb eine Strafanzeige gegen Piller wegen Verdacht auf ungetreue Geschäftsführung eingereicht. (awp/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das wird bei der Migros günstiger

Wenn Verkäufer mit uns ehrlich wären...

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Matthiah Süppi 17.01.2020 16:27
    Highlight Highlight Spannend wäre mal eine Grafik, welche die Entwicklung des schweizerischen Detailhandels bzgl. Umsatz und Marktanteil zeigt.
  • Guido Zeh 17.01.2020 14:57
    Highlight Highlight Mehr Kundschaft, weniger Umsatz: Das ist doch das, was der Kunde/die Kundin will, denn es bedeutet (auch) preisgünstigere Produkte.
  • drüber Nachgedacht 17.01.2020 10:48
    Highlight Highlight Preissenkungen...

    Ist wohl einfach eine Verarschung. Wer die Preise bei Migros ein bisschen beobachtet weiss genau, dass die Preise auf einzelne Produkte zuerst ein bisschen angehoben werden. Danach kommt ein Preisnachlass und und das Label "dauerhaft gesenkt".
    Wenn dann ein paar Monate ins Land gezogen sind wird der langsam Preis wieder erhöt.

    Ganz abgesehen von all dem Cumuluspunkte Wahnsinn. Wer für 98 Franken einkauft und noch etwas kauft, dass er auf 100 Fr kommt um den 2x Cumulusbon einlösen zu können hat 1 Fr verloren und ein Produkt dass er nicht braucht...
    • sonico 17.01.2020 12:34
      Highlight Highlight Beweise?
    • ch.vogel 18.01.2020 10:04
      Highlight Highlight Naja, im Vergleich zu Coop Supercard mit ihren hundert Rabattcoupons die man vor jedem Einkauf anschauen müsste, ist mir das Cumulus-Programm definitiv lieber.
      Ein Dutzend Coupons pro Monat, zwischendurch mal ein spezieller Coupon und man kann die 2fach, 3fach, etc kombinieren.
      Und wer bei 98Fr 2Fr sinnlos ausgibt kann nicht rechnen. Wenns knapp unter 100 ist kaufe ich z.B. eine Rolle Gebührensäcke dies eh nur an der Kasse gibt.

Radio- und TV-Gebühren: Serafe verschickt pro Monat 5000 falsche Rechnungen an Haushalte

Die Serafe AG, die Billag-Nachfolgerin, treibt die Radio- und TV-Gebühren ein und wird nach wie vor mit Reklamationen überhäuft.

Mit ihrer Tätigkeit wird die Serafe AG nie einen Beliebtheitspreis gewinnen: Das Unternehmen erhebt die Radio- und TV-Gebühr, die seit Anfang 2019 jeder Haushalt entrichten muss egal, ob darin ein Radio, ein Fernseher oder ein anderes Empfangsgerät steht.

Die Serafe zieht den Unmut vieler Gebührenzahler aber auch aus einem anderen Grund auf sich: Nach wie vor verschickt die Billag-Nachfolgerin scharenweise fehlerhafte Rechnungen. Manchmal figurieren darauf zum Beispiel Personen, die zwar im …

Artikel lesen
Link zum Artikel