Schweiz
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beat erni

Viele Userinnen und User – und der FC Luzern selbst – zeigen sich solidarisch mit Beat Erni. Bild: Manuela Jans-Koch / lz

Nach Artikel über seine Geschichte erhält Beat Erni von Usern Zuspruch und FCL-Tickets

Die Berichterstattung über Beat Erni aus Schachen LU, der wegen der hohen Prämienlast am Limit ist, hat die User aufgerüttelt. Jetzt bekommt er die Grosszügigkeit vieler Bürger zu spüren.

Barbara Inglin / ch media



Beat Erni wird derzeit mit Fussball-Tickets überhäuft. Er kann es immer noch kaum glauben. «Ich freue mich gewaltig!», sagt er eins ums andere Mal. Am Mittwoch berichtete Luzerner Zeitung über Ernis angespannte finanzielle Situation. Obwohl er im Monat gerade einmal gut 2000 Franken verdient, erhält er keine Prämienverbilligung. Nebenbei erwähnte der Fussballfan auch, dass er gerne einmal wieder ein Spiel des FC Luzern im Stadion mitverfolgen würde, was finanziell aber nicht drin liege.

Mit seinem öffentlichen Auftritt wollte Erni ein Zeichen setzen, die Politiker wachrütteln, «die weit weg vom realen Leben der Leute ihre Sparmassnahmen beschliessen». Für sich selber habe er sich nichts davon erhofft, betont er.

Zuschriften aus der ganzen Schweiz

Viele User hat das Schicksal Beat Ernis berührt. Aus der ganzen Schweiz erhält der 61-jährige aus dem luzernischen Schachen nun Zuschriften von Leuten, die sich ebenfalls über den knausrigen Staat ärgern, und die ihm einen Matchbesuch ermöglichen möchten. «Ich besuche selber gerne Fussballspiele und finde es traurig, dass für Herrn Erni etwas so Einfaches nicht möglich ist», sagt zum Beispiel Yvonne Hermann aus Lenzburg. Ein weiterer User schreibt, er hoffe, Erni könne seine Sorgen für 90 Minuten vergessen.

Ein Sportstudent aus Basel schreibt in einem Brief, er profitiere viel vom System, unter dem Erni leide. Er wolle ihm darum mit zwei Fussballtickets gerne eine kleine Freude bereiten. Eine Userin aus Brüttisellen im Kanton Zürich begründet ihr Engagement damit, dass auch sie, wie Erni, gesundheitliche Probleme hatte und deswegen in die Schuldenfalle lief. «Nun habe ich alles abbezahlt und einen guten Job, sodass ich gerne etwas weitergebe.»

Sogar ein Verantwortlicher des FC Luzern hat sich bei Erni gemeldet, und ihn zum Spiel gegen den FC Basel von Ende März eingeladen – inklusive Stadionführung. An die grosse Glocke hängen möchte FCL-Mediensprecher Markus Krienbühl das Geschenk nicht. «In erster Linie geht es hier um Herrn Erni und nicht um den FC Luzern. Wir freuen uns einfach, ihm diesen Wunsch erfüllen zu können.» Zuletzt im Stadion auf der Allmend war Beat Erni vor drei Jahren, als er gemeinsam mit Kollegen eine Freikarte erhielt. Am kommenden Mittwoch, beim Cup-Match gegen die Young Boys, ist es wieder so weit.

Von den Reaktionen ist er überwältigt

Beat Erni ist überwältigt ob der vielen positiven Rückmeldungen. «Es tut unglaublich gut, zu sehen, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin. Und die Grosszügigkeit der Leute ist unglaublich.»

Einige haben ihm ihre Spenden anonym zukommen lassen, sodass er sich nicht einmal persönlich bei ihnen bedanken kann. «Ihnen will ich auf diesem Weg nun doch noch meinen herzlichen Dank ausrichten», sagt Erni. (aargauerzeitung.ch)

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Video: srf/SDA SRF

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Swissbex 02.03.2019 02:07
    Highlight Highlight Solche Geschichten stimmen mich zuversichtlich dass wir diese Probleme eines Tages doch noch in den Griff bekommen.
    (Und ja, ich habe beim Lesen die ein oder andere Träne verdrückt).
  • tolgito 02.03.2019 00:54
    Highlight Highlight Ist ja alles schön und gut aber der FCL hätte ihm gleich ein Jahresabo schenken können... obwohl es das eigentliche Problem nicht löst
  • ArcticFox 01.03.2019 22:50
    Highlight Highlight Eigentlich eine schöne Geschichte. Trotzdem darf die nicht Schule machen. Der Staat (Kt. Luzern) scheert sich einen Dreck um seine Aufgaben, gibt lieber den Bonzen Steuerrabatt. Und die "Gutmenschen" kompensieren es bei einigen Einzelfällen. Das Problem besteht aber weiter und die meisten Betroffenen müssen weiter unten durch, nur damit aus Millionären Multimillionäre oder Milliardäre werden.
    Welcome to Switzerland Welcome to SVP.
    • muesli87 02.03.2019 05:39
      Highlight Highlight Für den letzten Satz ein Blitz von mir...
    • Troxi 02.03.2019 07:08
      Highlight Highlight Nur ausser SVP und FDP kann man im Kanton Luzern über weite Teile hinaus nichts wählen. Bei uns auf Gemeindeebene gibts zum Glück als Halbpatzige Alternative noch die CVP. SP oder Grüne? Inexistent....
    • Philippe Heinrich 02.03.2019 09:32
      Highlight Highlight 100 Prozent Zustimmung, Artic Fox.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Billy Meier 01.03.2019 22:02
    Highlight Highlight Eine schöne Geschichte. Leider gibt es in der Schweiz noch ca. 499‘999 weitere Beat Ernis, die in Armut leben. Nur einzelnen zu helfen, reicht nicht, es braucht faire Gesetze für alle.
    • Kong 02.03.2019 00:10
      Highlight Highlight du hast recht. ich glaube aber gerade in solchen fällen an die kleine hilfe aus umfeld um wenigstens etwas freude zu schenken. bei uns um die ecke wohnt arme familie mit kindern. hin und wieder geben wir tickets für eine veranstaltung oder sportsachen/klamotten ohne gleich zu aufdringlich zu wirken (sie wollen keine almosen). aber die dankbarkeit zeigt das es was bringt und uns fehlt es deswegen an nichts

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