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VW, BMW und Mercedes: So schlagen sich die Autohersteller wirklich

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VW verlor in China an Terrain, neue E-Modelle sollen es richten. Bild: Volkswagen AG

VW, BMW und Mercedes: So schlagen sich die deutschen Autohersteller wirklich

Wegen Rückschlägen bei den Verkäufen in China und in den USA haben der VW-Konzern und Mercedes-Benz im vergangenen Jahr weniger Autos verkauft. Neue E-Modelle sollen die Wende bringen.
13.01.2026, 15:1413.01.2026, 20:09

Volkswagen und Mercedes legten am Montag ihre Absatzzahlen für 2025 vor, BMW bereits letzte Woche. Wie läuft es den deutschen Autobauern wirklich? Ein Überblick.

Der VW-Konzern lieferte 2025 weltweit 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken an seine Kunden aus. Das seien 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor gewesen, wie die Wolfsburger mitteilten. Fast eine Million davon waren vollelektrische E-Autos, die stark zulegten. Bei Mercedes fiel der Rückgang deutlicher aus. Die Schwaben lieferten mit rund 2'160'000 Pkw und Vans zehn Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr an seine Händler aus.

Bereits vergangene Woche hatte Mercedes-Konkurrent BMW seine Absatzzahlen veröffentlicht. Die Münchener verzeichneten ein minimales Plus von 0,5 Prozent, wie der Konzern mitteilte. 2,46 Millionen Fahrzeuge verkaufte BMW demnach an seine Kunden.

VW-Konzern: Probleme in den USA und China, aber E-Autos laufen gut

In Europa legte Europas grösster Autobauer zwar zu. 3,38 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken wurden hier ausgeliefert, 3,8 Prozent mehr als 2024. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen. «Insbesondere die intensive Wettbewerbssituation in China sowie die Zölle und der Entfall der Elektro-Förderung in den USA haben unser Geschäft beeinträchtigt», sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut.

In China, wo der Konzern mit dem harten Preiswettbewerb lokaler Elektroautoanbieter kämpft, wurden 2025 noch 2,69 Millionen Fahrzeuge übergeben, 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Minus war erwartet worden, da die Volkswagen-Marken VW und Audi erst ab diesem Jahr mit 20 neuen Automodellen in China wieder angreifen – die meisten davon E-Autos und Plug-in-Hybride.

VW ID.ERA 9X: Die Deutschen wollen ab 2026 mit 20 neuen Automodellen in China wieder wachsen.
VW ID.ERA 9X: Die Deutschen wollen ab 2026 mit 20 neuen Automodellen in China wieder wachsen. bild: vw

Bislang versuchte VW seine E-Autos für Europa auch in China zu verkaufen, was misslang. Nun entwickeln und bauen VW und Audi E-Autos in China für China. Das Ziel sind Kosteneinsparungen und E-Autos, die speziell an chinesische Bedürfnisse angepasst sind.

Meistverkaufte Automarken in China: Vor allem Mercedes und BMW sind unter Druck

Die Marke VW verkaufte in China 7 Prozent weniger Autos, blieb aber hinter BYD die Nummer 2. Auch die Schwestermarke Audi lag mit 2 Prozent leicht im Minus. BMW (-13 %) und Mercedes (-20 %) verloren p ...
Die Marke VW verkaufte in China 7 Prozent weniger Autos, blieb aber hinter BYD die Nummer 2. Auch die Schwestermarke Audi lag mit 2 Prozent leicht im Minus. BMW (-13 %) und Mercedes (-20 %) verloren prozentual mehr.bild: thinkercar

In Nordamerika, wo Europas Autobauer unter den neuen Zöllen von Präsident Donald Trump leiden, sackte die Zahl der Auslieferungen des VW-Konzerns um 10,4 Prozent auf 946'800 Fahrzeuge ab.

VWs E-Auto-Verkäufe wachsen schnell

Kräftig zulegen konnten vor allem die Verkäufe reiner Elektroautos. Weltweit wurden im Gesamtjahr 983'100 E-Autos aller VW-Konzernmarken ausgeliefert, fast ein Drittel mehr als 2024. In Europa ging es sogar um 66 Prozent nach oben. Fast jeder neunte Neuwagen aus dem Konzern war 2025 ein Batteriewagen.

Angaben zu den einzelnen Marken machte VW noch nicht. Zum VW-Konzern zählen neben der Kernmarke Volkswagen unter anderem auch Audi, Skoda, Cupra und Porsche.

Mercedes-Benz: Einbruch in China, neue E-Autos helfen erst 2026

Mercedes CLA: Der neue Stromer ist mit 12,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer besonders sparsam.
Mercedes CLA: Der neue Stromer ist mit 12,2 Kilowattstunden pro 100 Kilometer besonders sparsam.bild: mercedes

Die Stuttgarter gliedern ihren Absatz nach Pkw und Vans. Pkw verkaufte Mercedes demnach insgesamt etwas über 1,8 Millionen, was einem Rückgang von neun Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Die Vans verzeichneten einen Rückgang von elf Prozent auf 359'100 Fahrzeuge. Rein elektrisch war bei den Pkw knapp jeder zehnte Wagen.

In China, wohin Mercedes mit 551'900 Pkw noch immer fast ein Drittel aller Autos lieferte, fiel der Rückgang mit 19 Prozent besonders deutlich aus. Dort sitzt das Geld nicht so locker wie früher. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb durch neue einheimische Unternehmen stark zugenommen hat. In Deutschland blieben die Schwaben mit 213'200 Fahrzeugen auf Vorjahresniveau.

In den USA hätten sich unter anderem die Zölle auf den Konzernabsatz ausgewirkt, teilte der Dax-Konzern mit. Mercedes verkaufte dort im vergangenen Jahr rund 285'000 Fahrzeuge, was einem Rückgang von zwölf Prozent entspricht.

Mercedes lanciert neue E-Auto-Generation

Mercedes CLA Coupé (links) und CLA Shooting Brake: Die neuen Stromer sollen für Wachstum sorgen.
Mercedes CLA Coupé (links) und CLA Shooting Brake: Die neuen Stromer sollen für Wachstum sorgen. bild: mercedes

Hoffnungen machen dem Dax-Konzern neue E-Modelle. Die Kundenaufträge für den im vergangenen Jahr vorgestellten elektrischen CLA und GLC lägen deutlich über den Erwartungen, hiess es laut Mitteilung. Da die ersten E-Modelle der neuen Generation erst Ende 2025 auf den Markt kamen, konnten sie Mercedes' Jahresbilanz nicht retten.

Die neue E-Auto-Generation steht auf einer neu entwickelten Elektro-Plattform, die mehr Effizienz, höhere Reichweiten und schnelleres Laden ermöglicht.

In diesem Jahr soll dann unter anderem eine neue Version der S-Klasse auf dieser neuen Elektro-Plattform vorgestellt werden.

BMW: Trotz Problemen in China mehr Autos verkauft

Auch bei BMW drückte das China-Geschäft deutlich auf die Zahlen. Die dortige Marktschwäche hatte im Herbst dazu geführt, dass der Münchener Konzern eine Gewinnwarnung veröffentlichte. Doch die Verkäufe in Europa und den USA, aber auch die Tochtermarke Mini bewahrten BMW vor einem weiteren Jahr mit schrumpfenden Auslieferungen.

Konkret lieferte BMW in Europa im vergangenen Jahr 1,02 Millionen Autos aus, 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. In den USA waren es 417'638, was ein Plus von 5 Prozent bedeutet. In China ging es allerdings um 12,5 Prozent nach unten auf 625'527 Autos.

28 Prozent mehr E-Autos in Europa

Bei den vollelektrischen Modellen verzeichnete die BMW Group weltweit mit 442'072 Fahrzeugen ein leichtes Wachstum. Die vollelektrischen Fahrzeuge machen rund 18 Prozent des Gesamtabsatzes aus. In Europa verkaufte BMW 28,2 Prozent mehr E-Autos als im Vorjahr.

Auch BMW lanciert ab diesem Jahr mehrere neue E-Modelle auf der neu entwickelten Elektro-Plattform «Neue Klasse». Diese neue E-Auto-Generation soll das Stromer-Wachstum nochmals deutlich beschleunigen.

(sda/awp/dpa/oli)

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Doplagus
13.01.2026 17:03registriert Dezember 2019
Die deutschen Herstelle sind vor allem eins: überzeugt von sich selbst.

Jeder will eine Premiummarke sein, Qualität und Verarbeitung lässt immer weiter nach.

+100'000.- CHF Audi und Innenraum voll mit Hartplastik. Golf in der Standard (!) Ausführung kostet 32'000.- CHF. BMW lässt eine neue Schraube patentieren, um gewisse Teile des Fahrzeuges dem Kunden unzugänglich zu machen und macht ihre Autos jedes Jahr hässlicher. Mercedes wirbt mit Preisen ab 55'000.-, will man aber eine Ausstattung, die bei den Asiaten Standard ist, legst du nochmal mind. 15'000.- drauf. Der Innenraum knarzt trotzdem
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chatbot
13.01.2026 17:03registriert November 2025
VW: Gewinn von 3,4 Milliarden € - trotz miesem Jahr 2025. Was gibt es da zu beklagen, ausser man WILL kleinreden, dass es eigentlich noch immer ganz gut läuft?

Mercedes: 01-09/25 3,8 Milliarden Gewinn. Was gibt es da zu beklagen, ausser man WILL kleinreden, dass....?

BMW: 01-09/25 5,7 Milliarden GEWINN. Was gibt es da...?

Die Autobranche in DE schlägt im Wehklagen die CH-Bauern um ein Vielfaches.
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