Schweiz
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In der Schweiz stehen 75'323 Wohnungen leer – Tendenz steigend



Blick aus einer Wohnung im 21. Stock des neuen SBB Gebaeudes fotografiert anlaesslich der Begehung des neuen SBB Gebaeudes am Meret Oppenheimer Platz beim Bahnhof SBB, Basel am Freitag, 7. Juni 2019. (KEYSTONE/Patrick Straub)

Bild: KEYSTONE

Die Zahl leer stehender Wohnungen hat in der Schweiz zwar weiter zugenommen. Nach einem zweistelligen Wachstum im Vorjahr fiel die Zunahme in den letzten zwölf Monaten jedoch moderat aus, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag bekanntgab.

Insgesamt standen per 1. Juni 2019 in der Schweiz 75'323 Wohnungen leer. Das waren 1.66 Prozent des gesamten Bestandes an Wohnungen (einschliesslich Einfamilienhäuser). Im Vergleich zum Vorjahr waren 3029 Wohnungen mehr nicht belegt, was einer Zunahme von 4.2 Prozent entspricht.

Anhaltender Aufwärtstrend

Damit hält der seit 10 Jahren zu beobachtende Aufwärtstrend an. Die Dynamik im Wohnungsmarkt hat sich jedoch verlangsamt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte die Zunahme an leeren Wohnungen noch 13 Prozent betragen. Die Leerwohnungsziffer betrug per 1. Juni letzten Jahres 1.62 Prozent.

Das Wirtschaftswachstum habe nicht nur zu einer Trendwende bei der Zuwanderung geführt, sondern dürfte auch die inländische Wohnungsnachfrage entscheidend gestützt haben, hielt die Credit Suisse bereits Ende August in einer Studie fest.

Der Leerbestand entspricht laut dem Hauseigentümerverband Schweiz praktisch der ganzen Stadt Bern. Während der Mieterverband noch immer eine Wohnungsnot beklage, habe die Bankiervereinigung auf Druck des Bundes hin die Selbstregulierung zur Finanzierung von Mehrfamilienhäusern verschärft. Wer heute immer noch von Wohnungsnot spreche, verkenne die Realität.

Starke Zunahme im Tessin

Die Zahl der auf dem Markt angebotenen und leer stehenden Wohnungen nahm per 1. Juni 2019 gegenüber dem Vorjahr in fünf Grossregionen zu. Am stärksten stieg die Leerwohnungsziffer im Tessin und im Espace Mittelland, während sie in den früheren Hotspots Zürich und Genfersee zurückging.

Im kantonalen Vergleich wies der Kanton Solothurn wie schon im letzten Jahr die höchste Leerwohnungsziffer auf. Als einziger Kanton überschritt Solothurn die Marke von 3 Prozent deutlich. Hohe Leerstandquoten wiesen ferner die Kantone Thurgau (2.65 Prozent), Jura und Aargau (je 2.59 Prozent) aus.

Zug mit tiefster Ziffer

Unter der Marke von 1 Prozent blieben die Kantone Zug (0.42 Prozent), Genf (0.54 Prozent), Obwalden (0.87 Prozent) und Zürich (0.89 Prozent). Am stärksten nahm das Wohnungsangebot mit ein und zwei Zimmern zu, während weniger Wohnungen mit sechs und mehr Zimmern auf dem Markt waren.

Weiter zu nimmt der Bestand an leer stehenden Einfamilienhäusern. Per 1. Juni 2019 waren knapp 7600 Einfamilienhäuser zur Miete oder zum Kauf ausgeschrieben. Das waren 5.6 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Zahl der unbewohnten neuen Wohnungen verharrte mit gut 10'000 Einheiten auf dem Vorjahresniveau. (aeg/sda)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 10.09.2019 06:16
    Highlight Highlight Hoher Leerwohnungsbestand? Mietwohnungsbau ist doch ein risikoloses Geschäft!

    Mit der Personenfreizügigkeit und der offenen Migrationspolitik der Schweiz ist der Nachschub von Wohnbevölkerung praktisch gesichert. Wer den Mietzins nicht zahlen kann, dem hilft der Staat. Auch wenn zeitweise viele Leerwohnungen auf dem Markt sind, ist es nur eine Frage der Zeit bis diese belegt werden. Die Nachfrage nach Wohnungen wird auch in Zukunft das Angebot übersteigen und die Mietzinsen in den Agglomerationen in die Höhe treiben! Die Verbetonierung der Schweiz geht ungebrochen weiter.
  • Name ungültig 09.09.2019 23:03
    Highlight Highlight Es gibt auch eine Differenzierung, ich hab so eine Statistik selber ausgefüllt: Grund für Leerstand und wie schon gesagt auch die Miete. Davon sind günstige Wohnungen wahrscheinlich nicht unbedingt betroffen. Ich finde den Beitrag zu wenig recherchiert. Wahrheit ist auch, dass die immer mehr werdenden Bodenpreise, Normen und Baugesetze das Bauen immens teurer machen. Der Anlagedruck der Institutionen und die Rolle der gemeinnützigen Wohnbauten sollten unbedingt beachtet werden.
  • Vapora 09.09.2019 19:39
    Highlight Highlight Die Problematik ist wahrscheinlich in den teils völlig überzogenen Preisen zu suchen. In einem Dorf eine 4.5 Z Wohnung für 2000.- oder drüber vermieten zu wollen, ohne z.B. Migros und dergleichen schreckt mich ganz klar ab. Wäre die Wohnung für 1500-1600 zu haben ist wieder mit mir zu reden...
  • DerRaucher 09.09.2019 15:36
    Highlight Highlight Will nicht wissen wie hoch der Anteil von Sauteuren Neubauten ist. Trotzdem wird munter weiter und weiter gebaut anstatt diese neuartigen Betonklötze mal voll zu bekommen.
  • Gulasch 09.09.2019 14:59
    Highlight Highlight Das Problem ist nicht wie viele Wohnungen leerstehen, sondern wo und in welchem Preissegment!
  • sägsäuber 09.09.2019 14:11
    Highlight Highlight Letztes Jahr 1.62%, dieses Jahr 1.66%.
    Dieser Alarmismus bei einer Veränderung der 2. Stelle hinter dem Komma, was soll das?
    • schuldig 09.09.2019 15:55
      Highlight Highlight @sägsäuber
      Weil jetzt 2 (zwei) 1 Zimmerwohnungen mehr als im Vorjahr leerstehen und das in Unterglatt-Dupfringen.
      Das.ist.alarmierend.
  • ali_der_aal 09.09.2019 14:04
    Highlight Highlight spannend wäre eine gegenüberstellung von leerstehenden wohnugen und nachfrage nach preissegment und region...
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 09.09.2019 14:01
    Highlight Highlight Nur stehen sie eben an Orten leer, wo niemand wohnen will! Am Bedarf vorbei gebaut nennt man das.
  • Holzkopf 09.09.2019 12:51
    Highlight Highlight Die leer stehenden Wohnungen sind bestimmt nicht aus dem günstigen Segment, von denen bräuchte es dringend mehr...trotzdem schon mal eine kleine Verbesserung...
    • Lightning makes you Impotent (LMYI) 09.09.2019 14:06
      Highlight Highlight Vor allem sind sie am falschen Ort. Irgendwo in "Nieder-Pfüpflingen" an der Gemeindegrenze zu "Hoch-Pfaffenhofen"...
    • Astrogator 09.09.2019 16:07
      Highlight Highlight Also im solothurnischen bekommt man 5 1/2 Zimmer Wohnungen für 1800 Franken.

      Aber eben, ich wohne da, bin leider gebunden, und rate jedem ab in den Kanton zu ziehen. Nirgends zahlt man soviel Steuern für so wenig Gegenleistung. Trauriger Tiefpunkt war als eine Gemeinde versuchte Schulmaterial für die Primsrschule den Eltern in Rechnung zu stellen. Wurde nach einer Klage als rechtlich nicht zulässig beurteilt. Die Schule macht es trotzdem, wer bezahle sei schliesslich selbst Schuld.

      Und selbstverständlich will man die Unternehmenssteuern noch weiter senken.
  • Ricola74 09.09.2019 12:29
    Highlight Highlight 1000ende Wohnungen die leer stehen?
    Wie viele davon sind für den Durchschnitts Bürger bezahlbar?
    An solchen Wohnungen fehlt hinten und vorne. Welche durchschnittliche Familie kann schon 200-3500 für eine Wohnung aufbringen?

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