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Sonntagsnews: Schnelleres Bevölkerungswachstum in der Schweiz

Credit Suisse: Ueli Maurer hat eine frühere Rettung abgelehnt – die Sonntagsnews

20.08.2023, 07:20
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Ein starkes Bevölkerungswachstum, erfolgreiche Parlamentarierinnen und teurere Medikamente: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen. Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen:

Schweiz: Schnelleres Bevölkerungswachstum als angenommen

Die Schweizer Bevölkerung wächst 2023 nach einer aktuellen Prognose um 148'000 Personen. Damit würde die Schweiz einen Rekordwert erreichen, sagte Jörg Schläpfer, vom Beratungsunternehmen Wüest Partner der «NZZ am Sonntag». Das Unternehmen legte der Zeitung die Prognose vor. Die Zehn-Millionen-Marke würde demnach schneller erreicht als bisher angenommen. Hauptgrund des Wachstums sei der Arbeitsmarkt. Das Bundesamt für Statistik (BfS) war 2020 von einem Wachstum im laufenden Jahr von 70'000 Personen ausgegangen. Die Prognose verfälschten ausserordentliche Geschehnisse wie die Corona-Pandemie oder die Situation in Osteuropa, hiess es vom BfS.

Gedraenge beim Flussbad Oberer Letten in Zuerich am Sonntag, 10. Juli 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Gemäss Wüest Partner erreicht die Schweiz bald einen Rekordwert an Einwohnerinnen und Einwohner: Menschen beim Flussbad Oberer Letten in Zürich. Bild: KEYSTONE

Auch die SVP unterstützt mit ihrer Politik die Zuwanderung

Die SVP hat die Zuwanderung bislang gleichzeitig bekämpft und gefördert. In den Kantonen unterstützte die Partei eine Standortpolitik, welche die Zuwanderung begünstigt, wie der «SonntagsBlick» schrieb. Beispielsweise habe Alt SVP-Bundesrat Ueli Maurer Unternehmen zu einem tieferen Gewinnsteuersatz verholfen. Auch SVP-Bundesrat Guy Parmelin rief internationale Konzerne auf, in die Schweiz zu ziehen. 2014 verhinderte die SVP zudem, Steuerprivilegien für Expats abzuschaffen, wie die Zeitung weiter schrieb. Das gelte für Zugezogene noch immer. Parteipräsident Marco Chiesa sagte darauf angesprochen: «Es kommen offensichtlich zu viele und die Falschen in die Schweiz.» Erfolgreiche Unternehmen dürfe die Schweiz aber nicht vertreiben.

Der Praesident der SVP Schweiz, Marco Chiesa posiert mit dem SVP Suenneli, anlaesslich der Nominationsversammlung fuer die Nidwaldner Nationalratskandidatur am Freitag, 18. August 2023 auf dem Landsge ...
Der Präsident der SVP Schweiz, Marco Chiesa, posiert mit dem SVP-Sünneli, anlässlich der Nominationsversammlung für die Nidwaldner Nationalratskandidatur am Freitag, 18. August 2023, auf dem Landsgemeindeplatz in Oberdorf im Kanton Nidwalden.Bild: keystone

Credit Suisse: Ueli Maurer hat eine frühere Rettung abgelehnt

Der ehemalige Finanzminister Ueli Maurer hatte im November eine ausserordentliche Bundesratssitzung zur Rettung der Credit Suisse abgesagt. Kurz zuvor informierte Nationalbank-Präsident Thomas Jordan den Bundesrat über die Situation der Grossbank, wie die «SonntagsZeitung» anhand Aussagen von beteiligten Personen rekonstruierte. Jordan legte die nächsten geplanten Schritte vor: Etwa die sofortige Bereitstellung von 50 Milliarden Franken Liquidität durch die Nationalbank. Maurer schlug eine sofortige Bundesgarantie per Notrecht vor. Auch die UBS als Retterin stand im Raum. Maurer sollte die Pläne konkretisieren und den Bundesratsmitgliedern Unterlagen zukommen lassen. Dies tat er laut der «SonntagsZeitung» nicht. Die Bundesgarantien lehnte er ab, um keine Panik an den Finanzmärkten zu schüren.

Entwurf zur Reduktion von Fleischkonsum

Die Bundesverwaltung hat einen Entwurf zum vermehrten Konsum von pflanzlichen Produkten statt Fleisch verfasst. Landwirte sollen demnach weniger Tiere halten und weniger Futter anbauen, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Die «Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung 2050» umfasse 50 Massnahmen. Bis 2030 soll sich beispielsweise mindestens ein Drittel der Schweizer Bevölkerung gemäss der Lebensmittelpyramide ernähren. Der Schweizerische Bauernverband wehrte sich gemäss der Zeitung schon während den Arbeiten am Entwurf gegen die Massnahmen. Der Vorschlag soll im September veröffentlicht werden.

BAG will Medikamente sowohl billiger als auch teurer machen

Rezeptpflichtige Medikamente mit Publikumspreisen unter zehn Franken sollen im kommenden Jahr um die Hälfte bis doppelt so teuer werden. Die Preiserhöhungen basieren auf der vom Bund geplanten Reform der Handelsmargen für Medikamente, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Dafür würden Medikamente ab zirka 35 Franken pro Packung leicht günstiger. Deutlich günstiger sollen teure Medikamente ab einem Ladenpreis von rund 900 Franken werden. Die Massnahme führe zu Einsparungen beim Vertriebsanteil zugunsten der obligatorischen Krankenversicherung, hiess es vom Bundesamt für Gesundheit. Der Bundesrat wird voraussichtlich im Herbst darüber entscheiden.

ARCHIV - 06.03.2020, Sachsen, Leipzig: Medikamente liegen im Lager einer Apotheke. Kranke Kinder in Deutschland k
Medikamente: Einige sollen billiger werden, andere teurer. Bild: keystone

Bürgerliche Frauen verlassen öfter den Parteikurs

Die Politikerinnen haben in der ablaufenden Legislatur immer wieder für eine Mitte-links-Mehrheit im Nationalrat gesorgt. Denn bürgerliche Frauen verliessen öfter den Parteikurs, wie die «SonntagsZeitung» schrieb. Die Zeitung analysierte alle Nationalratsabstimmungen der letzten vier Jahre. Die Analyse zeigte zudem, dass Frauen öfter Abstimmungen gewannen als in der vergangenen Legislatur. Unter den 100 erfolgreichsten Parlamentsmitglieder stellten sie zuletzt 44 Prozent. Zwischen 2015 und 2019 waren es 28 Prozent. Dennoch bedeute dies nicht mehr Einfluss für Frauen, schrieb die «SonntagsZeitung». Die Frauenmehrheiten seien eine Folge von Mitte-links oder links-liberalen Allianzen.

Mehr Details zum Gotthardtunnel

Zwei Lokomotiven der Deutschen Bahn haben den im Gotthard-Basistunnel verunglückten Güterzug gezogen. Von den zehn unbeschädigten Wagen sind acht in Deutschland, einer in der Schweiz und einer in Schweden registriert, wie die «SonntagsZeitung» schrieb. Beim Unfall sass ein Lokomotivführer der SBB im Führerstand. Das sei üblich, teilte ein Sprecher der SBB mit. Zu den Haltern der Wagen dürften sich die SBB nicht äussern. Auch die Deutsche Bahn nahm keine Stellung. Die SBB trugen die Verantwortung für den Zug. Für die Wartung der Wagen sind laut «SonntagsZeitung» in der Regel die Halter zuständig. Eine Pflicht für Detektoren von Entgleisungen an Wagen sei bisher auf internationaler Ebene verhindert worden, teilte das Bundesamt für Verkehr «SonntagsBlick» mit.

HANDOUT - Mitarbeiter demontieren das mobilie Spurwechseltor im Gotthard-Basistunnel am Freitag, 18. August 2023. Bei der Entgleisung eines Gueterzuges am 10. August wurde die Gleisanlage sowie ein Sp ...
Mitarbeiter demontieren das mobilie Spurwechseltor im Gotthard-Basistunnel.Bild: keystone

Vor zwei Jahren: Schwere Vorwürfe gegen Richter Jérôme Candrian

Die Richterinnen und Richter der ersten Kammer des Bundesverwaltungsgerichts haben geschlossen schwere Vorwürfe gegen Richter Jérôme Candrian erhoben. Sie warfen ihm eigenmächtiges Verhalten und Amtspflichtverletzungen vor, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Die Vorwürfe formulierten sie in einer Beschwerde von 2021. Die Zeitung schlussfolgerte, dass die Leitung des Bundesverwaltungsgerichts die Affäre bisher unter Verschluss gehalten hatte. Die Konflikte gehen laut der «NZZ am Sonntag» viele Jahre zurück. 2009 kam es etwa zu einer Mediation. Die Kritik seiner Kolleginnen und Kollegen bezeichnete Candrian als ehrverletzend und verleumderisch. Die Informationen der Zeitung seien inhaltlich nicht korrekt.

Bankchefs wehren sich gegen Vorwurf wegen Windfall-Profiten

Zwei Bankchefs haben sich gegen den Vorwurf der Bereicherung an Windfall-Profiten durch Zinsgeschäfte gewehrt. Das sind Profite, die den Banken ohne Aufwand in den Schoss fallen, wie «SonntagsBlick» schrieb. Bei der Aargauer Kantonalbank (AKB) stiegen die Erträge aus dem Zinsgeschäft um 44 Prozent. Daran bereichert habe sich die Geschäftsleitung nicht, sagte AKB-Chef Dieter Widmer. Bei Swissquote stiegen die Erträge aus dem Zinsgeschäft um 587 Prozent. Die Bank schüttete Gelder ans Personal in Form von Boni aus, wie «SonntagsBlick» weiter schrieb. Laut Swissquote-Chef Marc Bürki gehören Zinserträge zur Gesamtleistung einer Bank.

Entwurf für Volksinitiative für eine öffentliche Krankenkasse

Der Entwurf einer Volksinitiative für eine öffentliche Krankenkasse soll am Parteitag der SP Schweiz von kommendem Samstag vorgestellt werden. Der Vorschlag sieht eine öffentliche Krankenkasse für jeden Kanton vor, wie «Le Matin Dimanche» schrieb. Die Möglichkeit von interkantonalen Kassen solle bestehen. Die Prämien sollen ans Einkommen geknüpft sein und dürften zehn Prozent des Einkommens nicht übersteigen. Für die Differenz müssten Kantone und Bund aufkommen. Die Gewinne würden vollständig an die Versicherten zurückfliessen. Hinter dem Vorschlag stehen die SP-Nationalräte Baptiste Hurni (NE) und Pierre-Yves Maillard (VD). (sda)

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102 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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James McNew
20.08.2023 07:37registriert Februar 2014
Zusammengefasst, auch diesen Sonntag: Die SVP schadet der Schweiz.

Sie ist der Finanzindustrie hörig, blockiert die Energiewende, heizt die Zuwanderung mit Steuerdumping an und spaltet mit der Hetze gegen die Zuwanderung gleichzeitig das Land.
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sowhat
20.08.2023 07:42registriert Dezember 2014
Moment, damit ich das richtig verstehe. Die bis jetzt günstigeren Medikamente werden künstlich verteuert, die teuern künstlich verbilligt? So, dass Leute die wenig brauchen und darum einen höheren Selbstbehalt vereinbart haben, künftig mehr selber zahlen müssen?

Wenn man also drei mal im Jahr etwas braucht, zahlt man wie bisher diese Medikamente selbst. Einfach zu höherem Preis.
Dafür müssen die Krankenkassen für die teuren Medikamente, die meist bei chronischen Krankheiten (mit tiefem Selbstbehalt) gebraucht werden, weniger bezahlen?

Hagen die Krankenkassen gut eingefädelt, momoll.
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Glücklich
20.08.2023 07:58registriert August 2022
‚Entwurf für Volksinitiative für eine öffentliche Krankenkasse‘

Ich beführworte diese Idee, da ich zurzeit keine andere Alternative sehe. Die KK- Prämien steigen seit ich denken kann und die x versch. Kassen mit ihren hohen Verwaltungskosten und Gewinnen haben hier auch ihren Anteil.

Ein Versuch ist es Wert …
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