DE | FR
Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Samichlaus Konvoi auf Harleys und Vespas faehrt durch die Innenstadt waehrend Passantinnen und Passanten den verkaufsoffenen Sonntag nutzen an der Zuercher Bahnhofstrasse waehrend dem Sonntagsverkauf am 6. Dezember 2015. (KEYSTONE/Valeriano Di Domenico)

Trotz warmer Temperaturen: In den nächsten Stunden dürfte an der Zürcher Bahnhofstrasse reger Weihnachts-Betrieb herrschen.
Bild: KEYSTONE

Liebe Last-Minute-Shopper, ein paar Stunden bleiben euch noch! Diese Geschenke sind dieses Jahr besonders angesagt

Parfum, «Star Wars»-Figuren und Drohnen verkaufen sich gut — die Temperaturen drücken aber auf die Stimmung. Mit Rabatten versuchen Händler noch, Kunden in die Geschäfte zu locken.

Fabian Hock und Andreas Schaffner / Aargauer Zeitung



Im Werbespot rast er mit einem schwarzen Dodge Challenger durch die Wüste, hält an, schnappt sich eine Schaufel aus dem Kofferraum und gräbt ein Loch. Darin versenkt er seinen Schmuck, dann schaut er nachdenklich. Er könne es fühlen, sagt er noch. Und: «it’s magic». Das war's.

Die düstere Szene stammt aus dem Werbespot für Diors neuestes Männerparfum. Hauptdarsteller Johnny Depp sieht man das halbe Jahrhundert, das er inzwischen auf dem Buckel hat, nicht an. Das muss auch so sein, schliesslich soll der Spot ja eher jene ansprechen, die das Parfum kaufen, als die, die es tragen. Und kaufen tun es zumeist die Frauen.

Animiertes GIF GIF abspielen

Jeder möchte so wild riechen wie Johnny Depp.
gif: youtube/watson

Ein düsterer Johnny Depp, ein düsteres Video, den Damen gefällt's. Sie stürzen sich kurz vor Weihnachten auf Johnny Depp beziehungsweise auf seinen Duft, was wiederum dem Manor gut gefällt. In dessen Läden ist «Sauvage» – danach riecht der Schauspieler – einer der Verkaufsschlager in der Vorweihnachtszeit.

Herbstliche Temperaturen

Nun hat jedoch nicht jeder einen Johnny Depp als Werbeträger. Und so hinterlässt die fehlende Weihnachtsstimmung an anderen Stellen durchaus Spuren. Das zeigt eine Umfrage der «Nordwestschweiz». Bei Manor etwa bleiben die Winterklamotten wegen der hohen Temperaturen häufiger in den Regalen liegen, sagt Sprecherin Elle Steinbrecher.

Und auch die Migros wird mit den aktuellen Temperaturen nur bedingt warm: «Das Weihnachtsgeschäft verläuft insgesamt gut, ist aber im Vergleich zum letzten Jahr etwas später ins Rollen gekommen», heisst es beim Detailhändler. «Das fast frühlingshafte und wenig winterliche Wetter war natürlich nicht gerade unser Wunschwetter, besonders Winterkleidung und Wintersportartikel hatten es bei diesen Temperaturen schwer,» so Sprecherin Michèle Hungerbühler. Der Konkurrenz von Coop geht es ähnlich. Dort spürt man das Wetter auch «bei typisch saisonalen Produkten wie beispielsweise Raclette oder Fondue», sagt Sprecher Urs Meier.

Das sind die Trends zum Fest

Und das Wetter ist nicht alles: Wegen des starken Frankens leiden die Händler schon das ganze Jahr unter dem Einkaufstourismus. Das setzt sich nun im Weihnachtsgeschäft fort. Viele Geschäfte reagierten darauf mit Eurorabatten und Aktionen. Nun haben sie ihre Rabattschlacht im Weihnachtsverkauf gesteigert, die Preise noch einmal gesenkt. Migros-Tochter Interio schickt ihren männlichen Kunden fast täglich einen Hinweis, dass der Ausverkauf lanciert ist.

ARCHIV --- ZUR WIRTSCHAFTLICHEN SITUATION UND DEN KONJUNKTURPERSPEKTIVEN 2016 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Coins of 1 Euro, right, and coins of 1 Swiss Franc and 20 centime, left, pictured in Lausanne, Switzerland, Tuesday, September 6, 2011. The Swiss National Bank SNB has decided to fix the country's exchange rate at 1.20 francs per euro. The SNB indicated it would buy an unlimited amount of euros regardless of the risk to maintain that value. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Nicht nur das warme Wetter, auch der starke Franken macht den Schweizer Händlern dieses Jahr zu schaffen.
Bild: KEYSTONE

Und offenbar zeigen die Inserate und Pre-Sale-Anzeigen Erfolg. Gut laufen etwa Spielwaren, Parfümerie und Bijouterie, sagt Manor-Sprecherin Steinbrecher. Einen überraschenden Top-Seller gibt es bei den traditionell starken Multimediaprodukten: Er stammt weder aus dem Hause Apple oder Samsung, noch ist es ein Handy, sondern: eine Sofortbildkamera von Fujifilm.

Smartwatch und Fitnesstracker

Dass jene Kameras zu Weihnachten voll im Trend liegen, weiss auch Digitec-Sprecherin Stefanie Hynek: «Bei Digitec erleben seit einigen Monaten Sofortbildkameras ein regelrechtes Revival.» Weitere Verkaufsschlager beim Elektronikhändler sind «Smartwatches, Audio- und Video-Streaming-Systeme sowie die Weihnachtsklassiker Smartphones und Spielkonsolen».

Beim Schwesterunternehmen, dem Online-Kaufhaus Galaxus, steht die Gesundheit hoch im Kurs, sagt Hynek. «Dieses Jahr liegen sicher einige Activity Tracker und Smoothie-Maker unter dem Weihnachtsbaum.» Einen weiteren Techniktrend beobachten sowohl Digitec als auch die Migros: Drohnen. Ferngesteuerte Quadrocopter verkaufen sich derzeit hervorragend.

abspielen

Gibt es nach Weihnachten eine Drohneninvasion? Marcel Hirscher hätte daran bestimmt keine Freude. 
streamable

Was wohl immer geht, ist Schokolade. Lindt&Sprüngli und auch die Migros-Tochter Chocolat Frey sind mit den Verkäufen der letzten Wochen zufrieden.

Der Endspurt ist eingeläutet

Ganz vorüber ist das Weihnachtsgeschäft für die Händler noch nicht. «Besonders die letzten Tage vor Weihnachten sind jeweils wichtig, weil in dieser Zeit sehr viele Leute noch die letzten Geschenke und Lebensmittel für den Festtagstisch kaufen», sagt Coop-Sprecher Meier.

Bis zuletzt wird teilweise mit den letzten Besorgungen zugewartet — das gilt auch für das Spielzeug für die Kleinen. Und auch hier gibt es einen speziellen Trend: Auf deren Geschenken steht in diesem Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit «Frozen» oder «Star Wars». Spielzeug mit Verweis auf die aktuellen Kinofilme – beide übrigens aus dem Hause Disney – sei ein Renner, heisst es bei den Händlern.

Und das ganz ohne Johnny Depp. Aber wer Lichtschwerter, Raumschiffe, Chewbacca und Han Solo hat, braucht den auch nicht unbedingt. 

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Trotz Coronakrise: Investmentbanker der Credit Suisse kassieren hohe Boni

Die alljährliche Diskussion um Boni steht dieses Mal im Zeichen der Coronakrise. In der Credit Suisse hat man die gesellschaftliche Brisanz eigentlich erkannt – dennoch machen Investmentbanker dank des Börsenbooms Kasse.

Bei der Grossbank Credit Suisse hatten die Mitarbeiter ihre Jahresgespräche, die Briefe zu den Lohnzahlungen gingen raus. Einmal mehr zeigt sich: Was die komplizierten Modelle als Boni-Zahlung ausspucken, deckt sich in den seltensten Fällen mit dem allgemeinen Gerechtigkeitsempfinden.

Kaum jemand ist zufrieden. Die Banker in der Schweiz sind unglücklich mit den eigenen Boni. Und dies sind sie umso mehr, wenn sie auf die Kollegen in London oder in New York blicken. Deren Boni bleiben gleich oder …

Artikel lesen
Link zum Artikel