DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Ärmel hoch, Spritze her: Eine Frau lässt sich in Davos (GR) impfen. bild: keystone

Kommentar

Hör auf die Wissenschaft und lass dich impfen

Es gibt Leute, die wissen es besser als du. Hör auf sie und lass dich impfen.



Expertinnen und Experten rund um den Globus sind sich einig: Um die Pandemie zu beenden, braucht es eine Impfung.
Doch selbst der beste Impfstoff und die schnellsten Impfzentren nützen nur bedingt, solange sich die Bevölkerung nicht beteiligt.

Am Dienstag öffneten die Impfzentren im Kanton Zürich. Weit gefehlt, wer dachte, die Zentren seien von Impfwilligen überrannt worden. Von den bisher 90'000 verfügbaren Terminen waren am Mittwoch 18'000 noch frei.

Die Skepsis gegenüber der Corona-Impfung scheint auch über die Zürcher Kantonsgrenzen hinaus nach wie vor gross. Laut der jüngsten Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo steigt die Impfbereitschaft zwar leicht an. Von den rund 50'000 befragten Menschen aus allen Landesteilen wollen sich 44 Prozent impfen lassen. 20 Prozent lehnen die Impfung ab, 28 Prozent sind unschlüssig.

Die Unsicherheit ist verständlich. Wen verunsichert diese fürchterliche Situation, in der wir seit über einem Jahr drin stecken, nicht? Noch nie durchlebte die Welt eine Katastrophe in der Art, wie sie die Corona-Pandemie darstellt. Das bisher für Menschen unbekannte Sars-CoV-2-Virus trifft auf eine globalisierte, eng vernetzte, digitalisierte Welt. Das stellt die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft vor Herausforderungen, für die Krisenstäbe keine Handlungsanleitungen aus der Schublade zaubern können.

Monatlich, nein wöchentlich müssen Lösungen gefunden werden für Probleme, die sich uns vorher so noch nie gestellt haben. Es ist eine Fahrt durch den Nebel auf Sicht. Welche Massnahmen wirken, welche Verhaltensregelungen Sinn ergeben, wie wir unseren Alltag organisieren, müssen wir immer wieder neu herausfinden. Dazu informieren wir uns, wägen ab, treffen Entscheidungen – auch wenn wir viele Dinge nicht verstehen, weil die Thematik einfach so verflixt komplex ist.

Zum Glück gibt es Virologinnen, Epidemiologen, Impfforscherinnen, Biostatistiker, Genomik-Expertinnen. Das Sars-CoV-2 Virus mag neu sein, doch Forschungsmaterial zur Verbreitung und Bekämpfung von Viren gibt es reichlich und die Wissenschaft beschäftigt sich seit mehreren Jahrzehnten mit dem Thema.

Darum der Appell: Hör auf die Wissenschaft. Auf diejenigen, die sich am profundesten mit der Angelegenheit auskennen. Auch wenn einzelne emeritierte Professoren, anthroposophische Hausärztinnen oder selbsternannte Experten Zweifel säen. Skeptiker finden sich immer. Doch wichtige medizinische oder technologische Errungenschaften verdanken wir nur in einigen wenigen Fällen einem genialen Einzelnen, als vielmehr dem wissenschaftlichen Konsens.

Auch bei den Impfungen. Sie gehören zu den grössten medizinischen Errungenschaften der Menschheitsgeschichte. Ihnen verdanken wir es, dass wir nicht mehr an Pocken, Polio, Tetanus und Keuchhusten erkranken und elendig dahinsiechen. Diese sehr schweren und gefährlichen Krankheiten gelten heute in Europa glücklicherweise weitgehend als ausgerottet.

Auf diesem grossen Wissen und Erfolg fusst der schnelle Durchbruch der Covid-19-Vakzine. Dank hohen staatlichen Beiträgen konnten Impfforscherinnen seit Beginn der Pandemie ungehindert ihr volles Potenzial ausschöpfen. Um Zeit zu gewinnen, liessen sie Testphasen parallel laufen und abertausende Probanden antraben. Arzneimittelbehörden stockten ihr Personal auf, um die Forschungsergebnisse im Eiltempo überprüfen zu können. So kam es, dass innert kürzester Zeit mehrere potente Impfstoffe gegen das Coronavirus entwickelt werden konnten. Und dass sie die am besten erforschten sind, die es in der Entwicklung von Impfstoffen je gab.

Es ist eigentlich ganz simpel: Eine Impfung verhindert, dass sich Menschen unkontrolliert mit dem Coronavirus anstecken. Das rettet nicht nur Menschenleben, sondern verhindert auch schwere Krankheitsverläufe oder Folgen wie Long-Covid. Zudem kommt es nicht zu einer Überbelegung der Spitäler mit Coronapatienten und andere, dringende medizinische Eingriffe müssen nicht verschoben werden. Und das Beste: Mit einer Impfung erhalten wir unser normales Leben zurück. Restaurantbesuche, Party, Grosseltern umarmen, Reisen. Darum hör auf diejenigen, die wissen, wovon sie sprechen – und lass dich impfen.

Ein Impfexperte erklärt das Pro & Contra der Covid-Vakzine

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So wird in Luzern geimpft

Diese Kinder sehen ihre Grosseltern nach Monaten wieder und es ist ...

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schweiz verfehlt Klimaziel 2020: «So sind wir in 154 Jahren CO2-neutral»

Die CO2-Emissionen in der Schweiz sind 2019 im Vergleich zum Vorjahr erneut kaum gesunken. Damit dürfte die Schweiz weder im Gebäudesektor, noch in der Industrie, im Verkehr oder der Landwirschaft das nationale Klimaziel für 2020 erreichen.

Das Ziel wäre eine Reduktion von 20 Prozent der Treibhausgasemissionen gegenüber dem Jahr 1990. Im Gebäudesektor sei der CO2-Ausstoss im Jahr 2019 vor allem wegen des kälteren Winters nicht zurückgegangen, schreibt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) am Montag.

Der …

Artikel lesen
Link zum Artikel