Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
abnehmen medikamente internet

Via Internet beziehen Schweizer medizinische Produkte aus dem Ausland. Bild: shutterstock

Swissmedic warnt vor Medikamenten aus dem Ausland: Illegal importierte Schlankheitsmittel bergen Gesundheitsrisiken



Das Heilmittelinstitut Swissmedic warnt vor dem illegalen Import von Schlankheitsmitteln per Internet. Von 61 untersuchten Präparaten hätten mehr als drei Viertel nicht deklarierte Wirkstoffe enthalten, über die Hälfte sogar einen wegen seiner Risiken vom Markt genommenen Wirkstoff.

Der Konsum importierter Produkte zum Abnehmen berge grosse Risiken, teilte Swissmedic am Dienstag mit. Immer häufiger würden Getränke wie Kaffee als Schlankheitsmittel angeboten, die teilweise gesundheitsschädigende Mengen verbotener Substanzen enthielten.

Im einzelnen förderte die Laboruntersuchung der vor allem fernöstlichen Schlankheitsmittel folgende Resultate zutage: 41 Produkte hätten vorgegeben, «natürlich» oder «pflanzlich» zu sein. In Tat und Wahrheit hätten aber 35 dieser Produkte gefährliche chemische Inhaltsstoffe enthalten.

Hast du schon mal Schlankheitsmittel aus dem Ausland via Internet bestellt?

«Lebensgefährliche Dosis» Sibutramin

Zehn Produkte seien Kaffeegetränke gewesen. Acht davon hätten synthetische Inhaltsstoffe enthalten. In einem Kaffeebeutel seien 45 Milligramm des Wirkstoffs Sibutramin gefunden worden. Das sei die dreifache Menge der früheren maximalen Tagesdosierung – eine lebensgefährliche Dosis, wie Swissmedic schreibt.

Die Zulassung von Arzneimitteln mit Sibutramin sei im März 2010 wegen des möglichen Risikos schwerwiegender Nebenwirkungen sistiert worden. Trotzdem habe über die Hälfte der untersuchten Mittel diesen Wirkstoff enthalten.

Schmerzmittel und Antidepressiva gefunden

Weiter hätten sich in den Produkten andere Wirkstoffe wie beispielsweise Schmerzmittel (Paracetamol), Entzündungshemmer (Diclofenac) oder Antidepressiva (Fluoxetin) befunden, die nicht deklariert gewesen seien.

Die Analysen zeigten, dass als «Schlankmacher» angepriesene Produkte oder Medikamente aus unkontrollierten Quellen die Gesundheit massiv gefährden könnten. So lägen Swissmedic Meldungen aus dem Ausland vor, in denen Konsumentinnen nach der Einnahme solcher Sibutramin-Produkte hätten hospitalisiert werden müssen.

Swissmedic warnt eindringlich davor, im Internet Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel über dubiose Anbieter zu beziehen und einzunehmen. Das Heilmittelinstitut erinnert zudem daran, dass es Privatpersonen gesetzlich verboten ist, aus dem Ausland grössere Mengen Arzneimittel in die Schweiz zu importieren. (viw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Als die Schweiz noch «Krokodile» exportierte

1925 erhielt die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur den Auftrag, «Krokodil»-Lokomotiven für die Great Indian Peninsula Railway zu bauen.

Am 16. April 1853 verlässt ein reich geschmückter und mit 400 illustren Passagieren besetzter Sonderzug der Great Indian Peninsula Railway (GIPR) den Boree-Bunder-Bahnhof in Bombay. Das Eisenbahn-Zeitalter hat Indien erreicht. Der mit 14 Waggons bestückte Zug wird von drei aus England gelieferten Dampflokomotiven gezogen. Sie tragen die Namen: Sultan, Sindh und Sahib.

Von da an gedeiht das Streckennetz auf dem damals britisch beherrschten Subkontinent kontinuierlich, denn mit der Bahn sollte der …

Artikel lesen
Link zum Artikel