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Je mehr Wölfe herumlaufen, desto aggressiver reagieren Mutterkühe

09.06.2020, 14:2009.06.2020, 17:09

Wolfsrudel im Wallis

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Wolfsrudel im Wallis
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Im Kanton Graubünden hat die vermehrte Wolfspräsenz zu einem veränderten Verhalten bei weidenden Mutterkühen geführt. Die Rinder reagieren mit einem verstärkten Abwehrverhalten und können dadurch Menschen gefährden.

Konkret stellt sich das neue Problem mit der Wolfspräsenz offenbar im Bündner Oberland (Surselva). Dort sei eine «konfliktbringende Entwicklung» des Verhaltens einzelner Wölfe und Rudel zu erkennen, schrieb die Kantonsregierung am Dienstag in einer Mitteilung.

Bedeuteten Wölfe bislang vor allem für Schafe und Ziegen eine ernsthafte Gefahr, so zeigten Beobachtungen von Bauern, dass vermehrt auch Rindviehherden auf die Präsenz der Raubtiere reagierten. Die Tiere werden wegen das an den Tag gelegten Abwehrverhaltens aggressiver.

Das Verhalten aufgescheuchter oder wegen der Nähe von Grossraubtieren beunruhigter Mutter- und Milchkühen ist noch wenig erforscht und stellt für die Behörden ein zusätzliches neues Problem dar. Insbesondere fehlen Erkenntnisse darüber wie gefährlich dieses Verhalten für Menschen werden kann.

Jungtiere als mögliche Beute

Übergriffe von Wölfen auf Rinder ereignen sich laut Behördenangaben in Graubünden zwar selten. Fachleute schliessen indes nicht aus, dass vorab junge Rinder unter besonderen Umständen von Wölfen angegriffen werden könnten.

Wie Regierungsrat Mario Cavigelli am Dienstag auf Nachfrage sagte, sind gezielte Wolfsübergriffe auf Rinder im Kanton nicht dokumentiert. Er betonte jedoch, in der Surselva sei es seit Frühling zu auffällig vielen Rissen auf Kleinvieh gekommen. 46 Schafrisse seien gezählt worden. 16 davon seien in geschützten Herden erfolgt.

Schutzhunde lösen das Problem nicht

Herdenschutzhunde können zwar das Kleinvieh bis zu einem gewissen Grad vor hungrigen Wölfen beschützen. Beim Rindvieh sind die Hunde wegen der schwierigen Integration in die Herde wenig wirkungsvoll. Das Problem liegt im erhöhten Abwehrverhalten, wenn Rinder Wölfe wittern.

Für die Sicherheit des Alppersonals sowie von Wanderern gibt es Checklisten und Empfehlungen der nationalen Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft. Wegen der neuen Situation mit den Rindern bedürfen diese Grundlagen einer Aufarbeitung.

Ein Projekt «Mutterkuh und Grossraubtiere» sei aufgegleist worden, hiess es. Die Arbeitsgruppe mit Vertretern aus unterschiedlichen Sektoren wie Landwirtschaft, Jagd, Umwelt und Viehhaltern nahm die Arbeit unlängst auf. (aeg/sda)

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7 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bajazzo
10.06.2020 08:19registriert Februar 2020
Man muss nicht die Kühe vor den Wölfen schützen, sondern den Wolf vor dem Menschen.
Nicht der Wolf dringt in die Reviere der Menschen ein, sondern die Menschen, insbesondere Jäger und Rotsocken in die Revieren der Tiere.
Da fragt sich wirklich, wer hier der wahre Wolf im Schafspelz ist, oder habt ihr schon jemals so einen Wolf gesehen?
Darum im September ein klares NEIN zum revidierten Jagdgesetz!
Je mehr Wölfe herumlaufen, desto aggressiver reagieren Mutterkühe
Man muss nicht die Kühe vor den Wölfen schützen, sondern den Wolf vor dem Menschen.
Nicht der Wolf dringt in die Reviere der Menschen ein, sondern die Menschen, insbesondere Jäger und Rotsocken in die Revieren der Tiere.
Da fragt sich wirklich, wer hier der wahre Wolf im Schafspelz ist, oder habt ihr schon jemals so einen Wolf gesehen?
Darum im September ein klares NEIN zum revidierten Jagdgesetz!
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Thurgauo
09.06.2020 17:40registriert November 2017
Lasst mich raten? Deshalb sollte man den Wolf abknallen? Einfach nein.
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Balikc
09.06.2020 20:52registriert Oktober 2015
Kurzfassung meiner Erkenntnis:

"... und KÖNNEN dadurch Menschen gefährden."

"Das Verhalten [..] beunruhigter Mutter- und Milchkühen ist noch WENIG ERFORSCHT [..]. Insbesondere FEHLEN ERKENNTNISSE darüber wie gefährlich dieses Verhalten für Menschen werden kann."

"..., sind gezielte Wolfsübergriffe auf Rinder im Kanton NICHT DOKUMENTIERT."

Eigentlich dreist genug, unter einer reisserischen Schlagzeile solch eine nichts sagende (und vermutlich durch Interessenverbände initiierte) Agenturmeldung zu publizieren.
Aber dass sowas unter der Rubrik WISSEN erscheint, ist doch eher zynisch.
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