Schweiz
Wohnen ist Luxus

Wohnungen in Zürich stehen seit Monaten leer – wegen übertreiben Mieten

Wohnen ist Luxus

Wohnungen in Zürich stehen seit Monaten leer – wegen übertriebenen Mieten

Neubauten an bester Lage finden seit Monaten keine Interessenten. Müssen die Vermieter jetzt die Mieten senken?
27.02.2026, 17:5827.02.2026, 19:52
Stehen seit Monaten leer: Wohnungen im «Oerlikon One» im Zürcher Kreis 11.
Stehen seit Monaten leer: Wohnungen im «Oerlikon One» im Zürcher Kreis 11.bild: CH Media / Andrea Zahler

Neben dem Stadtzürcher Bahnhof Oerlikon steht das Hochhaus «Oerlikon One». In diesem war einst das Swissôtel beherbergt. Zwischen 2022 und 2025 sanierte die Besitzerin, ein Immobilienfonds der früheren Credit Suisse, das Gebäude. In den unteren Stockwerken befindet sich weiterhin ein Hotel, die oberen Etagen werden neu als Wohnungen vermietet.

Doch noch immer sind 20 der 124 Wohnungen nicht vermietet – und das, obwohl die Vermarktung bereits vor über einem Jahr begonnen hat. Das berichtete diese Woche der «Tages-Anzeiger».

In einer Stadt, die zuletzt eine Leerwohnungsziffer von 0,1 Prozent aufwies und in der somit eine Wohnungsnot herrscht, ist das erstaunlich. Die Preise haben es allerdings auch in sich: Wer zuoberst wohnen will, bezahlt für eine 3,5-Zimmer-Wohnung bis zu 7210 Franken im Monat. Auch für 2,5-Zimmer-Wohnungen einige Stockwerke tiefer berappt man 3400 Franken.

2,5 Zimmer im Hochhaus kosten 3450 Franken

Das Beispiel aus Oerlikon ist nicht das einzige: Im Hochhaus «Alto» des Immobilienentwicklers Hiag im Quartier Altstetten stehen acht Monate nach Vermarktungsbeginn noch 28 von 149 Wohnungen leer, wie ein Blick auf die Internetseite zeigt. Für eine 2,5-Zimmer-Wohnung im 23. Stock werden dort 3450 Franken pro Monat verlangt. Auch in einem Neubau im beliebten Quartier Wiedikon sind laut der Internetseite zehn Monate nach Start der Vermietung noch 11 von 53 Wohnungen frei. Dort gibt es 4,5-Zimmer-Wohnungen ab 4480 Franken.

Mit der Häufung der Beispiele stellt sich die Frage, ob der Markt für teure Wohnungen austrocknet – und ob dies einen Einfluss auf die Wohnungsmieten generell haben könnte. Haben Vermieter in der jüngeren Vergangenheit zu hohe Mieten angesetzt und müssen nun nach unten korrigieren? Laut dem «Tages-Anzeiger» sind die Mieten schweizweit in den letzten zwei Quartalen weniger gestiegen als zuvor. Im Kanton Zürich seien sie vereinzelt sogar zurückgegangen. Dies weise darauf hin, dass die Nachfrage nicht mehr so stark mit dem Angebot Schritt halte wie auch schon – insbesondere, wenn es um teure Wohnungen gehe.

Allerdings bringe das dem Durchschnittsmieter nichts, sagt Immobilienexperte Donato Scognamiglio der Zeitung. Das allgemeine Preisniveau bleibe wegen der Knappheit «enorm hoch», Entspannung sei nicht in Sicht. «Es ist ein bisschen so, wie wenn der Kaviar auf dem Golfplatz etwas billiger geworden ist», wird er zitiert. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das neue Hardturmstadion-Projekt und wehmütige Bilder aus der Vergangenheit
1 / 26
Das neue Hardturmstadion-Projekt und wehmütige Bilder aus der Vergangenheit
Zürich sagt Ja zum neuen Stadion. Und so soll der Tempel aussehen.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Nach Pilotprojekt: Zürich führt gratis Test-Angebot für Chlamydien und Co. ein
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
41 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Reis&Schein
27.02.2026 18:39registriert November 2025
"wegen übertreiben Mieten"?
Ach so, ja dann...
530
Melden
Zum Kommentar
avatar
James McNew
27.02.2026 18:47registriert Februar 2014
Das Problem: Die Bewertung der Liegenschaft hängt mit der Miete zusammen. Da lässt man die Wohnungen lieber leer stehen, als sie zu einem tieferen Preis zu vermieten. Weil sonst die Liegenschaft in der Buchhaltung tiefer veranlagt werden müsste.

Es lohnt sich also eher, Liegenschaften leer stehen zu lassen, statt sie zum tatsächlich erreichbaren Preis zu vermieten. Wenn das mal kein Fehler im System ist.
564
Melden
Zum Kommentar
avatar
Ameo
27.02.2026 18:42registriert Oktober 2025
"Haben Vermieter in der jüngeren Vergangenheit zu hohe Mieten angesetzt?"

Das diese Frage überhaupt gestellt wird, finde ich schon dreist. Aber ich beantworte jetzt die Frage: JAAAAA!!!
517
Melden
Zum Kommentar
41
Ehemaliger Polizist aus Basel-Land soll über 500'000 Franken aus Parkuhren gestohlen haben
Der ehemalige Chef der Stadtpolizei Laufen im Kanton Basel-Land soll während seiner Karriere über Jahre Münzgeld aus Parkuhren geklaut haben.
Zur Story