Wohnungen in Zürich stehen seit Monaten leer – wegen übertriebenen Mieten
Neben dem Stadtzürcher Bahnhof Oerlikon steht das Hochhaus «Oerlikon One». In diesem war einst das Swissôtel beherbergt. Zwischen 2022 und 2025 sanierte die Besitzerin, ein Immobilienfonds der früheren Credit Suisse, das Gebäude. In den unteren Stockwerken befindet sich weiterhin ein Hotel, die oberen Etagen werden neu als Wohnungen vermietet.
Doch noch immer sind 20 der 124 Wohnungen nicht vermietet – und das, obwohl die Vermarktung bereits vor über einem Jahr begonnen hat. Das berichtete diese Woche der «Tages-Anzeiger».
In einer Stadt, die zuletzt eine Leerwohnungsziffer von 0,1 Prozent aufwies und in der somit eine Wohnungsnot herrscht, ist das erstaunlich. Die Preise haben es allerdings auch in sich: Wer zuoberst wohnen will, bezahlt für eine 3,5-Zimmer-Wohnung bis zu 7210 Franken im Monat. Auch für 2,5-Zimmer-Wohnungen einige Stockwerke tiefer berappt man 3400 Franken.
2,5 Zimmer im Hochhaus kosten 3450 Franken
Das Beispiel aus Oerlikon ist nicht das einzige: Im Hochhaus «Alto» des Immobilienentwicklers Hiag im Quartier Altstetten stehen acht Monate nach Vermarktungsbeginn noch 28 von 149 Wohnungen leer, wie ein Blick auf die Internetseite zeigt. Für eine 2,5-Zimmer-Wohnung im 23. Stock werden dort 3450 Franken pro Monat verlangt. Auch in einem Neubau im beliebten Quartier Wiedikon sind laut der Internetseite zehn Monate nach Start der Vermietung noch 11 von 53 Wohnungen frei. Dort gibt es 4,5-Zimmer-Wohnungen ab 4480 Franken.
Mit der Häufung der Beispiele stellt sich die Frage, ob der Markt für teure Wohnungen austrocknet – und ob dies einen Einfluss auf die Wohnungsmieten generell haben könnte. Haben Vermieter in der jüngeren Vergangenheit zu hohe Mieten angesetzt und müssen nun nach unten korrigieren? Laut dem «Tages-Anzeiger» sind die Mieten schweizweit in den letzten zwei Quartalen weniger gestiegen als zuvor. Im Kanton Zürich seien sie vereinzelt sogar zurückgegangen. Dies weise darauf hin, dass die Nachfrage nicht mehr so stark mit dem Angebot Schritt halte wie auch schon – insbesondere, wenn es um teure Wohnungen gehe.
Allerdings bringe das dem Durchschnittsmieter nichts, sagt Immobilienexperte Donato Scognamiglio der Zeitung. Das allgemeine Preisniveau bleibe wegen der Knappheit «enorm hoch», Entspannung sei nicht in Sicht. «Es ist ein bisschen so, wie wenn der Kaviar auf dem Golfplatz etwas billiger geworden ist», wird er zitiert. (aargauerzeitung.ch)
