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Mutter der getöteten Kinder von Flaach ZH begeht Selbstmord



Natalie K. aus Flaach ZH, die ihre Kinder getötet haben soll, wurde am Freitagmittag tot im Gefängnis aufgefunden. Ihr fünfjähriger Sohn Nicolas und seine zwei Jahre alte Schwester Alessia starben am Neujahrstag. Ihre Mutter hat sich nun das Leben genommen.

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Der Tatort in Flaach: Hier soll Natalie K. ihre Kinder getötet haben. Bild:

Die Staatswanwaltschaft Zürich Limmat hat eine Obduktion der 27-Jährigen veranlasst. Das sei bei aussergewöhnlichen Todesfällen üblich, hiess es in einer Mitteilung der Behörde. Weitere Angaben könnten mit Rücksicht auf das laufende Verfahren nicht gemacht werden, hiess es. 

Natalie K. hat ihre beiden Kinder erstickt, glauben die Ermittler. Die Frau rief anschliessend selbst die Polizei und ging dann in einen nahegelegenen Wald, um sich mit einem Messer selbst zu töten. Die Beamten konnten sie verletzt ins Spital bringen.

KESB nahm Mutter die Kinder weg

Das zweifache Tötungsdelikt war trauriger Höhepunkt eines Konflikts der Familie mit der zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Diese hatte die vorübergehende Unterbringung der Kinder in einem Heim verfügt, nachdem die Eltern wegen Betrugsverdachts Anfang November verhaftet worden und ausserdem Gefährdungsmeldungen bezüglich der Kinder eingegangen waren.

Logo der Kindes- und Erwachsenenschutzbehoerde (KESB) in Winterthur am Samstag, 3. Januar 2015. Eine 27-jaehrige Frau steht unter dem dringenden Verdacht, am Neujahrsabend in Flaach ihre zwei Kinder getoetet zu haben. Nach Medienberichten hatte die Kinderschutzbehoerde (KSEB) in Winterthur den Eltern die Obhut entzogen. Die Kinder waren bis zum 19. Dezember in einem Heim und konnten nur ueber die Feiertage nach Hause. Seit 1. Januar 2013 gibt es in der Schweiz keine Vormundschaftsbehoerden mehr. Deren Aufgaben wurden von den regionalen Kindes- und Erwachsenenschutzbehoerden (KESB) übernommen. (KEYSTONE/Walter Bieri )

Bild: KEYSTONE

Auch nach der Entlassung der Mutter aus der Haft einige Tage nach der Festnahme sollten die Kinder im Heim bleiben, bis alle nötigen Abklärungen getätigt sein würden. Über die Feiertage durften sie zwei Wochen bei der Mutter verbringen, hätten aber Anfang Jahr wieder zurückgebracht werden sollen.

Das tragische Ereignis stiess eine öffentliche Aggressionslawine gegen die KESB los – bis hin zu Morddrohungen gegen Mitarbeitende. Die professionelle Behörde hatte Anfang 2013 die vorher zuständigen Vormundschaftsbehörden abgelöst, in denen Laien tätig waren.

War diesen früher unprofessionelles Handeln vorgeworfen worden, so hiess es jetzt, die Profis seien kalte «Schreibtischtäter», fern von den Menschen, mit denen sie zu tun hätten.

KESB findet Massnahme «nachvollziehbar und vertretbar» 

Auch die Politik befasste sich mit dem Fall. Das Zürcher Kantonsparlament lehnte eine gesetzliche Grundlage für einen KESB-Pikettdienst ab, wie Grüne und CSP verlangt hatten. Die Geschäftsprüfungskommission bescheinigte den KESB generell gute Arbeit mit verbesserungswürdiger Kommunikation.

Die Direktion der Justiz und des Innern erklärte nach einer Überprüfung, die KESB Winterthur-Andelfingen habe im konkreten Fall «nachvollziehbar und vertretbar» gehandelt. 

Bis heute hat sich der Sturm der Empörung nicht gelegt. Wo immer in der Schweiz ein trauriger Fall publik wird – wie dieser Tage im Kanton St.Gallen –, hagelt es Vorwürfe gegen die KESB. Entweder wird ihr vorgeworfen, sie habe unnötig gehandelt oder sie habe fälschlicherweise nicht gehandelt. 

(sda/phi) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 08.08.2015 23:33
    Highlight Highlight Den Ausreden von Frau Fehr und der Polizei zum Trotz, kann man sich hier ein vertieftes Bild über den psychologischen Instinkt von KESB und KAPO machen. Sie überbieten sich gegenseitig an Einfühlungsvermögen 😒!

    In einem Brief an ihre Eltern hat die Frau, die in Flaach ihre Kinder getötet hat, ihren Suizid angekündigt. Der Vater macht den Behörden Vorwürfe. http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/Fall-Flaach-Mutter-hat-Suizid-im-Brief-angekuendigt/story/20800329
  • Lumpirr01 08.08.2015 09:27
    Highlight Highlight Traurige Geschichte: Nun ist von dieser ehemaligen 4-köpfigen Familie sogar das dritte Opfer zu beklagen, dabei haben doch alle Behörden, insbesondere die KESB und die Gefängnisaufsicht tadellose Arbeit geleistet. Schon etwas traurig und merkwürdig, aber was solls, morgen ist ja wieder normale Tagesordnung und die KESB arbeitet weiter tadellos..................
  • Kaiserin 08.08.2015 08:45
    Highlight Highlight Egal mit welcher Art von Behörde oder welchen Spezialisten auch immer, solche Unglücke, Kindstötungen und Familiendramen wird man nie ganz verhindern können. Es geht um Menschen und komplexe Situationen. Es gibt immer unerwartete Vorfälle und selbst wenn Gefährdungsmeldungen etc vorliegen, kann man nicht vorsorglich alle Kinder immer den Eltern wegnehmen... Es gibt keine totale Sicherheit!
  • _kokolorix 07.08.2015 23:55
    Highlight Highlight was soll den eine behörde tun wenn beide elternteile verhaftet werden? eine fremdplatzierung ist wohl die einzige möglichkeit einigermassen geordnete verhältnisse zu schaffen. normalerweise versucht wenigstens ein elternteil danach eine einigermassen stabile lebenssituation herzustellen damit die kinder wieder in ihre obhut kommen. das eltern die eigenen kinder umbringen ist wirklich kaum vorauszusehen.
  • Maria B. 07.08.2015 23:16
    Highlight Highlight Sie hat es offenbar nicht einfach, diese Kebs, denn was sie auch tut oder unterlässt, es hagelt Kritik von allen Seiten. Während man in Flaach und anderswo beklagt, dass die Kinder zu früh oder überhaupt entzogen wurden, heisst es nun beim aktuellen Staader Babymord im Rheintal, dass die Kebs schon früher hätte gegen das in der Nachbarschaft unbeliebte Paar vorgehen sollen, um das Baby vor ihm in Sicherheit hätte bringen müssen. Wird nun interessant sein, zu beobachten, wie es für diese relativ neue Behörde künftig weitergeht!
  • lily.mcclean 07.08.2015 20:09
    Highlight Highlight Wie man es auch dreht und wendet, traurige Tatsache ist das wenn ein Elternteil seinen Kindern irgendetwas antun will auch jede Behörde (wie viele auch noch gegründet werden ) nichts dagegen machen kann. Oder soll man jezt Eltern 24/7 überwachen lassen? Die KESB kann nichts dafür das die Mutter einen an der Waffel hatte. Und welcher Mensch geht denn schon automatisch davon aus das wenn die Kinder mal für 2 Wochen nach Hause dürfen sie umgebracht werden? Die Leute vergessen gerne das hinter diesen Schreibtischen auch Mütter,Väter, Onkel und Tanten usw sitzen.... und keine hellseher
    • Michael Mettler 07.08.2015 20:33
      Highlight Highlight Wenn das Ihr Kommentar zum Tod eines Menschen ist...
  • Michael Mettler 07.08.2015 19:34
    Highlight Highlight Ich verstehe das eine Mutter eine solche Entscheidung trifft. Schade
    • Michael Mettler 08.08.2015 08:09
      Highlight Highlight Sich selber. Bei den Kindern ist es nicht so einfach zu verstehen...

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