Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Amurtiger im Zoo Z

Bild: sda

Tierpflegerin wird im Zoo Zürich von Tiger angegriffen und tödlich verletzt



Tragisches Unglück im Zoo Zürich: Eine 55-jährige Tierpflegerin ist am Samstagnachmittag von einem Tiger angefallen und getötet worden. Weshalb Tigerweibchen Irina auf die Pflegerin losging, ist noch unklar.

Ein Zoo-Besucher musste das tragische Ereignis um halb zwei Uhr am Nachmittag mitansehen. Er schlug Alarm, worauf sofort mehrere Zoo-Mitarbeitende zur Tiger-Anlage ausrückten und versuchten, ihrer Kollegin zu helfen. Irgendwann gelang es ihnen, Tigerweibchen Irina von seinem Opfer wegzulocken, es zu beruhigen und zu separieren.

«Für die Frau kam leider jede Hilfe zu spät», sagte Judith Hödl, Sprecherin der Stadtpolizei Zürich, vor den Medien. Sie sei noch im Tigergehege gestorben. Bei der getöteten Pflegerin handelte es sich um eine langjährige Mitarbeiterin. Weitere Angaben zu ihrer Person und ihrer Arbeit im Zoo machte die Polizei nicht.

Pfleger und Tiger nie im selben Raum

Eigentlich werden die Tiger im Zoo Zürich ohne menschlichen Kontakt gepflegt. Das heisst, dass Pfleger und Tiger nie im selben Raum sein dürfen. Weshalb dies hier nicht der Fall war, wird nun untersucht. Das Institut für Rechtsmedizin sicherte Spuren, die weitere Untersuchung wird nun von der Staatsanwaltschaft geführt.

Die Amurtigerin Irina wurde nach dem Unglück in einen abgetrennten Bereich gesperrt. Was nun mit ihr passiert, ist offen. Das hänge von den Untersuchungsergebnissen ab. Irina ist fünf Jahre alt und seit vergangenem Sommer im Zoo Zürich. Davor lebte sie in Dänemark.

Zoo Direktor Severin Dressen, rechts, spricht neben Judith Hoedl, Mediensprecherin der Stadt Polizei Zuerich, am Samstag, 4. Juli 2020 an der Medienkonferenz im Zoo Zuerich zum Unfall im Tigergehege, wo eine Tierpflegerin von einem weiblichen Tiger angegriffen und toedlich verletzt wurde. In der Tigeranlage leben zwei erwachsene Amurtiger: das rund fuenfjaehrige Weibchen Irina und das viereinhalbjaehrige Maennchen Sayan. (KEYSTONE/Ennio Leanza).Zoo Director Severin Dressen, right, is speaking next to Judith Hoedl, Media spokeswoman of the city police of Zurich, at the media conference at the Zoo Zurich about the accident in the tiger enclosure where a female keeper was attacked and fatally injured by a female tiger, in Zurich, Switzerland Saturday, July 4, 2020. Two adult Amur tigers live in the tiger enclosure: the five-year-old female Irina and the four-and-a-half-year-old male Sayan.  KEYSTONE/Ennio Leanza)

Die Sprecherin der Stadtpolizei Judith Hoedl und der Zoo Direktor Severin Dressen informieren die Medien. Bild: keystone

Bisher habe sich Irina absolut normal, also «tigermässig» verhalten, sagte Zoo-Direktor Severin Dressen. Der 32-jährige Direktor, der erst seit wenigen Wochen in Zürich tätig ist, reagierte sichtlich betroffen auf das tödliche Unglück. «Es ist tragisch, eine Mitarbeiterin auf diese Weise zu verlieren», sagte er.

Seinen Einstieg in Zürich hatte sich Dressen wohl anders vorgestellt. Ein solch tragisches Ereignis gab es im Zürcher Zoo seit Jahrzehnten nicht mehr. Im vergangenen Dezember wurde zwar eine Pflegerin von einem Krokodil in die Hand gebissen, verglichen mit dem tödlichen Angriff ging der Vorfall damals jedoch glimpflich aus. Die Pflegerin überlebte, das Krokodil wurde erschossen.

Zoo bleibt am Sonntag zu

Aufgrund des tragischen Vorfalls vom Samstag bleibe der Zoo am Sonntag aus Pietätsgründen geschlossen, teilte der Zoo mit. «Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Mitarbeiterin», hiess es am Samstagabend auf Twitter. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zwei St. Galler Bauern sollen Tierseuche verbreitet haben

Ein St. Galler Landwirt und sein Sohn werden beschuldigt, vorsätzlich kranke Kälber verkauft zu haben. Ausserdem sollen sie mittels fingierter Bestandslisten zu hohe Direktzahlungen erhalten haben. Am Dienstag hat der Prozess am Kreisgericht Wil mit einem Augenschein auf dem Hof der Beschuldigten begonnen.

Die beiden Landwirte hatten auf ihrem Familienbetrieb in den Jahren 2008, 2012 und 2016 Fälle der Bovinen Virus-Diarrhoe (BVD), die fast ausschliesslich Rinder befällt. Gefährlich ist die …

Artikel lesen
Link zum Artikel