Schweiz
Zürich

Protestaktion nach Entlassung von schwulem Lehrer in Pfäffikon

Nach Entlassung von schwulem Lehrer in Pfäffikon: Über 300 Menschen gehen auf die Strasse

27.04.2024, 18:4528.04.2024, 12:11
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Vor zwei Wochen machte der «Zürcher Oberländer» publik, dass die Primarschule Obermatt in Pfäffikon ZH einem schwulen Lehrer gekündigt hatte. Konservative Eltern hatten sich über den offen homosexuellen Lehrer beschwert, die geäusserten Vorwürfe erwiesen sich jedoch als haltlos.

Am Samstag haben sich als Reaktion auf den Entscheid der Schulleitung über 300 Personen in Pfäffikon versammelt, dies berichtet der «Blick».

Unter den Demonstrierenden befanden sich Eltern von Schülern des entlassenen Lehrers, ausserdem ortsansässige Personen und Mitglieder von mehreren linken Parteien, wie aus einer Mitteilung der Juso Zürich Oberland hervorgeht.

Die Teilnehmenden der Protestaktion forderten eine gründliche Aufarbeitung des Falles, Lehrpersonen und Schüler sollten gegen Diskriminierung zudem besser geschützt werden. Dafür sei nebst weiteren Massnahmen ein Gesetz gegen die Diskriminierung von queeren Menschen am Arbeitsplatz notwendig.

Auch die Folgen der Kündigung des Lehrers wurden von den Demonstrierenden hervorgehoben. Sie sorge dafür, dass sich Lehrpersonen im Sexualkundeunterricht nicht mehr trauten, über die vielfältigen Formen von Sexualität und Identität zu sprechen. Für die heranwachsenden Kinder könne dies verheerende Folgen haben.

Mit ihrem Vorgehen würden die Schulleitung und die Behörden Existenz und Identität von queeren Lehrpersonen und Kindern bedrohen, Hass und Diskriminierung würden legitimiert.

Das Organisationskomitee der Kundgebung bezeichnet das Zürcher Oberland als «Epizentrum für Freikirchler, Fundamentalisten und rechts-esoterische Bildungseinrichtungen». Dies mache Hetze gegen queere Menschen in der Region omnipräsent.

Die Schulpflege hat eine interne Aufarbeitung angekündigt, vom Zürcher Lehrerverband gab es scharfe Kritik. Der entlassene Lehrer hatte auf eine Klage verzichtet.

(rst)

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150 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ginguläri
27.04.2024 19:02registriert Februar 2024
Vielleicht sollte sogar kantonal gegen diese Kündigung protestiert werden.
Im 21. Jahrhundert darf so etwas einfach nicht mehr möglich sein.
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Heini Hemmi
27.04.2024 19:46registriert November 2017
Wie so oft stinkt auch hier der Fisch am Kopf. Die Schulleitung hätte sich das nie erlaubt, wenn der Schulpräsident nicht selber ein religiöser Eiferer wäre. Ich kann es nicht genug oft wiederholen: Religion und Weltanschauung ist Privatsache und hat nichts in einem öffentlichen Amt verloren. Darum gehören Parteien wie die EVP, die beides vermischen, verboten.
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Wir (M)Ostschweizer*innen nun im Süden
27.04.2024 18:55registriert Juni 2019
Leitbild eine der Pfäffiker ZH Kirche
"Dies geschieht in erster Linie durch das Vorleben des christlichen Glaubens. Dazu gehört das soziale Engagement, das Reden über den Glauben und die Liebe zu allen Menschen."
Augenmerk auf ...."und die Liebe zu allen Menschen."
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