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This photo provided by the California National Primate Research Center shows a nursing rhesus macaque monkey in 2013. In a study of hundreds of milk samples, researcher Katie Hinde of Harvard University found that nursing rhesus macaque monkeys made different milk for daughters versus sons. Scientific insights to mother’s milk might someday help doctors provide better advice to nursing mothers, or suggest ways to improve infant formula. The studies raise questions for human babies, too, about how to choose the donor milk that's used for hospitalized preemies, or whether to explore gender-specific infant formula. (AP Photo/California National Primate Research Center, Kathy West)

Versuche mit Rhesusaffen sollen wieder erlaubt werden. 
Bild: ap/California National Primate Research Center

In Zürich sollen wieder Versuche mit Affen stattfinden: Ist das in Ordnung oder nicht?

Der Zürcher Regierungsrat befürwortet einen Tierversuch mit Rhesusaffen am Institut für Neuroinformatik (INI) der ETH und der Universität Zürich. Er hat einen Rekurs von drei Mitgliedern der Tierversuchskommission abgewiesen.



Das kantonale Veterinäramt hatte im Juli 2014 das Gesuch für Tierversuche mit Affen mit Auflagen gutgeheissen. Dagegen legten drei Mitglieder der Tierversuchskommission beim Regierungsrat Rekurs ein und forderten die Aufhebung der Tierversuchsbewilligung.

Dieser wurde nun abgewiesen, wie der Zürcher Regierungsrat am Donnerstag mitteilte. Angesichts der erwarteten Erkenntnisse für die psychiatrische Forschung sei der geplante Tierversuch von erheblicher Bedeutung, heisst es in der Begründung.

Der Regierungsrat anerkenne daneben aber auch das Schutzbedürfnis von Tieren, an denen Versuche durchgeführt werden. Bei der Interessenabwägung sei man jedoch zum Schluss gekommen, dass das Interesse der Gesellschaft am angestrebten Erkenntnisgewinn stärker wiege.

Was hältst du von den Versuchen mit Rhesusaffen?

Affen leiden nicht übermässig

Laut Regierungsrat weist der geplante Tierversuch den Schweregrad 3 auf. Die Belastung der Tiere sei aber geringer als bei früheren Versuchen. Den Tieren würden keine übermässigen Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt.

Im Rahmen des Tierversuchs wollen Forscher bei Rhesusaffen die Aktivität von Nervenzellen messen und so Erkenntnisse zur Funktionsweise des präfontalen Cortex gewinnen. Das ist jener Gerhirnteil, der dem Menschen viele seiner kognitiven Fähigkeiten erlaubt.

Forschende der ETH und der Universität Zürich wollen nun mittels einer neu entwickelten Methode die komplexen Nervennetze im präfontalen Cortex aufschlüsseln. Sie versprechen sich davon wegweisende Ansätze für die künftige Behandlung von psychischen Erkrankungen, wie die Uni Zürich schreibt.

Für Forschung unabdingbar

Für den Prorektor für Medizin und und Naturwissenschaften der Universität Zürich, Christoph Hock, sind die Tierversuche unabdingbar. Trotz modernster bildgebender Verfahren sei die Abbildung von Prozessen im menschlichen Gehirn gegenüber tierexperimentellen Techniken nach wie vor sehr limitiert.

An Rhesusaffen sollen das Entscheidungsverhalten und die zugrunde liegenden neuronalen Prozessen untersucht werden. Dabei lösen drei Tiere Verhaltensaufgaben, wie sie bei Menschen zur Untersuchung von psychischen Erkrankungen angewendet werden.

Gleichzeitig wird die Aktivität des präfontalen Cortex gemessen und mit einem neu entwickelten Algorithmus analysiert. Aufgrund der ähnlichen Hirnstrukturen von Mensch und Affe kann laut Projektleiter Valero Mante mit diesen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen auf die Abläufe im menschlichen Gehirn geschlossen werden.

Ob die Versuche am INI tatsächlich durchgeführt werden können, ist noch offen. Der Entscheid des Zürcher Regierungsrates ist noch nicht rechtskräftig. Er kann an das Verwaltungsgericht oder gar bis ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Tierschutzorganisationen sind beunruhigt

Tierschutzorganisationen sind enttäuscht über den Entscheid der Zürcher Regierung. Sie habe sich über «erhebliche ehtische Bedenken» und die einschlägige bundesgerichtliche Rechtssprechnung hinweggesetzt, schreibt die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) in einer Mitteilung.

Auch der Zürcher Tierschutz spricht von einem «rückwärtsgewandten Entscheid». Damit würden schwer belastende Primatenversuchen an der ETH und an der Uni Zürich wieder Tür und Tor geöffnet und ein wegweisender Entscheid des Bundesgerichts quasi umgestossen.

2009 hatte das höchste Gericht nach einem mehrjährigen Rechtsverfahren einen Tierversuch mit Primaten untersagt. Ausschlaggebend war die schwere Belastung, die den Tieren im Versuch hätten zugefügt werden sollen. Geplant war die Implantation von Elektroden ins Gehirn sowie eine Kopfhalterung am Schädel, die zur Fixierung der Affen im so genannten «Primatenstuhl» dienen sollte. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • El Schnee 11.12.2015 13:29
    Highlight Highlight Wenn dann mal Affen beginnen Computer zu bauen, können wir einpacken, nicht nur in ethischer Hinsicht ...
    https://www.facebook.com/scienze.fanpage/videos/890153201091909/
  • Narisia 11.12.2015 11:10
    Highlight Highlight Kurzer Input gemäss Ärzte gegen Tierversuche:
    "92% der potentiellen Arzneimittel, die sich im Tierversuch als wirksam und sicher erwiesen haben, kommen nicht durch die klinische Prüfung (5), entweder wegen mangelnder Wirkung oder wegen unerwünschter Nebenwirkungen. Von den 8% der Wirkstoffe, die eine Zulassung erhalten, wird die Hälfte später wieder vom Markt genommen, weil sich beim Menschen weitere schwerwiegende, oft sogar tödliche Nebenwirkungen herausstellen. (6) "

    Nachzulesen auf : http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemein/248-warum-tierversuche-nicht-notwendig-sind
    • G.Oreb 11.12.2015 12:02
      Highlight Highlight Du hast den Artikel aber schon gelesen? Es geht hier um Verhaltensversuche. Den Tieren passiert nichts, sie bekommen eine Aufgabe die sie lösen sollen während ihre Hirnströme gemessen werden. Das funktioniert mit einer art Kappe, an die Sensoren angeschlossen sind (an die Kappe, nicht eingepflanzt in den Affen...) Soll man jetzt allen Etern verbieten, dem Kind im Winter eine Kappe anzuziehen? Den Tieren gets mindestens gut wie denen im Zoo. Ich bin gegen Tierversuche, das ist aber für mich keiner.
    • Narisia 11.12.2015 13:02
      Highlight Highlight "Laut Regierungsrat weist der geplante Tierversuch den Schweregrad 3 auf. "
      Schweregrad 3 ist übrigens der höchste Grad, den Tieren passiert also sehr wohl etwas.

      Übersicht über die verschiedenen Einteilungen:
      http://biotechlerncenter.interpharma.ch/2291-einteilung-der-tierversuche
    • lily.mcclean 11.12.2015 15:51
      Highlight Highlight @g.oereb
      wenn es denn soooooo harmlos ist, wieso macht man die Tests dann nicht mit Menschen?
  • Bowell 11.12.2015 10:53
    Highlight Highlight Wiedereinmal eine absolut tendenziöse Umfrage, wie man es sich (leider) mittlerweile von Watson gewohnt ist...
    • corsin.manser 11.12.2015 11:14
      Highlight Highlight Welche Antwortmöglichkeit fehlt dir denn?
    • Oberon 11.12.2015 11:31
      Highlight Highlight Das würde mich auch interessieren, teile den Lesern doch auch mit was jetzt an der Abstimmung für dich nicht geht.
    • G.Oreb 11.12.2015 12:07
      Highlight Highlight Ich finde das in Ordnung. Solange es den Tieren gut geht.

      Die Tiere werden nicht ein "bisschen" besser behandelt. Sie werden artgerecht gehalten. Dolie Umfrage ist so gestellt, als würden die Tiere gequält werden. Werden sie aber nicht. Ich frage mich allgemein was der Artike soll, ein Polizeihund wird auch dazu abgerichtet dass er aufgaben erledigt für sein Herrchen, wieso soll das hier nicht erlaubt sein?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Frausowieso 11.12.2015 09:37
    Highlight Highlight Im Vergleich zur Lebensmittelproduktion geht es hier um sehr wenige Tiere. Täglich sterben für Lebensmittel mehr Tiere, als jährlich für Medikamente. Es landet ein mehrfaches an Fleisch im Abfall, als für Versuche verwendet wird. Dabei ist der Konsum von Fleisch nicht lebensnotwendig, im Gegenteil zu diversen Medikamenten. Ein Nutztier leidet nicht weniger, als ein Versuchstier. Versteht mich nicht falsch, ich bin gegen jegliche Tierversuche. Wer aber Fleisch isst und sich über Versuchen empört, der ist ein Meister im Verdrängen.
  • Hattori_Hanzo 11.12.2015 09:34
    Highlight Highlight Ganz allgemein gegen Tierversuche wettern und dann doch kein einziges Mal drauf achten ob die gekauften Kosmetika an Tieren getestet werden, das nenn ich scheinheilig. (trifft selbstverständlich nicht auf alle zu). Ich selbst stehe medizinischen Tierversuchen sehr kritisch gegenüber und bin mir nicht sicher ob der Beschriebene Versuch gerechtfertigt ist. Ich vertraue in diesem Fall aber den Zuständigen Behörden. (Evt. wird die Bewilligung ja doch noch aufgehoben)
    • Shlomo 11.12.2015 10:30
      Highlight Highlight Alle Kosmetika wurden früher an Tieren getestet. Selbst die sogenannt Tierversuchsfreien von z.B. The Body Shop. Die genannte Firma hat einfach jeweils Zutaten verwendet die von einer anderen Firma bereits getestet wurde.
    • Frausowieso 11.12.2015 12:09
      Highlight Highlight Tierversuche für Kosmetik sind schon seit einigen Jahren verboten. Zudem gibt es heute viele Firmen die sogar vegane Kosmetik anbieten. Ich verstehe Deinen Punkt von wegen scheinheilig. Z.B werden viele Reinigungsmittel getestet. Hierbei würde ich auf Marken wie z.B Frosch ausweichen. Die Leute haben im Alltag wenig Bewusstsein für den Background ihrer Konsumgüter.
    • Hattori_Hanzo 11.12.2015 18:47
      Highlight Highlight Danke für die info, das Kosmetiktierversuche schon verboten sind wusste ich nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lily.mcclean 11.12.2015 09:10
    Highlight Highlight Warum denn genau kann man für diese tests keine menschen nehmen? Meiner Meinung nach sollte man keine Tests an Tieren durchführen, die man an Menschen nicht durchführen würde. Es ist nicht unser Recht andere Lebewesen so zu behandeln.
    • Datsyuk * 11.12.2015 10:09
      Highlight Highlight Ja, so ist es..!
  • kliby 11.12.2015 08:47
    Highlight Highlight In einer bürgerlichen Gesellschaft sollte sowas eigentlich kein Thema sein. Wir müssen schliesslich unser Geld verdienen, und wenn wirs nicht machen, verlieren wir unsere Arbeitsplätze und die Schweiz wird unnattraktiv für die Zuwanderung.
    • Duweisches 11.12.2015 09:20
      Highlight Highlight Hört sich stark nach Ironie an?
    • Datsyuk * 11.12.2015 10:16
      Highlight Highlight Ich hoffe es.. Der Versuch, Leiden an Tieren durch Sicherung oder Schaffung von Arbeitsplätzen zu legitimieren, lässt auf keine Empathie für diese Tiere schliessen. Der Ausdruck "Tier" macht es wohl einfacher, "Tiere" zu unseren Gunsten leiden zu lassen. Der Mensch selbst aber ist auch ein Tier (Säugetier). Unsere vermeintliche Überlegenheit sollten wir zum Wohl anderer Tiere einsetzen, nicht zum Nachteil dieser.
    • Frausowieso 11.12.2015 12:13
      Highlight Highlight @kliby sagt schlussendlich die Wahrheit. Da kann man verdrängen, wie man möchte. Der Mensch wird sein Wohl immer über das der Tiere stellen. Überlegt doch mal, wo der Mensch überall Tiere für seine Zwecke missbraucht. Zudem nimmt das Interesse am Tierschutz stetig ab. Ansonsten würden nicht so viele mit Pelzkragen rumlaufen und sich täglich Fleisch gönnen.
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