Schweiz
Zentralschweiz

Luzerner bergen seltenen Schiffsmotor vom Grund des Vierwaldstättersees

Luzerner bergen seltenen Schiffsmotor vom Grund des Vierwaldstättersees

14.10.2015, 14:3614.10.2015, 16:17
Das Wrack der «MS Flora» liegt in 66 Metern Tiefe auf dem Grund des Vierwaldstättersees im Kreuztrichter bei Küssnacht.
Das Wrack der «MS Flora» liegt in 66 Metern Tiefe auf dem Grund des Vierwaldstättersees im Kreuztrichter bei Küssnacht.
Bild Verkehrshaus Luzern

Das Verkehrshaus Luzern hat am Mittwoch einen 1899 gesunkenen, seltenen Schiffsantrieb in einer aufwändigen Aktion vom Grund des Vierwaldstättersees bergen lassen. Der Petrolmotor stellt technikgeschichtlich den Übergang von der Dampfmaschine zum Benzinmotor dar.

Die Bergung fand beim Kreuztrichter unmittelbar beim Eingang zum Küssnachter Arm des Vierwaldstättersees statt. Das Schiffswrack mit dem 12 PS starken Zwei-Zylinder-Petrolmotor der Firma Saurer befand sich in 66 Metern Tiefe.

In einer mehrstündigen Aktion wurde der Motor mit Gurten und einem Joch an die Oberfläche gebracht, per Schiff ans Ufer transportiert und auf einen Lastwagen gehievt, wie ein Sprecher des Verkehrshauses auf Anfrage sagte. Ausgestellt wird das kurz gereinigte und mit Korrosionsschutz präparierte Exponat ab Donnerstag in der Schiffshalle des Verkehrshauses in Luzern.

Die Bergung hätte bereits im September stattfinden sollen. Schlechtes Wetter und technische Schwierigkeiten zögerten diese allerdings hinaus.

Petrolmotoren lösten im 19. Jahrhundert mehrfach Dampfmaschinen ab, weil für sie weniger Personal nötig war, und sie im Bezug auf den Brennstoffverbrauch einen ökonomischeren Betrieb versprachen. Noch vor 1900 erfolgte allerdings das Ende der kurzen Blütezeit. Benzin wurde vergleichsweise billig und wies eine höhere Motorenwirkung auf.

Wrack im Jahr 2000 entdeckt

Der geborgene Motor trieb den Transportnauen «MS Flora» an, der am 9. Dezember 1899 früh morgens bei einer Überfahrt von Buochs NW nach Seeburg LU mit 40 Tonnen Sand und fünf Männern an Bord gesunken war. Die Besatzung ertrank. Die Unfallursache ist unklar. In der Unglücksnacht herrschte starker Nordwind.

Jetzt auf

Taucher waren im Jahr 2000 auf das Schiffswrack gestossen. Die Luzerner Kantonsarchäologie und das Verkehrshaus vereinbarten laut Mitteilung des Museums in einem umfangreichen Bewilligungsverfahren, dass der Motor Eigentum des Verkehrshauses wird.

Der Motor wurde am Grund des Sees zunächst von einem Roboter von Schlick befreit. Spezialisten lösten bei mehreren Tauchgängen, die aufgrund der Wassertiefe jeweils nur rund 15 Minuten dauerten, den mit Schrauben befestigten Motor vom Rumpf. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
On drohte der Schweiz mit Staatsklage wegen Kreuz – die Sonntagsnews
Eine neue Entlassungsrunde beim Staatssekretariat für Migration und der Druck von On auf die Schweizer Behörden: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Der Bund will nach Angaben der «SonntagsZeitung» die Pflicht von drei Stunden Schulsport ersatzlos aus dem Gesetz streichen. Das entnahm die Zeitung einem Zwischenbericht des zuständigen Finanzdepartements von Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Der Bund habe zwar die Hoheit über den Sportunterricht, die Kantone würden ihn aber vollständig finanzieren. Deshalb sollen sie künftig über die Anzahl Turnstunden entscheiden, heisst es laut der Zeitung im Projekt «Entflechtung 27». Sollte das Obligatorium wegfallen, müsste manche klamme Gemeinde gemäss der «SonntagsZeitung» keine Turnhalle mehr bauen. Alle Kinder müssten das gleiche Anrecht auf Bewegung bekommen, wehrte sich der Verband für Sport und Schule. Auch das Bundesamt für Sport sei gegen die Abschaffung, schrieb die Zeitung unter Verweis auf gut unterrichtete Quellen.
Zur Story