Schweiz
Zürich

Stadt Zürich verdoppelt Ausgaben für Synagogen-Schutz

Stadt Zürich verdoppelt Ausgaben für Synagogen-Schutz

Die Stadt Zürich verdoppelt ihren Beitrag an den Schutz von jüdischen Einrichtungen. Das Parlament hat die Vorlage am Mittwoch ohne Gegenstimmen genehmigt.
14.01.2026, 18:5914.01.2026, 19:45

Die Beiträge werden rückwirkend auf das Jahr 2024 von einer Million auf zwei Millionen Franken verdoppelt. Auch der Kanton Zürich verdoppelte seine Beiträge bereits von einer Million auf zwei Millionen. Zudem beteiligt sich der Bund an den Sicherheitskosten.

Insgesamt stehen pro Jahr damit acht Millionen Franken für bauliche Massnahmen und Sicherheitspersonal bereit. «Es ist nachvollziehbar, dass jüdische Organisationen um mehr Unterstützung gebeten haben», sagte Michael Schmid (AL). Seit der Eskalation des Nahost-Konfliktes seien ihre Einrichtungen verstärkt bedroht.

Auch für die SP war klar, dass die Stadt das Geld genehmigen musste. «Sicherheit ist keine Privatsache, sondern Aufgabe des Rechtsstaates», sagte Severin Meier. Für GLP-Gemeinderat Sven Sobernheim sind es «vergleichsweise kleine Kosten, die aber viel Schutz und Sicherheit geben».

Obwohl mit dem Geld hauptsächlich jüdische Einrichtungen geschützt werden, können auch andere Minderheiten Unterstützung beantragen, etwa muslimische Gemeinschaften oder LGBTQ-Communities.

Anklage gegen Jugendlichen

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle bewegt sich in der Schweiz seit Kriegsausbruch im Nahen Osten auf einem beispiellos hohen Niveau. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 221 Vorfälle registriert. Die Zahlen von 2025 sind erst im Frühling verfügbar.

Einer dieser 221 Vorfälle war der Messerangriff eines damals 15-jährigen eingebürgerten Tunesiers auf einen orthodoxen Juden. Der niedergestochene Mann überlebte schwer verletzt. Der mutmassliche Täter befindet sich nach wie vor in einer geschlossenen Einrichtung.

Wie es am Mittwoch bei der Oberjugendanwaltschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA hiess, ist bisher noch keine Anklage gegen den Jugendlichen erhoben worden. Dies werde voraussichtlich im ersten Quartal passieren, also bis Ende März. (hkl/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
13 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Fretless Guy
14.01.2026 20:24registriert Juli 2018
"Stadt Zürich verdoppelt Ausgaben für Synagogen-Schutz"
Das wird aber einen Teil der Wählerschaft sehr enttäuschen.
Eigentlich eine Schande dass es so was benötigt.
338
Melden
Zum Kommentar
avatar
AkitasWithAloha
14.01.2026 21:01registriert Oktober 2025
Ja wieso den das ? Also an rechten liegt es sicher nicht
2915
Melden
Zum Kommentar
13
166 Passagiere an Bord: Swiss-Pilot wird bei Landeanflug bewusstlos
Auf einem Flug von Zürich nach Nizza im Jahr 2018 kam es zu einer brenzligen Situation. Während des Landeanflugs wurde der Flugkommandant bewusstlos.
Der Flug mit der Nummer LX564 und 166 Passagieren an Bord startete am 26. August 2018 abends in Zürich. Ziel: Nizza in Frankreich. Die Maschine, ein Airbus 320-214, wurde auf diesem Flug vom damals 28-jährigen Copiloten geflogen, der Kommandant assistierte. Der Start und der Reiseflug verliefen ereignislos, um 20.28 Uhr wurde der Sinkflug eingeleitet und die Besatzung besprach das Landungsverfahren.
Zur Story