Schweiz
Zürich

Zürcher Regierungsrat will keine 365-Franken-Abos

Zürcher Regierungsrat will keine ÖV-Abos für 365 Franken

05.02.2026, 15:4405.02.2026, 15:44
Zwei VBZ Flexity-Trams der Linie 11, links und Mitte, und ein VBZ Cobra-Tram der Linie 10 verkehren auf der Bahnhofstrasse am Paradeplatz, fotografiert am 20. November 2020 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaeta ...
Für 365 Franken im Jahr sollen die Zürcher den ÖV nutzen können – aber nicht, wenn es nach dem Regierungsrat geht.Bild: KEYSTONE

Der Zürcher Regierungsrat hat sich gegen 365-Franken-Abos ausgesprochen. Die SP fordert diese für eine bis zwei Zonen des öffentlichen Verkehrs, analog zur Stadt Zürich. Auch von weiteren Vorstössen der SP für den öffentlichen Verkehr hält der Regierungsrat wenig.

Die Stimmberechtigten der Stadt Zürich konnte die SP überzeugen: Rund 63 Prozent sprachen sich im September 2025 für ein 365-Franken-Abo aus. Zurzeit kostet das Jahresabonnement für Bus, Bahn und Tram noch 813 Franken. Die erwarteten jährlichen Kosten von 140 Millionen muss die Stadt berappen. Wann das Abo eingeführt wird, ist noch offen.

Die SP will via Motion auch dem Rest des Kantons günstige Abos verschaffen. Zusammen mit sechs weiteren ÖV-Vorstössen reichte sie diese ein. Die am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahmen des Regierungsrats fielen negativ aus. Er halte das vergünstigte Abo nicht für die wirksamste Massnahme zur Förderung des öffentlichen Verkehrs, heisst es in der Stellungnahme des Regierungsrats.

Wien erhöhte Kosten wieder

Der Regierungsrat verweist auch auf Wien. Die österreichische Hauptstadt führte das 365-Euro-Abo 2012 ein. Die Verbilligung um 84 Euro habe aber keine nachhaltige Verlagerung zum ÖV ergeben. Und: «Die Preise wurden auf den 1. Januar 2026 um fast 100 Euro erhöht.» Dies, um den Deckungsbeitrag an die ÖV-Kosten anzupassen.

Sollte das günstige Abo kommen, drohten laut Regierungsrat hohe Kosten. Wenn die Stadt von mindestens 140 Millionen Franken ausgehe, würden diese im Kanton schon aufgrund der Einwohnerzahl dreimal so hoch ausfallen. Dabei betrage der Deckungsgrad des Verkehrsverbunds nur 63 Prozent. Den Rest, über 417 Millionen, übernähmen schon heute Kanton und Gemeinden.

Weitere Vorstösse der SP betreffen etwa ein schnelles Realisieren neuer ÖV-Linien oder den Aufbau von Bahnlinien, die nicht durch die Bahnhöfe Winterthur und Zürich fahren müssen. Der Kantonsrat wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen mit dem Vorstosspaket befassen. (sda)

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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Eckhardt
05.02.2026 19:53registriert Juni 2024
Die „Grossstadt“ Wien führt also sein Abo für rund 400 Fr wieder ein, das ist jedoch immer noch weniger als die Hälfte dessen, was aktuell das Abo für die „Kleinstadt“ Zürich allein kostet.
Ich würde mehr Druck erwarten in Zürich, bezüglich Informationen wie und wann es mit dem neuen Abo nun weitergeht. Es geschieht nichts oder es wird nichts kommuniziert, obwohl der Volksentscheid klar war. Es ist verständlich, dass die Betreffenden keine Freude an der Einführung des Abos haben werden. So kommt es aber auch rüber.
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