«Jemand muss eingebrochen sein»: Jetzt sprechen zwei Freimaurer zum Brand in der Loge
In der Nacht auf Montag brannte beim Lindenhof in der Stadt Zürich ein Gebäude. Dies meldete Schutz & Rettung Zürich. Wie sich später herausstellte, handelte sich nicht um ein beliebiges Gebäude, sondern um das sogenannte «Modestia cum Libertate», in der sich die Freimaurer-Loge der Stadt befindet.
Was genau passiert ist, bleibt bislang unklar – doch zwei Freimaurer haben einen Verdacht, wie sie gegenüber dem Tages-Anzeiger erklären. Sie würden von Brandstiftung ausgehen, sagen sie. Und führen aus: «Jemand muss in der Nacht ins Gebäude eingebrochen sein.» Als Beweis legte er ein Bild vor, auf welchem eingeschlagene und leergeräumte Vitrinen zu sehen sind. Darin sollen sich zuvor Gehstöcke mit eingravierten Griffen und wertvolle Bilder der Freimaurer befunden haben.
Beitrag der «Weltwoche» löste Diskussionen aus
Zudem sei dem Brand eine heftige Online-Diskussion vorangegangen, berichten die beiden. Ausgelöst wurde diese von einem Beitrag der Zeitung «Weltwoche»: In einem Video zeigten Chefredaktor Roger Köppel und Ex-SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli den Lindenhof und thematisierten dabei auch die Loge. Dies sorgte bei den «Weltwoche»-Usern offenbar für Empörung: So finden sich sowohl auf der Homepage selbst als auch auf Youtube zahlreiche verschwörungstheoretische Kommentare.
«Im 33. Grad wird Satanismus praktiziert», so etwa ein User. Und ein anderer meinte: «Eine ziemlich verharmlosende Beschreibung der Freimaurer, einem okkulten Geheimbund bei dem man – ähnlich wie bei Scientology – höhere Ränge erreichen muss.»
«Es ist schlimm, welcher Unsinn über uns kursiert», so einer der Freimaurer gegenüber dem Tages-Anzeiger. In so einer Phase erscheine es ihm realistisch, dass gewisse Leute schnell zur Tat greifen.
Polizei schliesst Delikt nicht aus
Die Polizei will sich bislang nicht festlegen. Ein Delikt könne aber derzeit nicht ausgeschlossen werden, schreibt die Polizei in einer Medienmitteilung.
Weiter heisst es, dass ein Einbruch in ein Nebengebäude angezeigt wurde. Ob dieser mit dem Brand zusammenhängt, ist unklar. Die Polizei sucht Zeugen – wer Hinweise hat, soll sich unter der Nummer 0 444 117 117 melden.
Keine Verletzten
Beim Brand in der Loge gab es keine Verletzten. Die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Gebäude konnten sich mehrheitlich selbst in Sicherheit bringen. Insgesamt verliessen 20 bis 30 Personen die Gebäude, sagte ein Sprecher von Schutz und Rettung. Diese konnten im Verlaufe des Morgens wieder zurück in ihre Wohnungen.
Der Sachschaden ist hingegen gross. Laut dem Pikettoffizier hingen im Erdgeschoss des Gebäudes Kunstwerke, die «vermutlich alle verbrannt sind». Inwendig sei alles schwarz. Gemäss der Stadtpolizei Zürich entstand ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken. (dab)
