SDA Meldungen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

IAEA-Chef Amano tot - Chef-Überwacher des iranischen Atomprogramms



Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, Yukiya Amano, ist tot. Das teilte die Uno-Behörde am Montag mit. Der Japaner wurde 72 Jahre alt. Er hatte in letzter Zeit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Die IAEA-Flagge am Uno-Gebäude in Wien werde auf halbmast gesetzt, so die Behörde weiter. Amano leitete die IAEA seit knapp zehn Jahren.

Die Behörde spielt weltweit eine entscheidende Rolle bei der Überwachung der friedlichen Nutzung der Kernenergie. So überprüft sie seit 2016 mit strengen Kontrollen die Einhaltung der Auflagen des Atomabkommens mit dem Iran.

Strikte Sachlichkeit war Amanos Programm. Er war so etwas wie die Verkörperung der Unaufgeregtheit. Leise und stets in sachlichem Ton trat er auf. Das galt auch in der aktuell härtesten Bewährungsprobe der Behörde: der Überwachung des laut Abkommens rein zivilen Charakters des iranischen Atomprogramms.

Amano wusste, dass die Uno-Behörde ihre Aufgabe nur durch strikte Unparteilichkeit erfüllen kann. Die Partner des Abkommens - Russland, China, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland - sowie die 2018 ausgestiegenen USA schauten äusserst genau auf die Prüfergebnisse der IAEA.

Amano hatte Ende 2009 die Nachfolge von Mohammed el Baradei angetreten, der für sich und seine Behörde den Friedensnobelpreis holte. Unter Amano rückten auch IAEA-Aufgaben in den Vordergrund, die vorher kaum öffentlich wahrgenommen worden waren.

Fukushima als «Weckruf»

Amano sprach vermehrt über die Chancen der Nuklearenergie bei der Bekämpfung von Krebs oder Hunger. Schon früh kündigte er an, die Behörde zwischen ihren beiden Aufgaben - der Überwachung und der Förderung der Nutzung von Atomenergie - ausbalancieren zu wollen.

Für den Japaner, in seiner Funktion einer der weltweit wichtigsten Fürsprecher der Atomenergie, war das Unglück von Fukushima ein «Weckruf». Seitdem sei die Atomenergie noch sicherer geworden, auch wenn Unglücke wie in jeder Industrie nie ganz auszuschliessen seien, sagte er 2012 der Nachrichtenagentur dpa.

Er wies darauf hin, dass menschliches Versagen in Fukushima eine entscheidende Rolle gespielt habe. Dort war es 2011 nach einem Erdbeben zu einer Kernschmelze gekommen.

Gesundheitliche Probleme

Amano hatte in Tokio Jura studiert und trat 1972 in die Dienste des japanischen Aussenministeriums ein. Als Experte für Atomfragen führte er viele internationale Verhandlungen zur nuklearen Abrüstung und war als Diplomat unter anderem in Washington und Brüssel tätig. Seit 2005 war er Japans IAEA-Botschafter.

Sein Mandat als IAEA-Chef wäre noch bis 2021 gelaufen. Vor gut zwei Wochen hatte er bei einer Dringlichkeitssitzung des Gouverneursrats gefehlt, bei der über Verstösse des Irans gegen das Abkommen beraten wurde. Bereits im September 2018 hatte er wegen eines medizinischen Eingriffs zwei wichtige Treffen der Behörde verpasst. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Mehrere Verletzte bei Tornado in türkischem Ferienort Antalya

Bei einem Tornado in der südtürkischen Stadt Antalya sind zwölf Menschen verletzt worden. Am Flughafen seien am Samstag ausserdem zwei Flugzeuge und ein Polizeihelikopter beschädigt worden, sagte Gouverneur Münir Karaloglu.

Zwei Busse seien ausserdem umgestürzt. Dem Gouverneur zufolge war es der dritte Tornado binnen fünf Tagen. Er warnte am Sonntag vor weiteren Tornados und Überschwemmungen im Osten der Provinz Antalya. Dort kamen nach Angaben von Aussenminister Mevlüt Cavusoglu bereits zwei …

Artikel lesen
Link zum Artikel