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Polizeigewalt in USA führt zu psychischen Problemen bei Schwarzen



Die hohe Zahl tödlicher Polizeieinsätze gegen Schwarze in den USA führt laut einer Studie bei vielen Afroamerikanern zu psychischen Problemen. Auch völlig unbeteiligte Afroamerikaner litten darunter, wenn die Polizei unbewaffnete Schwarze töte.

Das berichteten Forscher am Freitag in der Fachzeitschrift «The Lancet». Das Forscherteam verglich zwei Datensätze miteinander. Zwischen 2013 und 2015 wurden mehr als 100'000 schwarze Erwachsene in den USA telefonisch dazu befragt, an wie vielen der vergangenen 30 Tage sie mit psychischen Problemen wie Stress oder Depressionen zu kämpfen hatten. Ihre Antworten setzten die Forscher in Zusammenhang mit einer landesweiten Datenbank zu Polizeigewalt.

Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass es den Befragten nach tödlichen Polizeieinsätzen deutlich häufiger schlecht ging als sonst. Am stärksten sei dieser Effekt in den 30 bis 60 Tagen nach Vorfällen in oder nahe dem Bundesstaat gewesen, in dem die Befragten lebten.

«Das Ergebnis ist bedeutsam, weil es zeigt, dass die Folgen dieser Tötungen über Freunde und Familie des Opfers hinausgehen», sagte Alexander Tsai, Psychiatrieprofessor an der Medizinischen Fakultät der Universität Harvard, der Nachrichtenagentur AFP. Die tödlichen Einsätze schwächten die psychische Gesundheit von Schwarzen, «weil sie ein Ausdruck von strukturellem Rassismus sind», sagte Tsai.

Seit 2014 tötete die Polizei Schätzungen zufolge jährlich etwa 300 schwarze US-Bürger, von denen rund ein Viertel unbewaffnet war. Für Schwarze war es dreimal wahrscheinlicher als für Weisse, von der Polizei getötet zu werden. Fälle von tödlichen Polizeieinsätzen gegen Schwarze lösen seit Jahren immer wieder heftige Proteste in den USA aus. (sda/afp)

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