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Protest gegen «sexistische Outfits» – Strafe gegen Beachhandballerinnen

Weil sie die etwas längeren Hosen trugen, wurden die norwegischen Beachhandballerinnen mit einer Strafe belegt.
Weil sie die etwas längeren Hosen trugen, wurden die norwegischen Beachhandballerinnen mit einer Strafe belegt.bild: twitter

Protestaktion gegen «sexistische Outfits» – Beachhandballerinnen müssen Busse zahlen

20.07.2021, 10:3021.07.2021, 07:48

Die norwegischen Beachhandballerinnen werden für eine Protestaktion an der EM in Bulgarien mit einer Strafe von 1'500 Euro belegt. Im Spiel um Bronze gegen Spanien hatten sie anstelle der vorgeschriebenen Bikinis kurze Radler-Hosen getragen. Dies bewertete die Europäische Handball-Föderation als «Fall unangemessener Bekleidung», weshalb 50 Euro pro Spielerin und Spiel als Busse fällig seien.

Der Kleidungswechsel sei eine «spontane Aktion» gewesen, wie die Nationalspielerin Katinka Haltvik dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk NRK sagte. Kare Geir Lio, Präsident des norwegischen Handballverbandes, steht hinter der Nationalmannschaft. Lio sagte dazu, dass sie jede Geldstrafe zahlen würden. Es sei wichtig, dass die Spielerinnen selbst entscheiden könnten, was sie tragen wollen.

Unter den aktuellen Regeln ist dies aber nicht möglich, denn es ist klar vorgeschrieben, dass Frauen Bikinis tragen sollten. Für die Herren sind Trikot und Shorts vorgeschrieben.

«Das Oberteil sollte ein eng anliegender Sport-BH mit tiefen Ausschnitten an den Armen sein. Das Höschen darf an den Seiten nicht mehr als zehn Zentimeter lang sein.»
Reglement des Internationalen Handballverbandes

Bereits vor dem Turnier gab es Diskussionen bezüglich der Kleidungsordnung. Die Norwegerinnen stellten einen Antrag darauf, nicht in den Bikini-Höschen spielen zu müssen. Diese seien «sexistisch und diskriminierend» und zudem «sehr unbequem» wie Haltvik vor dem Turnier dem «Dagbladet» erzählte.

Der Sand scheuere überall und man müsse stets aufpassen, dass die Höschen nicht verrutschten. Ähnliche Aussagen traf auch die Schweizer Nationalspielerin Manuela Strebel gegenüber dem «Blick»: «Es ist nicht wirklich lässig, wenn die Fotografen am Boden sitzen und dir zwischen die Beine fotografieren.»

Der Antrag wurde vom Europäische Handballverband jedoch abgelehnt und so mussten die Norwegerinnen sowie die anderen Teilnehmerinnen in den kurzen Bikini-Unterteilen antreten. Dies taten sie bis zum letzten Spiel. Die norwegische Nationalspielerin Haltvik kritisiert diese Entscheidung auch, weil es verhindert, dass der Sport grösser werde. «Es ist schwierig, neue Leute zu rekrutieren, wenn sie sich aufgrund der Kleiderordnung unwohl fühlen.» Strebel bemängelt zudem, dass es Musliminnen ausschliesse, die aus religiösen Gründen keinen Bikini tragen dürfen.

Der Europäische Handballverband teilte nun mit, dass er bestrebt sei, das Thema im Interesse der Mitgliedsverbände voranzubringen. «Eine Änderung der Regeln kann aber nur auf Ebene des Internationalen Verbands erfolgen», wie EHF-Sprecher Andrew Barringer gegenüber sport.de mitteilte.

Das Turnier mit 17 Teilnehmernationen endete für die Norwegerinnen übrigens mit einer leisen Enttäuschung. Gegen Spanien verloren sie im Spiel um Bronze in zwei Sätzen – Gold sicherte sich Deutschland im Final gegen Dänemark. (nih)

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