Paderborn gelingt die Sensation: Wolfsburg steigt nach 29 Jahren aus der Bundesliga ab
In der 100. Minute fiel der längst überfällige Führungstreffer des bis dahin krass überlegenen Zweitligisten. Laurin Curda traf mit dem 35. Schuss von Paderborn, das sich mit dem 3. Platz in der regulären Spielzeit der 2. Bundesliga die Möglichkeit zum Aufstieg über die Barrage erspielt hatte. Zum dritten Mal nach 2014/15 und 2019/20 wird Paderborn nächste Saison erstklassig sein.
Mit dem torlosen Remis in Wolfsburg hatte sich der Herausforderer im Hinspiel eine gute Ausgangslage erkämpft, die aber am Montagabend schnell dahin war. Schon nach weniger als zwei Minuten führten die Wolfsburger durch einen Treffer von Dzenan Pejcinovic. Weil aber Wolfsburgs Joakim Maehle noch in der Startviertelstunde innerhalb von vier Minuten zweimal Gelb sah, wechselte das Momentum rasch wieder. Mit einem Spieler mehr dominierte Paderborn nach Belieben, schaffte aber ausser dem Ausgleich in der 38. Minute lange Zeit keinen zweiten Treffer. Zweimal trafen die Paderborner nur die Latte.
Für Wolfsburg, das mit Diego Benaglio als Aufsichtsrat und Pirmin Schwegler als Sportdirektor zwei Schweizer Führungskräfte hat, ist der Abstieg ein Debakel. Zuletzt hatte der mit Europacup-Ambitionen in die Saison gestartete Klub, der seit 1997 ununterbrochen in der 1. Bundesliga war und 2009 Meister wurde, mit Dieter Hecking einen altgedienten Trainer als Hoffnungsträger engagiert. Aber auch der 61-jährige Routinier konnte die verunsicherte Mannschaft um den dänischen Spielmacher Christian Eriksen nicht retten.
Mit dem Aufstieg von Paderborn ist das kommende Teilnehmerfeld in der 1. Bundesliga komplett. Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli werden für die nächste Saison durch den Barrage-Sieger, Schalke und Elversberg ersetzt (riz/sda)
