Gigantenduell im Mittelfeld – wer beherrscht im CL-Final das Zentrum?
Sie spielen auf derselben Position und haben doch unterschiedliche Stärken. Vitinha ist das Herz von Paris Saint-Germain, der Mann, durch dessen Füsse das ganze Spiel fliesst. Declan Rice ist der Spieler, der nie aufhört zu rennen, ein Typ für grosse Spiele und der, der mit viel Körpereinsatz Präsenz zeigt. Was beide gemeinsam haben – sie sind nicht die bekanntesten Stars ihrer Teams, aber dafür umso wichtiger.
Im Final will Vitinha bestätigen, dass er zu den Besten der Welt gehört – beim letztjährigen Ballon d'Or erhielt er die drittmeisten Stimmen. Rice will erreichen, wovon Arsenal seit Jahren träumt und seine Mission in London vollbringen. Wer von ihnen wird das Mittelfeld im Champions-League-Final beherrschen?
Vitinha – das Herz von PSG
Im Mittelfeld von PSG ist Vitinha nicht mehr wegzudenken. Der 26-Jährige gibt den Rhythmus vor, indem er das Spiel beschleunigt oder beruhigt. Zudem besitzt der Portugiese ein Adlerauge – er findet Lücken, die sonst keiner sieht. Unter Druck behält er die Ruhe und begeistert mit Ballbeherrschung und Spielintelligenz.
Als Junior durchlief Vitinha die Akademie des FC Porto – mit der U19 gewann er 2019 seinen ersten grossen Titel, die UEFA Youth League. Sein Profidebüt für Porto gab er Anfang 2020, bevor er dann den Schritt nach England wagte und ein schwieriges Jahr bei Wolverhampton erlebte. Schliesslich ging er zurück zu Porto, erwies sich als Taktgeber und riskierte dann 2022 den nächsten Schritt zu PSG. In der französischen Hauptstadt erkämpfte er sich einen Stammplatz und landete im letzten Jahr sogar auf Platz drei beim Ballon d'Or. So schnell kann sich eine Geschichte wenden.
Beim letzten Champions-League-Final gegen Inter Mailand brillierte der 26-Jährige – besonders begeisterte er mit seinem unglaublichen Assist, der zum 3:0 führte.
Nun steht der junge Portugiese zum zweiten Mal in Folge im Final der Champions League. Den Pokal hat er bereits einmal in der Hand gehalten. Vitinha gehört auch dieses Jahr wieder zu den Schlüsselspielern und will zeigen, dass er den europäischen Thron mit Paris Saint-Germain erneut besteigen kann.
Declan Rice – Arsenals Pferdelunge
Auch Arsenal würde ohne Declan Rice im Zentrum ganz anders aussehen. Der 27-Jährige ist zweikampfstark und läuferisch überragend. Von seinen Mitspielern hat er nicht umsonst den Spitznamen «The Horse», was übersetzt «das Pferd» heisst, erhalten. Dieser Spitzname wurde ihm von seinen Teamkollegen aufgrund seiner unermüdlichen Laufarbeit gegeben.
Rice ist die Lunge der Mannschaft, weil er nie zu rennen aufhört und für ihn kein Meter zu viel ist. In dieser Champions-League-Saison bewies er sich mit seiner Ausdauer, Passgenauigkeit und Robustheit als Schlüsselspieler für die Londoner.
Rice durchlief die Akademie von Chelsea, wurde dort aber aussortiert. Mit 18 Jahren debütierte Rice dann in der ersten Mannschaft von West Ham, wo er sich mit der Zeit zu einem Leader entwickelte – schliesslich führte er sein Team als Kapitän 2023 zum Sieg der Conference League.
Als teuerster Neuzugang der Vereinsgeschichte wechselt Rice im Sommer 2023 zu Arsenal. Mit ihnen holte er sich diese Saison die langersehnte Meisterschaft. Von der BBC wurde er zum Spieler der Premier League ernannt. Nun möchte er das Unmögliche möglich machen und mit Arsenal auch den Champions-League-Titel holen – den Titel, der vor 20 Jahren an den FC Barcelona verloren ging.
Der Direktvergleich
Im Zentrum treffen zwei Spitzenspieler aufeinander. Beide haben bisher ihre Topform bewiesen und überragen mit ihrer Passgenauigkeit. Während Vitinha in der Champions League torgefährlicher war – sechs seiner sieben Saisontore erzielte er in der Königsklasse –, bewies sich Rice als Vorbereiter.
Wenn Arsenal mit Declan Rice im Zentrum Vitinhas Rhythmus bremsen kann, dann kommt der Spielfluss von PSG durcheinander. Kann Vitinha jedoch umgekehrt, Declan Rice von der Box fernhalten, dann verliert Arsenal einen gefährlicher Chancenkreierer.
Zwei Taktgeber und Mittelfeldmotoren stehen sich gegenüber — wer am Samstagabend das Zentrum beherrscht, wird vermutlich auch den Pokal in die Luft heben.
