Sport
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England's Chris Froome, center of Ineos Team waves before the start of the second stage of the UAE cycling tour in Dubai, United Arab Emirates, Monday, Feb, 24, 2020. (AP Photo/ Mahmoud Khaled)

Tschüss! Radstar Chris Froome befindet sich in Quarantäne. Bild: AP

Coronavirus beim Sport – Radstars in Quarantäne, Journalisten müssen Abstand halten



Die Folgen der Coronavirus-Ausbreitung haben immer mehr Auswirkungen auf den Sport. So drastische Massnahmen wie in der Schweiz ergriffen die Behörden und Sport-Veranstalter aber bisher nur in Asien. In Europa dominieren derzeit noch die Vorsichtsmassnahmen vor dem Virus den Sport-Alltag.

Bereits in direktem Kontakt mit dem neuartigen Coronavirus kam der Radsport. Die UAE Tour in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde vor der vorletzten Etappe am Freitag gestoppt, weil zwei italienische Mitarbeiter eines Teams positiv getestet wurden.

«Eigentlich wissen wir gerade gar nicht, was hier Sache ist.»

Pascal Ackermann

«Um vier Uhr nachts wurde bei uns im Hotel hier in Abu Dhabi an die Tür geklopft und uns gesagt, dass das Rennen abgesagt wurde und wir sofort zum Medizincheck müssen», sagte der deutsche Sprinter Pascal Ackermann.

Germany's Pascal Ackermann of Bora-Hansgrohe team celebrates after he won the first stage of the UAE cycling tour in Dubai, United Arab Emirates, Sunday, Feb, 23, 2020. (AP Photo/ Mahmoud Khaled)

Der deutsche Sprinter Pascal Ackermann. Bild: AP

Sämtliche Fahrer, unter ihnen der Schweizer Danilo Wyss und Superstar Chris Froome, und alle Teammitglieder sind nun unter Quarantäne in einem Hotel. «Eigentlich wissen wir gerade gar nicht, was hier Sache ist», berichtete Ackermann. Ackermann sprach mit der Deutschen Presse-Agentur, obwohl die lokalen Behörden darum baten, dass sich die Fahrer nicht äussern.

In Berlin wurde der dänische Radprofi Michael Mörköv in einem Hotel isoliert, nachdem er von der UAE Tour abgereist war. Er wollte eigentlich bei der Bahn-WM am Wochenende starten. «Wir prüfen derzeit die Situation mit dem Chefarzt, den örtlichen Gesundheitsbehörden und anderen betroffenen Parteien», teilte der Weltverband UCI mit.

Kein Körperkontakt in La Thuile

So wenig Körperkontakt wie möglich, das ist generelle Maxime auch im Sport. Beim Ski-Weltcup in La Thuile im norditalienischen Aostatal müssen Journalisten bei Interviews mit Athletinnen mindestens eineinhalb Meter Abstand halten, Handshakes sind untersagt.

United States' Lindsey Vonn answers reporters' questions in the finish area after completing an alpine ski, women's World Cup super-G in Cortina D'Ampezzo, Italy, Sunday, Jan. 20, 2019. (AP Photo/Alessandro Trovati)

In La Thuile heisst es Abstand halten. Bild: AP/AP

Sportmediziner raten Athleten, direkt nach den Wettkämpfen weder Interviews zu geben noch Autogramme zu schreiben. Nach hohen Belastungen würde die Barriere für Erreger in den oberen Atemwegen etwas «löchriger», weil sie dann mehr atmen, sagte der deutsche Professor Wilhelm Bloch.

Abgesagter Formel-1-Grand-Prix

In der Formel 1 ist der Grand Prix von China am 19. April in Shanghai bereits abgesagt, Zweifel gibt es um Austragung der Rennen in Bahrain am 22. März und in Vietnam am 5. April. Der Saisonauftakt in Melbourne am 15. März gilt noch als sicher. Australiens Gesundheitsminister Greg Hunt warnte vor Panikmache und vor zu grossen Einschnitten im Alltag. «Gehen Sie ins chinesische Restaurant, gehen Sie zum Football oder Grand Prix oder zum Netzball», sagte er.

Ein grosses Fragezeichen steht auch hinter der Durchführung des Radrennens Mailand – Sanremo, dem ersten grossen Rad-Klassiker der Saison, am 21. März. In Italien finden zudem mehrere Serie-A-Partien am Wochenende hinter verschlossenen Türen statt, so zum Beispiel auch das Spitzenspiel zwischen Leader Juventus Turin und Inter Mailand.

Vor der Bob-WM im deutschen Altenberg ergriffen die regionalen Behörden ebenfalls Massnahmen, um eine mögliche Ausbreitung des Virus zu unterbinden. Neben einer aktiven Einlasskontrolle – die Daten aller zahlenden Zuschauer werden aufgenommen – müssen Sportler, Betreuer, Funktionäre und Medien einen Fragebogen ausfüllen.

In dem Bogen muss bestätigt werden, dass man sich in den letzten 14 Tagen nicht in den «Risikogebieten» in China, Iran, Italien und Südkorea aufgehalten habe. Zudem muss bestätigt werden, dass man nicht mit infizierten Personen in Kontakt getreten ist und auch keine Symptome wie Husten, Fieber, Atemnot aufweist. (zap/sda/dpa)

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