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Biels, Samuel Kreis, links, und Damien Brunner, rechts, jubeln, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen dem EHC Biel und den ZSC Lions, am Samstag 1. Dezember 2018 in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Damien Brunner befindet sich mit Biel im Höhenflug. Bild: KEYSTONE

Damien Brunner zurück auf der Erfolgsspur: «Ich wollte nochmals alles auf null stellen»

Nach drei Saisons mit grossem Verletzungspech befindet sich Damien Brunner auf dem Weg zurück zur alten Stärke. Am Donnerstag und Freitag spielt er für die Schweiz am Heimturnier in Luzern.



Auf die Frage, wie viel noch zu 100 Prozent fehle, antwortete Brunner: «Prozentzahlen interessieren mich nicht gross. Das Gefühl ist gut, und das zählt.» Tatsächlich präsentierte sich der 32-jährige Zürcher zuletzt in starker Form.

«Es war ein Prozess mit einer guten Steigerung.»

Damien Brunner

In den letzten fünf Spielen gelangen ihm je fünf Tore und Assists. Keiner hat in der laufenden Meisterschaft mehr Treffer erzielt als Brunner, der 14 Tore und 13 Assists verzeichnet und in der Skorerliste hinter Dominik Kubalik (Ambri-Piotta/11/20) und Mark Arcobello (Bern/12/16) den 3. Platz belegt. «Es war ja nicht so, dass ich gleich von Beginn weg Vollgas geben konnte», erklärte Brunner. «Es war ein Prozess mit einer guten Steigerung.»

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Die besten Skorer der National League. Bild: srf

Als entscheidenden Faktor für die guten Leistungen erachtet er den Spielrhythmus. Davor war er immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden, zuletzt erlitt er im März einen Beinbruch. Überhaupt stand die Zeit in Lugano, wohin er im Dezember 2014 nach dem Ende seines knapp zweijährigen Abenteuers in der NHL gewechselt war, unter keinem guten Stern. In den vergangenen drei Saisons verpasste er 85 von 194 Partien.

«Biel gab mir genügend Zeit. Ich hatte die nötige Ruhe, um Schritt für Schritt besser zu werden.»

Damien Brunner

Mit dem Abgang zu Biel entschloss sich Brunner für einen Neustart: «Das Ziel war, nochmals alles auf null zu stellen, alles auszublenden, was war, ob gut oder negativ, und mich nochmals zu beweisen. Biel gab mir genügend Zeit. Ich hatte die nötige Ruhe, um Schritt für Schritt besser zu werden.»

Im Sommer trainierte er individuell, was er schon seit 2009 macht. «Das ist für mich wichtig, obwohl es ein Mannschaftssport ist», sagte Brunner. Schliesslich gelte es, auf den eigenen Körper einzugehen, «es gibt nicht 20 Spieler, die genau gleich sind.» Zudem musste er ohnehin spezifisch arbeiten, da er wegen den Verletzungen Dysbalancen hatte. Es stand viel Physiotherapie auf dem Programm. «Ich konnte im Sommer nicht voll trainieren, sondern musste mich herantasten», sagte Brunner.

Gross gehadert hat er wegen den vielen Rückschlägen nicht. «Eine Verletzung hätte gereicht. Ich konnte aber gut damit umgehen. Die Motivation für einen Aufbau war immer da.»

«Man lernt den inneren Sauhund zu überwinden und wieder aufzustehen.»

Damien Brunner

Inwiefern profitierte er menschlich, schliesslich wird gerade auch von Topsportlern immer wieder betont, dass schwierige Situationen umso lehrreicher seien? «Man lernt sich selber kennen, lernt den inneren Sauhund zu überwinden und wieder aufzustehen. Eine schwere Verletzung zu bewältigen, ist mit viel harter Arbeit verbunden.»

ZUM TRANSFER DES SCHWEIZER EISHOCKEY-SPIELER DAMIEN BRUNNER VON DEN NEW JERSEY DEVILS ZUM HC LUGANO STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Switzerland's Damien Brunner controls the puck, during the 2014 IIHF Ice Hockey World Championships preliminary round game Switzerland vs Russia, at the Minsk Arena, in Minsk, Belarus, Friday, May 9, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Damien Brunner läuft wieder im Nationaldress auf. Bild: KEYSTONE

Nicht nur Brunner läuft es aktuell hervorragend, auch Biel spielt bislang eine starke Saison. Vom 29. September bis und mit 22. November waren die Seeländer gar ununterbrochen Leader. Nach einem zwischenzeitlichen Tief mit sieben Niederlagen in neun Partien fingen sich die Bieler wieder. Derzeit belegen sie hinter Bern und Zug den 3. Rang.

«Die Wahrheit liegt zwischen dem guten Saisonstart und der kleinen Baisse», so Brunner. Als absolutes Topteam sieht er seine Mannschaft noch nicht. «Wir verstecken uns vor niemandem, aber wir wissen, dass vom Kader her sechs, sieben Equipen vor uns sind. Wir sind jedoch gut zusammengestellt, haben ein gutes Teamgefüge. Das ist auch ein Faktor, der eine Rolle spielt. Wir können jeden Gegner schlagen, wenn wir gut spielen.» Brunner betonte aber auch, dass die Saison erst im Februar richtig losgehe. «Zu Beginn sind die Topteams vielfach in der Probephase.»

«Bei den Juniorenprogrammen sind uns viele Nationen einiges voraus.»

Damien Brunner

Ohnehin gilt sein Fokus derzeit dem Nationalteam, mit dem er am Donnerstag auf Österreich trifft. Brunner hatte zuletzt vor knapp einem Jahr am Spengler Cup in Davos für die Schweiz gespielt. Zur WM-Silbermedaille sagte er: «Es ist immer schön, wenn das Eishockey in eine positive Richtung geht. Oben sieht es gut aus. Bei den Juniorenprogrammen dagegen sind uns viele Nationen einiges voraus. Da müssen wir in Zukunft den Hebel ansetzen.» (abu/sda)

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