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epa07594562 Switzerland's Sven Andrighetto in action during the IIHF World Championship quarter final ice hockey match between Canada and Switzerland at the Steel Arena in Kosice, Slovakia, 23 May 2019.  EPA/MELANIE DUCHENE

Weil Sven Andrighetto seit diesem Sommer in der KHL spielt, steht er der Nati nun auch bei Testspielen im Winter zur Verfügung. Bild: EPA/KEYSTONE

Andrighetto am Heimturnier im Fokus: «Erhalte in Russland dreimal mehr Eiszeit»

Nach dem Turniersieg am Deutschland-Cup im November übt das Schweizer Eishockey-Nationalteam diese Woche in Visp zum zweiten Mal für die Heim-WM im Frühling in Zürich und Lausanne.



Am Vierländerturnier in Visp treffen die Schweizer am Donnerstagabend im Halbfinal auf Norwegen. Am Freitagabend spielen die Schweizer je nach Ausgang der Donnerstagspiele gegen Russland oder die Slowakei um Platz 1 oder Platz 3.

«Intensität und Leistungsbereitschaft waren schon im November sehr hoch. In Visp erwarte ich aber noch mehr.»

Patrick Fischer, Nationaltrainer

«Natürlich wollen wir das Turnier gewinnen», sagt Coach Patrick Fischer, «das ist unser resultat-orientiertes Ziel.» Aber dem Nationaltrainer geht es diese Woche um mehr: «Mit einigen Spielern arbeiten wir diese Woche erstmals seit der Weltmeisterschaft wieder auf dem Eis. Es geht darum, dass sie die kleinen Änderungen in unserem Spielsystem verinnerlichen.» Die Schweizer wollen diese Saison aggressiver verteidigen und nach Eroberung des Pucks noch schneller umschalten. «Im November funktionierte dieses Umschaltspiel vorzüglich. Ich bin gespannt, wie die Gegner diese Woche auf unsere Spielweise reagieren.»

Der Weg zum Turniersieg führt für die Schweizer zuerst über Norwegen. Die Norweger zählen im Frühling an der Heim-WM neben den Letten zu den gefährlichsten möglichen Spielverderbern der Schweizer. Unter Fischer gewann die Schweiz fünf von sieben Partien gegen Norwegen. Einmal – an der WM 2016 in Moskau – kostete eine Niederlage gegen die Nordländer (3:4 n.V.) das Erreichen der Viertelfinals.

Der Spielplan:

Donnerstag, 16.15 Uhr: Russland – Slowakei
Donnerstag, 19.45 Uhr: Schweiz – Norwegen

Freitag, 16.15 Uhr: Norwegen – Slowakei/Russland
Freitag, 19.45 Uhr: Schweiz – Slowakei Russland

Starke Bilanz am Heimturnier

In der Ära Fischer glänzte die Schweiz am Heim-Vierländerturnier fast immer. Im Dezember 2015 in Arosa und ein Jahr später in Biel gewann die Schweiz das Turnier souverän. 2017 fiel das Turnier der Olympia-Vorbereitung zum Opfer, und nur 2018 in Luzern verlor die Schweiz den Final gegen Russland mit 1:5.

Patrick Fischer, Schweizer Eishockey Head Coach orientiert an einer Medienkonferenz in Zuerich am Donnerstag, 24. Oktober 2019 ueber die Vetragsverlaengerung.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Patrick Fischer erwartet in Visp noch mehr von seiner Mannschaft. Bild: KEYSTONE

Mit den Russen haben die Schweizer noch Rechnungen offen: Seit zwei Jahren nimmt Russland im Herbst mit einer jungen B-Auswahl am Deutschland-Cup und Schweizer Vierländerturnier teil. Dabei gab es für die Schweiz in drei Spielen noch keinen Sieg. Nahe kamen die Schweizer einem Erfolgserlebnis erst vor einem Monat in Krefeld, als sie gegen die Russen bis zur 58. Minute 3:2 führten, aber noch nach Verlängerung und Penaltyschiessen 3:4 verloren.

Das Aufgebot:

Tor (2): Reto Berra (Fribourg-Gottéron), Robert Mayer (Genève-Servette).

Verteidigung (8): Dominik Egli (Rapperswil-Jona Lakers), Michael Fora (Ambrì-Piotta), Philippe Furrer (Fribourg-Gottéron), Roger Karrer (Genève-Servette), Romain Loeffel (Lugano), Christian Marti (ZSC Lions), Dario Trutmann (ZSC Lions), Ramon Untersander (Bern).

Sturm (12):
Andres Ambühl (Davos), Sven Andrighetto (Avangard Omsk/RUS), Alessio Bertaggia (Lugano), Enzo Corvi (Davos), Denis Hollenstein (ZSC Lions), Simon Moser (Bern), Vincent Praplan (Bern), Tanner Richard (Genève-Servette), Noah Rod (Genève-Servette), Thomas Rüfenacht (Bern), Tristan Scherwey (Bern), Pius Suter (ZSC Lions).

«Intensität und Leistungsbereitschaft waren schon im November sehr hoch», so Fischer. «In Visp erwarte ich aber noch mehr, denn hier treten wir mit einer qualitativ viel stärkeren Mannschaft an.»

Andrighettos Rückkehr nach Visp

Von den Schweizer Spielern steht Sven Andrighetto im Fokus. Der 26-jährige Zürcher spielt seit 2012 im Ausland und nimmt erstmals während der Saison an einem Nationalmannschafts-Zusammenzug teil. Seit dem Sommer spielt Andrighetto nicht mehr in Nordamerika, sondern in der russischen Kontinental Hockey League bei Avangard Omsk, wobei Omsk wegen eines Stadionumbaus das Basislager derzeit nicht in Sibirien, sondern in der Nähe von Moskau aufgeschlagen hat.

Omsk belegt in der Ostgruppe bei Halbzeit den 2. Platz; Andrighetto kam in 38 Partien auf 21 Skorerpunkte (10 Tore, 11 Assists). «Aber vor allem erhalte ich dreimal mehr Eiszeit als letzte Saison bei Colorado Avalanche», so Andrighetto, dem es in Russland bislang gefällt.

epa06754026 Switzerland’s ice hockey team arrives and is welcomed by fans at Zurich airport in Kloten, Switzerland, Monday, May 21, 2018. Switzerland won the silver medal at the IIHF World Championship in Denmark.  EPA/PATRICK HUERLIMANN

Sven Andrighetto gehörte 2018 auch zum Team der Schweizer Silberhelden. Bild: EPA/KEYSTONE

Für Andrighetto kommt es diese Woche zu einer doppelten kurzen Rückkehr. Er spielt nicht nur wieder zwei Partien in der Schweiz, sondern erstmals seit 2011 wieder in Visp. Als 18-Jähriger wechselte er vor achteinhalb Jahren für die Playoffs leihweise von den GCK Lions zu Visp. Mit den Oberwallisern holte er von Platz 6 aus mit Erfolgen gegen die Favoriten aus Langenthal (4:2), La Chaux-de-Fonds (4:3) und im Final Lausanne (4:0) den NLB-Meistertitel, nebst dem Titelgewinn in der NLA 1962 der grösste Erfolge in der Klubgeschichte des EHC Visp.

In Visp gastiert das Eishockey-Nationalteam erstmals seit April 2016 und dem 3:2-Erfolg während der WM-Vorbereitung gegen Tschechien. Gespielt wird in der im Herbst eröffneten, prächtigen neuen Arena mit einem Fassungsvermögen von gut 5000 Zuschauern. (abu/sda)

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