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ARCHIVBILD ZUM ABBRUCH DER SAISON DER NATIONAL LEAGUE, AM DONNERSTAG, 12. MAERZ 2020 - Le top scorer lausannois Dustin Jeffrey, centre droite, lutte pour le puck avec le gardien bernois Tomi Karhunen, gauche, lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le Lausanne HC et le SC Bern ce samedi 29 fevrier 2020 se deroulant a huis-clos suite a l'epidemie de Coronavirus (2019-nCoV) a la patinoire de la Vaudoise Arena a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die Playoffs sind gestrichen – wird es dennoch einen Meister geben? Bild: KEYSTONE

Der Puck ruht jetzt offiziell – die Schweizer Eishockey-Meisterschaft wird abgebrochen



Das Spiel ist aus! Dem Eishockeyverband blieb am Donnerstagvormittag in einer Telefonkonferenz mit allen Klubs keine andere Wahl, als die Saison abzubrechen.

Dies, nachdem die Behörden im Tessin am Mittwoch den Notstand ausgerufen und alle sportlichen Aktivitäten bis am 29. März verboten hatte. Der HC Lugano hätte gegen die ZSC Lions die Playoff-Viertelfinals bestreiten sollen. Der HC Ambri-Piotta hätte mit Bern, den SCL Tigers und den Rapperswil-Jona Lakers um den Ligaerhalt kämpfen müssen. Die Biasca Ticino Rockets steckten in der Swiss League tief im Abstiegskampf. Aber in den nächsten zweieinhalb Wochen dürfen die Tessiner Klubs nicht einmal mehr trainieren.

Noch 24 Stunden vor dem Beschluss der Tessiner Behörden tendierten die Klubvertreter dazu, diese Woche Playoffs unter Ausschluss der Öffentlichkeit (ab Dienstag) zu beschliessen. Aber wie vor zwei Wochen, als der Bundesrat am Vormittag des zweitletzten Spieltags der National League jegliche Veranstaltungen mit über 1000 Zuschauern verbot, griff die Politik vor.

Der Saisonabbruch gilt für alle Ligen in der Schweiz, also zum Beispiel auch für die MSL und die Frauen-Liga.

Die Ligaversammlung vom Freitag wird sich jetzt primär mit den Folgen der abgebrochenen Meisterschaft zu beschäftigen haben. Gibt es einen Meister? Wenn ja, wären das wohl die ZSC Lions, die sich mit einem 4:1 in der letzten Runde vor leeren Rängen im Hallenstadion gegen den EV Zug den Qualifikationssieg gesichert hatten. Erhalten der EHC Kloten (Qualifikationssieger Swiss League) und allenfalls der EHC Visp die Chance aufzusteigen? Von den vier Halbfinalisten der Swiss-League-Playoffs kommen bloss diese zwei Klubs für einen Aufstieg in Frage.

Der Abbruch der Meisterschaft entspricht letztlich der Logik. Für Playoffs ohne Zuschauer hätten sich die Klubs gegen den Bauch entschieden, primär weil die TV-Partner auf Spiele drängten. Die Liga durfte die Meisterschaft nicht von sich aus beenden. Sie ist vertraglich verpflichtet, 50 Qualifikationsrunden plus die Playoffs durchzuführen. Dafür bezahlt der Kabelnetzbetreiber UPC (MySports) pro Jahr gut 30 Millionen Franken. Nun aber erfolgte der Abbruch als Folge von behördlichen Anordnungen – aus Höherer Gewalt. Die Rechteinhaber (inklusive SRF) dürften keinen Anspruch auf eine Teilrückerstattung haben.

Jeder andere Entscheid als der Abbruch der Meisterschaft wäre in der aktuellen Krisensituation wie ein schlechter Witz daher gekommen, zumal jede lokale Behörde jederzeit von sich aus Spiele auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit hätte verbieten können. Vor der Schweiz haben in den letzten Tagen schon Deutschland, Österreich (beide am Dienstag), Norwegen, Dänemark, Polen und Frankreich (alle am Mittwoch) die Saison abgebrochen. (zap/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Blitz Gordon 12.03.2020 14:15
    Highlight Highlight Für die Saison 20/21: Zuerst Playoffs 19/20 spielen, dann 22 Spiele Regular Saison 20/21 und anschliessend die Playoffs 20/21.
    2mal Playoffs in einem Spieljahr. So als Entschädigung :-)
  • Der Buchstabe I 12.03.2020 13:24
    Highlight Highlight Das Coronavirus ist vom SCB entwickelt worden, damit sie nicht Playout spielen müssen!

    Ich glaube, ich bin da was ganz heissem auf der Spur.
  • aby 12.03.2020 13:15
    Highlight Highlight Uuuuuhhhh, das wird dem SCB nun auf ewig anhaften: nach dem Aufstieg nun quasi auch die Ligaquali am grünen Tisch! peinlich peinlich...
  • Dynamischer-Muzzi 12.03.2020 12:48
    Highlight Highlight Schade, aber richtig so. Es muss einfach alles erdenklich getan werden, damit sich der Virus nicht noch weiter verbreitet.
    Da die WM auch abgesagt wird, wars das mit dem Eishockey bis zum Start der Saison 2020/2021.

    Ich wünsche allen Eishockeybegeisterten Usern und ihren Familien eine schöne Zeit bis zum Start der neuen Saison. Bleibt bitte alle gesund.

    Dynamische Grüsse
    Muzzi
  • Wunderwuzzi 12.03.2020 12:30
    Highlight Highlight Ok,ok.Aber dann muss Bern direkt runter,oder?
    • hockeyaner 12.03.2020 13:43
      Highlight Highlight Wieso? Begründung?
    • hockeyaner 12.03.2020 13:45
      Highlight Highlight Im Gegenteil Bern bleibt amtierender Meister! 🏆😅 Jetzt kannst brav ab 🤮😅
    • Grabeskaelte 12.03.2020 14:01
      Highlight Highlight Wenn Bern amtierender Meister bleibt, würde das ja wohl bedeuten das Tikkanen doch Recht behält ;-)
  • code-e 12.03.2020 11:51
    Highlight Highlight Absolut richtiger Entscheid auch wenn er extrem weh tut. Manchmal muss das eigene Vergnügen zum Wohle der Allgemeinheit einfach hinten anstehen.
  • marak 12.03.2020 11:36
    Highlight Highlight Schon sehr schade. Der Unterhaltungswert wäre sicher recht hoch gewesen. Ich hätte auch mit Geisterpsielen leben können. Ich darf ja schliesslich auch zur Arbeit gehen und die TV-Gelder sind nun mal wichtig. Aber es gibt viel zu viele Unsicherheiten. Zum Glück haben die Tessiner dichtgemacht, bevor man angefangen hat zu spielen. Und auch irgendwelche Pläne B, C und D müssen nun nicht gewälzt werden.
    Ziemlich sicher geht es der WM an den Kragen. Alles daran setzen, dass die WM 21 in der CH stattfindet. Alles ein Jahr nach hinten verschieben. Wo immer auch Olympiaden stattfinden.
  • dä u nid der anger 12.03.2020 11:15
    Highlight Highlight Der Hockey Club Wuhan, im Besitz einer Gastrokette die sich auf Fledermaussuppe spezialisiert hat, sendet dem T-Rex des CH Hockeys sein aufrichtiges Beileid über den abbruch der Saison.
    Gleichzeitig bedanken sie sich für den entscheid von Cholä Marc, nächstes Jahr die Wuhan Bats als Farmteam des SCB zu erklären.
    Das die Stadt Bern eine Städtepartnerschaft mit Wuhan eingeht ist dabei nur eine Randnotiz.

    Es gibt gerüchte das @tikkannen neuer Fanclubpräsi der Wuhan Bats werde, bestätigen oder dementieren kann dies aber nur er selber :-))
  • DogiDog 12.03.2020 10:52
    Highlight Highlight Das Wichtigste ist doch, dass Olten sowieso schon Ferien hat.
  • TWilli 12.03.2020 10:34
    Highlight Highlight Schade. Und in der Super League müssen sie wohl nun auch so entscheiden, obwohl dort noch etwas mehr Zeit zur Verfügung ist um die Saison (ev. verkürzt) zu beenden.

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