Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Jubel bei Zugs Lino Martschini und Zugs Dario Simion, von links, im dritten Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem Lausanne HC, am Samstag, 30. Maerz 2019, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Der «Kleine» ganz gross: Lino Martschini trifft nun auch in den Playoffs regelmässig. Bild: KEYSTONE

Lino Martschini drückt auf die Euphorie-Bremse: «Wir werden sicher nicht abheben»

Der EV Zug hinterlässt aktuell einen bestechenden Eindruck und führt in der Halbfinalserie gegen Lausanne mit 3:1 Siegen. Zwei Exponenten des Hochs sind Torhüter Tobias Stephan und Stürmer Lino Martschini.



Dass Stephan ein Top-Goalie ist, steht ausser Frage. Er wurde jedoch noch nie Schweizer Meister, was Kritiker auf den Plan ruft. Diesmal sind die Chancen, diesen Makel zu beheben, so gut wie noch nie, auch weil er selten so frisch gewesen sei in den Playoffs.

«Die Mannschaft macht mir das Leben momentan relativ einfach.»

Tobias Stephan

In der Qualifikation bestritt der 35-Jährige - auch wegen Verletzungen - bloss 36 Partien. Zwischen Viertel- sowie Halbfinal hatte der EVZ zudem zehn Tage Pause, wodurch die Batterien wieder aufgeladen werden konnten.

L’attaquant lausannois Christoph Bertschy, gauche, lutte pour le puck avec le gardien zougois Tobias Stephan, droite, lors du deuxieme match de la demi final de play off du championnat suisse de hockey sur glace de National League, entre le Lausanne HC, LHC, et le EV Zug, EVZ, ce jeudi 28 mars 2019 a la patinoire de Malley 2.0 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Sicherer Rückhalt: Tobias Stephan ist derzeit kaum zu bezwingen. Bild: KEYSTONE

Stephan ist mittlerweile seit 120 Minuten ungeschlagen. Die Abwehrquote in der Serie gegen Lausanne beträgt 93,94 Prozent. Er selber nimmt diese Zahlen gelassen. «Es ist nicht immer alles schlecht, wenn es nicht so gut läuft, und es ist nicht alles unglaublich gut, wenn es läuft», sagt Stephan. «Es ist wichtig, in der Mitte zu bleiben. Die Mannschaft macht mir das Leben momentan relativ einfach.»

Am Samstag (beim 5:0) hätten sie eines der besten Spiele der Saison gezeigt, da hätten die meisten einen Shutout gefeiert.« Nicht so am Dienstag: «Da gab es am Ende zwei, drei heisse Situationen. Deshalb bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden.»

«Ich habe noch keinen Bezug zu Lausanne.»

Tobias Stephan

Ist es für ihn eine spezielle Serie, da die Waadtländer sein zukünftiger Arbeitgeber sind? «Für mich macht es keinen grossen Unterschied. Ich habe ja noch keinen Bezug zu Lausanne, ausser dass ich dort ab der nächsten Saison spielen werde. Ich versuche, das zu verdrängen.»

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

🔵⚪️🙌🏻 #yeswefan #playoffcity

Ein Beitrag geteilt von EVZ (@official_evz) am

An Unterstützung mangelt es in Zug definitiv nicht.

Obwohl derzeit wenig für einen Turnaround des LHC spricht, warnt Stephan: «Es ist jedem von uns bewusst, wie schnell es gehen kann. Das Momentum kann immer kippen. Sie sind müde. Das gilt es auszunutzen. Wir müssen sie unter Druck setzen und die Scheibe laufen lassen, dann können wir sie überrennen», gibt er die Marschrichtung für das fünfte Spiel vom Donnerstag vor.

Martschini will noch konstanter werden

Lino Martschini ergänzt: «Wir werden sicher nicht abheben. Wir wissen, was es braucht.» Der flinke Flügelstürmer hat mit fünf Toren und sieben Assists einen grossen Anteil daran, dass die Zuger nur eines von acht Playoff-Spielen verloren haben.

«Ich bin mental stärker geworden.»

Lino Martschini

Zum 2:0 am Donnerstag sagte er: «Je länger die Partie dauerte, desto mehr konnten wir unser Spiel aufziehen. Wir liessen nicht viel zu. Das war sicher wichtig.» Dass Lausanne müde wirkte, führte er auf die gute eigene Arbeit zurück. Wenn man (wie der LHC) lange in der eigenen Zone sei, mache das müde, das wäre auch bei ihnen der Fall. Dermassen viel Druck auszuüben, benötige allerdings harte Arbeit und alle vier Linien.

Die eigenen Fortschritte bezeichnete er als «Prozess, den ich machen wollte und musste. Ich bin mental etwas stärker geworden.» Grossen Einfluss daran hat Trainer Dan Tangnes, der viele Gespräche mit ihm führte und stets hinter ihm stand. «Er liess nicht nach», sagte Martschini. E«s lag aber vor allem an mir, den Schritt zu machen, den Willen zu haben, an mir selber zu arbeiten.»

Lino Martschini hat es auf die Flasche von Sandro Zurkirchen abgesehen.

«Es gibt immer noch Phasen, in denen ich Durchhänger habe.»

Lino Martschini

Martschini ist gerade auch in der Defensivarbeit besser geworden. «Das Verteidigen ist eine Einstellungssache. Es fängt alles in der Defensive an. So komme ich vielleicht schneller zum Puck, bin ich aktiver im Spiel.»

Martschini sieht sich auf einem guten Weg, «aber es gibt immer noch Phasen, in denen ich einen Durchhänger habe.» Deshalb will er noch konstanter werden und den Fokus hinbekommen, «in jedem Einsatz die Leistung abzurufen. Dann hat man einen grossen Schritt gemacht.»

Ein grosser Schritt war auch das 2:0 in Lausanne. Eigentlich können sich die Zuger nur noch selber schlagen, zu offensichtlich sind die Unterschiede der beiden Teams bezüglich der Frische. (abu/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister

Das Büro steht Kopf, wir sind im Playoff-Fieber

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Die verschmähten Junioren, die unsere Klubs Millionen kosten

Die laufende U20-WM erklärt uns, warum die Spieler-Löhne so hoch sind und entlarvt, wie absurd die Erhöhung auf zehn Ausländer ist.

Bei der U20-WM treten jedes Jahr die besten Junioren-Spieler der Welt an. In der Regel sind auch die besten Kanadier und Amerikaner dabei – abgesehen von ein paar Ausnahmen, die es zu diesem Zeitpunkt bereits in die NHL geschafft und keine Freigabe bekommen haben. Die U20-WM eignet sich also vorzüglich dazu, internationale Vergleiche anzustellen.

Nur Fakten, keine Polemik. Der Beginn der neuen, grossen Zeit unseres Hockeys können wir gut in die Saison 1997/98 verlegen. Bei der U20-WM in Helsinki …

Artikel lesen
Link zum Artikel