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Patrick Fischer: So erfolgreich war er als Nati-Trainer

Patrick Fischer, head coach of Switzerland national ice hockey team, observes the game, during the men's group A preliminary round game between Switzerland and France at the 2026 Olympic Winter G ...
Über zehn Jahre arbeitete Patrick Fischer als Nati-Trainer.Bild: keystone

Drei WM-Finals, viele bittere Niederlagen und ein unwürdiges Ende – Fischers Nati-Karriere

Die Zeit von Patrick Fischer als Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft geht nach über zehn Jahren früher als gedacht zu Ende. Wir blicken zurück auf die Laufbahn des erfolgreichsten Schweizer Nati-Trainers.
16.04.2026, 14:3816.04.2026, 14:38

Ein schwieriger Beginn

Am 3. Dezember 2015 wurde es offiziell: Patrick Fischer wird der neue Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Allerdings war der Zuger damals nicht die erste Wahl. Zuerst wurde der Job Kevin Schläpfer angeboten, aber der damalige Trainer des EHC Biel musste ablehnen, weil der Bieler Verwaltungsrat einstimmig dagegen war. So durfte Fischer ran und bestritt 2016 seine erste Weltmeisterschaft als Cheftrainer.

Diese ging aber komplett in die Hose. Zu Beginn des Turniers verloren die Schweizer gegen Kasachstan und Norwegen. Die K.o.-Phase wurde verpasst, aber trotzdem verlängerte Fischer seinen Vertrag um zwei Jahre. Es wird das einzige Mal in der Amtszeit von Fischer sein, dass die Schweiz bereits in der Vorrunde scheitert.

Head coach Patrick Fischer of Switzerland is pictured during the ice hockey gold medal game (final) of the Arosa Challenge, on Saturday, December 19, 2015, in Arosa, Switzerland. (KEYSTONE/Gian Ehrenz ...
Im Jahr 2015 übernahm Fischer das Amt des Nationaltrainers.Bild: KEYSTONE

Ein erster Aufwärtstrend war dann ein Jahr später zu sehen. Bei der WM, die in Köln und Paris stattfand, schlug die Nati in der Gruppenphase unter anderem Kanada sowie Tschechien und qualifizierte sich als Zweitplatzierte locker für den Viertelfinal. In diesem scheiterte das Team von Fischer aber an Schweden.

Der erste Griff nach Gold

Nach enttäuschenden Olympischen Spielen und einer Niederlage in der Zwischenrunde gegen Nachbar Deutschland kam es wenige Monate später zum ersten grossen Highlight von Fischers Amtszeit. Nach einer schwierigen Gruppenphase qualifizierte sich die Schweiz mit dem vierten Platz gerade noch so für den Viertelfinal der WM 2018. In diesem schlug sie Finnland und im Halbfinal gelang den «Eisgenossen» gegen Kanada gleich die nächste Sensation.

So kam es wie fünf Jahre zuvor zum Final gegen Schweden. Im Gegensatz zur 1:5-Niederlage 2013 hielt die Schweiz mit den «Tre Kronor» mit. In der Verlängerung fehlten nur Zentimeter, als Kevin Fiala eine absolute Top-Chance vergab. Im Penaltyschiessen platzte der Schweizer Traum von WM-Gold.

Viertelfinalniederlage nach Viertelfinalniederlage

Daraufhin startete die zäheste und erfolgloseste Phase in Fischers Amtszeit. Im WM-Viertelfinal 2019 glich Kanada buchstäblich in letzter Sekunde aus und setzte sich schliesslich in der Verlängerung durch.

Ein Jahr später wäre eigentlich die erste Heim-WM in Fischers Zeit als Nati-Trainer angestanden, doch dazu kam es aufgrund der Covid-Pandemie nicht.

2021 kassierte die Schweiz unter Fischer die höchste Niederlage in einem Pflichtspiel: Gleich mit 0:7 wurden die Schweizer von Schweden abgeschossen. Trotzdem wurde die Vorrunde auf dem zweiten Platz beendet und es kam zum Viertelfinal gegen Deutschland. Doch wie bereits bei den Olympischen Spielen 2018 jubelten am Schluss die Deutschen. Wie zwei Jahre zuvor gegen Kanada kassierte die Schweiz in der letzten Minute den Ausgleichstreffer. Im Penaltyschiessen hatte das DEB-Team dann die besseren Nerven.

Die Reise zu den Olympischen Spielen und der Weltmeisterschaft im Jahr 2022 endete ebenfalls in den Viertelfinals und langsam, aber sicher stieg auch die Kritik an Fischer. Diese riss auch 2023 nicht ab, als die Schweiz zwar zum zweiten Mal nacheinander Gruppensieger wurde, aber mal wieder im Viertelfinal an Angstgegner Deutschland scheiterte. Besonders der Torhüterentscheid sorgte bei den Fans für Stirnrunzeln. Statt auf Leonardo Genoni zu setzen, entschied sich Fischer dazu, Robert Mayer das Vertrauen zu geben. Mayer unterlief früh ein Fehler, der die Niederlage einleitete.

Zweimal schon wieder «nur» Silber

Auch 2024 kam es im Viertelfinal zum Nachbarsduell gegen Deutschland. Hätte die Schweiz erneut gegen die Deutschen verloren, wäre Fischer wohl entlassen worden. Doch dieses Mal lief es gegen den langjährigen Angstgegner endlich einmal für die Schweiz und die erste Halbfinalqualifikation seit sechs Jahren war Tatsache.

Wie bereits 2018 wartete im Halbfinal Kanada. Zwar glichen die Kanadier kurz vor Schluss aus, doch im Gegensatz zu 2019 konnte die Schweiz das Spiel im Penaltyschiessen zu ihren Gunsten entscheiden. Das Endspiel gegen Tschechien war dann wieder eine Partie auf Messers Schneide. Nach zwei Treffern im Schlussdrittel setzte sich der Gastgeber schlussendlich durch – der Schweiz blieb schon wieder «nur» Silber.

epa12135781 Switerland's players react after losing the gold medal game between Switzerland and USA at the IIHF 2025 World Championship, at the Avicii Arena (Globe), in Stockholm, Sweden, 25 May  ...
Die Schweiz verlor zuletzt zweimal den WM-Final.Bild: keystone

Dies änderte sich auch an der letzten WM nicht. Wieder stand die Schweiz im Final, erneut war es knapp und schlussendlich freuten sich einmal mehr die anderen. Die USA sorgten in der Verlängerung für die Entscheidung und schossen die Schweiz mal wieder ins Tal der Tränen.

Das letzte Spiel als Sinnbild

Erstmals seit zwölf Jahren pausierte die NHL in diesem Jahr für die Olympischen Spiele. Somit konnte Fischer nach zehn Jahren erstmals aus dem Vollen schöpfen.

Das Team funktionierte auf Anhieb und qualifizierte sich nach einem Sieg im Achtelfinal gegen Italien locker für den Viertelfinal. In diesem traf sie auf Finnland. Nach den ersten zwanzig Minuten gegen die Favoriten aus dem hohen Norden führte die Schweiz 2:0. Der Traum vom ersten Olympischen Halbfinal lebte – doch es kam anders.

Zwei Treffer in den letzten sieben Minuten sorgten für den Ausgleich. In der Verlängerung setzte sich Finnland durch und mal wieder platzte ein Schweizer Hockeytraum auf der Zielgeraden. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste: Es war das letzte Spiel von Fischer als Nati-Trainer.

Das Spiel ähnelt der gesamten Laufbahn von Fischer als Nati-Coach. Der ganz grosse Triumph war mehr als nur einmal sehr nah, aber am Schluss fehlten immer wieder kleine Details.

Das unrühmliche Ende

Eigentlich hat Fischer angekündigt, dass er nach der Heim-WM zurücktreten werde. So weit kommt es aber nicht. Nachdem bekannt wurde, dass Fischer mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Spielen 2022 in Peking reiste und wegen Urkundenfälschung verurteilt wurde, folgte am Mittwoch die sofortige Entlassung. Es ist ein unwürdiges Ende nach einer erfolgreichen Zeit, auch wenn der ganz grosse Coup ausblieb.

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quelle: keystone / jean-christophe bott
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Patrick Fischer reist mit gefälschtem Covid-Zertifikat
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35 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wolf im Fuzzipelz
16.04.2026 15:05registriert August 2018
Ja das Drama der nation.. langsam finde ich diese Medien Präsenz übertrieben.
Ich bin dankbar was er für die schweizer nati gemacht hat.
Der Rücktritt oder die entlassung ist gerechtfertigt sonst wäre es zu viel Polemik für die heim WM.
Ich hoffe er kann damit umgehen und die sache abhacken.
Lasst jetzt den mann in Ruhe!
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Nocciolo
16.04.2026 15:41registriert November 2014
Und jetzt bleibt er als Schwurbelfischi in Erinnerung. Das ist bitter.
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Deshalb wollte das SRF die Straftat von Patrick Fischer öffentlichmachen
Ein vertrauensvolles Gespräch wird Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer zum Verhängnis. Sein Fall wirft auch die Frage auf, ob das Schweizer Fernsehen dabei eine rote Linie überschritt.
Vor über vier Jahren fälschte Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer ein Corona-Impfzertifikat, um an die Olympischen Spiele 2022 in Peking zu reisen. Ein Jahr später wurde er wegen Urkundenfälschung verurteilt und mit einer Busse über 40'000 Franken belegt, wie aus einem Strafbefehl hervorgeht. Ausgelöst hatten Fischers Geständnis Recherchen von SRF.
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