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Bayer wird entlassen – die ZSC Lions suchen einen neuen Trainer

Head Coach Marco Bayer (ZSC) im vierten Spiel vom Playoff Halbfinal der Eishockey National League zwischen den ZSC Lions (ZSC) und dem HC Davos (HCD) am Freitag, 10. April 2026 in der Swiss Life Arena ...
Marco Bayer und die ZSC Lions gehen getrennte Wege.Bild: keystone

«Mannschaft braucht neue Impulse»: ZSC trennt sich von Trainer Marco Bayer

Die ZSC Lions planen die kommende Saison ohne Headcoach Marco Bayer und leiten nach dem Verpassen der eigenen Ziele die Suche nach einem Nachfolger ein.
27.04.2026, 13:0727.04.2026, 15:16

Der Stadtklub kam nach eingehender Analyse der Saison zum Schluss, dass die Mannschaft neue Impulse benötigt, wie er per Communiqué mitteilte. Die Verantwortlichen um Sportchef Sven Leuenberger reagierten damit auf das vorzeitige Ausscheiden in den Playoffs, in denen der ZSC im Halbfinal deutlich an Davos gescheitert war - nachdem er zuvor aber mit einer souveränen Leistung die Spieler des HC Lugano in die Ferien geschickt hatte.

Der Zürcher Bayer hatte den ZSC im Dezember 2024 übernommen, nachdem Marc Crawford aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, und er behielt die Equipe in der Erfolgsspur. 2025 feierte der 53-Jährige mit den Lions einen bemerkenswerten Doppelerfolg. Unter seiner Leitung gewann der ZSC die Champions Hockey League und sicherte sich zudem den elften Meistertitel der Klubgeschichte. Die Titelgewinne stärkten seine Position im Klub nachhaltig und schienen eine längerfristige Zusammenarbeit zu festigen.

Doch der Spitzensport ist ein schnelllebiges Geschäft. In der abgelaufenen Spielzeit erfüllte die Mannschaft die hohen Erwartungen nur teilweise. Eine kritische interne Aufarbeitung war die Folge, da half auch der bis 2027 ausgestellte Vertrag nichts mehr.

Sportchef Sven Leuenberger würdigte die Arbeit Bayers trotz der Trennung. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und gratulierte ihm nochmals zu den beiden Titeln in Meisterschaft und Champions Hockey League. Gleichzeitig machte die Klubführung deutlich, dass man für die Zukunft eine neue Dynamik innerhalb der Mannschaft anstrebt.

Sportchef Sven Leuenberger spricht waehrend der Vorsaision Medienkonferenz der ZSC Lions am Dienstag, 26. August 2025 in der Swiss Life Arena in Zuerich. (KEYSTONE/Michael Buholzer)
ZSC-Sportchef Sven Leuenberger muss auf Trainersuche gehen.Bild: keystone

Offen ist sowohl die Nachfolge auf der Trainerposition als auch die nächste Station in Bayers Karriere. Der Schweizer verfügt über breite Erfahrung im nationalen Eishockey, auch wenn sein Engagement beim ZSC seine erste Station als Cheftrainer in der National League darstellte. Zuvor war er unter anderem als Sportchef bei den SCL Tigers tätig und arbeitete mehrere Jahre als Assistenztrainer auf verschiedenen Stufen, darunter im Nachwuchsbereich, bei U-Nationalteams sowie beim SC Bern.

Im bestehenden Trainerstab der ZSC kommt es derzeit zu keinen weiteren Veränderungen. Die Assistenztrainer Fabio Schwarz und Andreas Lilja bleiben ebenso im Amt wie Goalie-Coach Magnus Wennström und Athletiktrainer Mattia Stendahl. Sie sollen in der Übergangsphase Kontinuität gewährleisten, während die Klubführung die Weichen für die kommende Saison stellt. (riz/sda)

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38 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Thomas Meister
27.04.2026 14:18registriert April 2019
Absolut nachvollziehbar. Unter Bayer brachten Spieler wie Malgin, Ghetto, Fröden, Balcers oder Grant ihre PS viel zu wenig auf den Boden. Zudem rückten junge Eigengewächse immer mehr in den Hintergrund. Das zeigt, dass Bayer die Mannschaft nicht im Griff hatte und doch sehr von der Arbeit Crawfords profitierte.
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insert_brain_here
27.04.2026 14:06registriert Oktober 2019
Gute Entscheidung. Marco hat gute Arbeit geleistet, in der Saison war jedoch offensichtlich dass es ihm nicht gelingt das letzte Prozent aus der Mannschaft herauszukitzeln das für den Meistertitel nötig ist. Woran das jetzt genau gelegen ist, darüber kann man trefflich streiten, aber eine Veränderung war notwendig.
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DrDolittle
27.04.2026 13:33registriert September 2018
Danke für alles, Marco!
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