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Die NHL-Bubble stand gestern still und pausiert auch heute – aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus.
Die NHL-Bubble stand gestern still und pausiert auch heute – aus Protest gegen Polizeigewalt und Rassismus.Bild: keystone

Spielboykott als Kampf gegen Rassismus – so reagieren die NHL-Spieler auf den Stillstand

28.08.2020, 11:0328.08.2020, 13:27

Ein Tag nachdem in der NBA, der WNBA, der WTA-Tour, der MLS und der MLB bereits Spiele aus Protest gegen Polizeigewalt an Schwarzen und Rassismus in den USA verschoben wurden, zog auch die NHL mit. Alle Partien von gestern Donnerstag und heute Freitag wurden verschoben – auf Drängen der Spieler, nicht der Liga.

Angeführt wurden die Spieler von Ryan Reaves (Vegas Golden Knights), Evander Kane (San Jose Sharks) und Matt Dumba (Minnesota Wild) waren von ausserhalb der Bubble federführend. Es war ein starkes Zeichen, das die Athleten mit dieser Entscheidung aussandten.

Dementsprechend zahlreich fielen auch die Reaktionen aus. Natürlich gab es auch negative Stimmen, die sagten, man solle Politik und Sport nicht mischen. Doch die Reaktionen von Spielern und Trainern waren durchs Band positiv.

«Wenn man verdaut hat, um was es geht, war das ein grossartiges Statement der Spieler.»
Barry Trotz, Trainer New York Islanders

«Ich bin stolz darauf, dass die Spieler sich gemeinsam engagieren. Nicht nur hier, auch in der Bubble im Osten. Wenn man gemeinsam als Gruppe auftritt, ist das ein stärkeres Zeichen», sagte Jared Bednar, Trainer der Colorado Avalanche.

Barry Trotz, Trainer der New York Islander stösst ins selbe Horn: «Die Spieler wissen, dass die Playoffs wichtig sind. Sie sind sich aber auch dessen bewusst, was draussen in der Welt abgeht. Wenn man verdaut hat, um was es geht, war das ein grossartiges Statement der Spieler.»

Noch deutlicher wird Kurtis Gabriel. Der AHL-Spieler der Lehigh Valley Phantoms nimmt vor allem die Leute aufs Korn, welche die Spieler kritisieren, weil die sich politisch äussern. Er sagt:

«Es ist Zeit, aufzuwachen. Wenn du einer dieser Menschen bist, der glaubt, Menschenrechte und diese Diskussionen hätten keinen Platz im Sport, dann geh doch Hunde-Beweglichkeitswettbewerbe schauen. Wir sind Menschen und nicht nur Profisportler. Was gerade passiert, ist unglaublich. Und es ist lange überfällig.»

Jason Dickinson, Stürmer von den Dallas Stars meinte: «Löst nicht zu spielen irgendwelche Probleme? Nein. Aber es rückt die Probleme in den Fokus. Heute nicht zu spielen, war der richtige Entscheid.»

Die in diesem Frühling gegründete Hockey Diversity Alliance (HDA) will es aber nicht bei Worten belassen. Die Vorsitzenden Akim Aliu und Evander Kane forderten von der NHL die folgenden konkreten Massnahmen im Kampf gegen Rassismus:

  • Die Stadien der NHL-Teams sollen für die US-Wahlen im kommenden Herbst in zusätzliche Wahllokale umgewandelt werden.
  • Bis 2021 sollen 10 Prozent aller von der NHL und den Teams gebrauchten Waren von «black-owned» Zulieferern kommen. Also von Geschäften, die Schwarzen gehören.
  • Die HDA fordert zudem, dass die NHL in den kommenden 10 Jahren 100 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen systemischen Rassismus aufwendet. Das Geld soll für Jugendprogramme, Aufklärung und Gleichberechtigungs-Initiativen eingesetzt werden. 100 Millionen Dollar klingt nach viel Geld. Doch über zehn Jahre sind das pro Team etwas mehr als 300'000 Dollar jährlich und damit nicht mal die Hälfte eines NHL-Mindestlohns.
  • Die NHL soll auch ihre Ziele und Strategien offenlegen, wenn es darum geht, mehr Menschen, die Minderheiten repräsentieren, in der Liga und bei den Teams anzustellen.

Die NHL hat der «Hockey Diversity Alliance» und der Spielergewerkschaft zugestimmt, als es um die Verschiebung der Spiele ging. Zu den Forderungen der HDA hat die Liga bislang noch keine Stellung bezogen. (abu)

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