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Wechsel beim Schweizer Meister

NHL-Coach Guy Boucher wird ab sofort Trainer des SC Bern

Also doch: Nach dem Fall unter den Strich hat der SC Bern einen neuen Trainer verpflichtet. Ab sofort führt mit Guy Boucher ein charismatischer NHL-General den Schweizer Meister.
27.01.2014, 14:4527.01.2014, 17:20

Eigentlich sollte Lars Leuenberger die Mannschaft noch bis Ende Saison führen. Doch nach einer eingehenden Analyse kamen er und der SCB heute Vormittag zum Schluss, dass es besser ist, einen neuen Trainer zu engagieren. Und deshalb ist ab sofort der ehemalige NHL-Trainer Guy Boucher SCB-Trainer. Mit Vertrag bis 2016 – also bis Ende übernächster Saison. «Das ist richtig so»,  sagt SCB-General Marc Lüthi.

Warum geht das so schnell? SCB-Sportchef Sven Leuenberger weilte bis am Sonntag in Nordamerika – unter anderem um mit Guy Boucher um ein Engagement ab nächster Saison zu verhandeln. Und nun, da der SCB in Not ist, haben sich die Parteien heute auf ein sofortiges Engagement geeinigt. Guy Boucher wird den SCB bereits im nächsten Spiel gegen Ambri dirigieren.

Guy Boucher und der Blick nach oben: Da will er mit dem SC Bern so schnell wie möglich hin.
Guy Boucher und der Blick nach oben: Da will er mit dem SC Bern so schnell wie möglich hin.Bild: AP

Der Neue ist hart aber modern

Wer ist Guy Boucher? Er begann seine Karriere als Spieler 1991 in Montreal bei der McGill-Universität und wechselte 1996 nach Frankreich. Ab 2000 arbeitete er auf verschiedenen Positionen als Cheftrainer oder Assistent und holte 2009 mit Drummondville den kanadischen Junioren-Meistertitel. Dieser Erfolg trug ihm den Cheftrainerposten bei Hamilton in der AHL ein und 2011 wechselte er vom Farmteam der Montréal Canadiens in die grosse NHL und wurde Cheftrainer in Tampa. Am 23. März ist er in dort gefeuert worden.

Guy Boucher ist ein moderner NHL-General. Mit dem Selbstvertrauen und dem Charisma, das einer für die Chefposition in einer NHL-Organisation haben muss. Aber zugleich ist Boucher für NHL-Verhältnisse relativ milde. Will heissen: Er gehört zu jener neuen NHL-Trainergeneration, die nicht nur befiehlt, sondern auch erklärt. Er kann toben, dass die Kabinenwände wackeln. Aber er geht im Gespräch auch auf die Spieler ein. Was allerdings in der NHL als relativ milde gilt, ist in der NLA immer noch beinhart: Die «Reitschule» ist beim SCB heute geschlossen, das antiautoritäre Experiment beendet worden.

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