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25.02.2014; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - Rapperswil-Jona Lakers : Enttaeuschung bei David Aebischer (Lakers) (Christian Pfander/freshfocus)

So droht den Lakers der Abstieg

Eismeister Zaugg

Nullkommanull Leidenschaft, nullkommanull Wille, nullkommanull taktische Disziplin

Der SC Bern gewann gegen die Lakers 6:0 und steht wieder auf einem Playoffplatz. Weil es ganz einfach nicht möglich war, gegen diese Lakers zu verlieren.



Wenn ein Schwede ausrastet, dann muss etwas vorgefallen sein. Dann stimmt irgendetwas nicht mehr. Nicklas Danielsson, einst beim SCB ausgemustert und jetzt bei den Lakers, kommt nach dem 0:6 im Berner Hockeytempel vom Eis und versucht in seiner Wut, den Stock an der Wand zu zertrümmern. Aber auch das gelingt ihm nicht. Das Arbeitsgerät bleibt heil. 

Der SC Bern musste gewinnen um seine Playoffchance zu wahren und gewann 6:0. Wer zum Sieg verdammt ist und 6:0 gewinnt, hat alles richtig gemacht.

01.02.2014; Ambri; Eishockey NLA - HC Ambri-Piotta - Lakers Rapperswil; Nicklas Danielsson (Rapperswil) (Michela Locatelli/freshfocus)

Nicklas Danielsson: Wenn selbst er ausflippt, dann stimmt wirklich etwas nicht mehr. Bild: Michela Locatelli

Lakers chancenlos, wie seit Jahrzehnten kein Team mehr

Der SCB lässt sich nach diesem Sieg nicht beurteilen. Der Gegner war einfach zu schwach. Der SCB hat jetzt unter dem neuen Trainer Guy Boucher zwei der ersten drei Spiele gewonnen. Zum ersten ganz grossen Test für Boucher wird am Freitag die Partie in Biel. 

Im SCB-Matchprogramm zum Spiel gegen die Lakers ist auf der ersten Doppelseite ein schönes Inserat abgedruckt. Die Schlagzeile: «Mal ehrlich, wo gibt’s heute noch was gratis?» Die Botschaft passte zum Spiel. Es gab nämlich für den SCB den Sieg und die drei Punkte gegen die Lakers gratis. Selbst Matchbesucher, die schon seit den 1970er Jahren zu den SCB-Heimspielen kommen, konnten sich nicht erinnern, je in einem offiziellen Meisterschaftsspiel einen so schwachen Gegner gesehen zu haben. 

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Die Lakers existierten in Bern gar nicht

Um es in einem Satz zu sagen: Die Lakers existierten in Bern gar nicht. Nullkommanull Leidenschaft, nullkommanull Wille, nullkommanull taktische Disziplin. Und dazu mit David Aebischer, (36) dem statistisch schwächsten Torhüter der Liga.  

So wie bei Kaisers neuen Kleidern niemand zu sagen wagt, dass der Kaiser gar keine Kleider anhat, so wagt es offensichtlich niemand zu sagen, dass die Lakers gar keinen richtigen Goalie haben. Das gehört sich nicht. Denn David Aebischer ist ein ehemaliger WM- und Olympia-Held. 1998 hexte er uns an der U20-WM zu Bronze, anschliessend in Zürich und Basel ins WM-Halbfinale und noch 2006 in Turin zu einem sensationellen Sieg (3:2) über den damaligen Weltmeister Tschechien. Zudem gewann er 2001 als erster Schweizer den Stanley Cup (Colorado) und er war unser erster Dollar-Millionär in der NHL.  

25.02.2014; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - Rapperswil-Jona Lakers : Enttaeuschung bei David Aebischer (Lakers) (Christian Pfander/freshfocus)

David Aebischer: Niemand wagt ihn richtig zu kritisieren. Bild: freshfocus

Niemand wagt das Goalie-Problem anzusprechen

Aus Respekt vor dieser Karriere sagt in Rapperswil-Jona niemand, dass die Lakers auf der Goalieposition keine Kleider mehr tragen. Und erstaunlich: Die Lakers hatten diese Saison keine Hemmungen, sich von Spielern zu trennen. Aber ausgerechnet dort, wo der grösste Handlungsbedarf besteht (Torhüter) ist nichts passiert.  

Ist es ein böses Omen, dass sich die Lakers die B-Lizenz von Damiano Ciaccio gesichert haben? Der Torhüter des HC La Chaux-de-Fonds spielte vor einem Jahr in der Endphase der Saison leihweise für die SCL Tigers – und stand in der Liga-Qualifikation bei der entscheidenden Niederlage gegen Lausanne im Tor. Er weiss bereits, wie man absteigt. 

Die Angst steckt bereits in den Knochen

Vielleicht wäre ja David Aebischer hinter einer soliden Abwehr immer noch ein guter Goalie. Aber die Lakers haben eine der schlimmsten Lotterverteidigungen seit Einführung des Playoff-Modus (1986). Cheftrainer Anders Eldebrink sagt, im Training funktioniere das Spiel «Aber wir können die guten Trainings im Spiel nicht umsetzen.» 

Für die Lakers ist die Saison zu einem zu einem verzweifelten Wettlauf mit der Zeit geworden. Irgendeinmal müsste es ja schon gelingen, aus guten Trainings gute Spiele zu machen. Aber Angst vor dem Abstieg steckt bereits allen in den Knochen.

25.02.2014; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - Rapperswil-Jona Lakers : Trainer Anders Eldebrink (Lakers) links und Assistenztrainer Michel Zeiter (Lakers) (Christian Pfander/freshfocus)

Anders Eldebrink (hinten) und Michel Zeiter: Führen Sie die Lakers aus der Krise? Bild: freshfocus

«Wir müssen einfach in der Liga bleiben» 

Michel Zeiter, der Assistent von Cheftrainer Anders Eldebrink, spricht mit Sorge von einer Verlierermentalität. «Diese Mentalität ist überall spürbar. Sie steckt in unserem Stadion in den Wänden.» Michel Zeiter sagt, es gehe darum, diese Mentalität zu verändern. Deshalb habe man sich im Laufe der Saison von einigen Spielern getrennt (Burkhalter, Earl, Camichel, Collenberg). Und er sagt beschwörend: «Wir müssen einfach in der Liga bleiben.» 

«Wir müssen einfach in der Liga bleiben.»

Lakers-Assistenz-Trainer Michel Zeiter.

Es zeichnet sich ab, dass es nicht nur fast unmöglich ist, diese Verlierermentalität zu verändern. Immer drängender wird das Torhüterproblem. Nicht ganz zufällig haben drei der vier Teams unter dem Strich (Lakers, Biel, Zug) diese Saison keine überdurchschnittlichen Goalies. Diese Probleme haben Zug und Biel die Playoffs gekostet. Den Lakers aber droht wegen des Goalieproblems der Abstieg. 

25.02.2014; Bern; Eishockey NLA - SC Bern - Rapperswil-Jona Lakers : Trainer Anders Eldebrink (Lakers) links und Assistenztrainer Michel Zeiter (Lakers) (Christian Pfander/freshfocus)

Michel Zeiter und die Angst vor dem Abstieg. Bild: freshfocus

Der Krug geht in die Playouts bis er bricht

David Aebischer mahnte in Bern einmal mehr an den Ritter von der traurigen Gestalt, an Don Quijote. Er kämpfte gegen den SCB so aussichtlos wie die Romangestalt gegen die Windmühlen. Wenigstens sorgte er mit Provokationen gegen die SCB-Stürmer für ein wenig Unterhaltung. Aber seine Abwehrquote war einmal mehr miserabel: 83,33 Prozent. Er spielte wie ein Abstiegsgoalie. 

Die Lakers sind noch nie aus der NLA abgestiegen. Sie gelten inzwischen als «unabsteigbar». Aber der Krug geht in die Playouts bis er bricht. Die Langnauer haben es erfahren. Und sie waren vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt der Saison eine Klasse besser als jetzt die Lotter-Lakers. Und stiegen ab. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • salming 03.03.2014 09:51
    Highlight Highlight Elda könnte sich bei mir unsterblich machen, wenn er schafft, was viele vor ihm nicht geschafft haben - Rappi in die NLB zu coachen! Das ist schon längst überfällig.
  • wright 27.02.2014 00:12
    Highlight Highlight Eismeister bleib bei Deinen Leisten. Die Schlussanalyse mag teilweise zutreffen, die Matchanalyse aber ist der Wahrheit weit fern.
    Zwei Tore zu Beginn für die Lakers - die Chancen waren da - und ihre Darstellung könnte diametral anderst ausgefallen sein. Bern war zu Spielbeginn alles andere als überzeugend und vertraute in den ersten gut 10 Minuten auf die Torimpotenz der Lakers. Die danach erzielten Tore kamen mit hohem physischem Druck, zwei davon ohne Stock zustande. Anders Rappi: ihm fehlt ein Knipser und die Durchschlagskraft vor dem Gegentor, zu harmlos die Abschlüsse. Doch wo blieb das Kombinationsspiel der Millionentruppe Mutzen? 15`000 Zuschauer mit einer Standing Ovation am Schluss bei einem 6:0 Heimsieg über den Tabellenletzten? Hallo? Die Erleichterung war den Zuschauern ins Gesicht geschrieben. Da stimmt doch genauso wie bei den Lakers was nicht, oder? Bern war im entscheidenden Moment auf den siebten Mann angewiesen, um beim 3 und 4:0 das Spiel definitiv auf seine Seite zu kippen, das wars. Zu Gross die Hypothek danach für eine angeschlagenes Team. Keine Frage mehr des Willens, der Disziplin oder Leidenschaft zu diesem Zeitpunkt. Die letzten zehn Minuten haben sie all diese Eigenschaften nochmals in die Waagschale geworfen um ein Ehrentor zu erzielen. Alles in Bereich ihrer realistischen Möglichkeiten und nicht jener einer Millionentruppe.
    Leider hat die Provokation wieder mehr Platz in Ihrer Matchanalyse, als der Wille zu einer wahrheitsgetreuen Darstellung, Herr Zaugg.
    • Jonas1980 27.02.2014 12:08
      Highlight Highlight Sehr gut geschrieben! Absolut deiner Meinung. Apropos Tor ohne Stock:
      Hätte Rappi dieses 3:0 so erzielt, hätte es zu 100% wegen Kickbewegung nicht gezählt....aber die CH Schiedsrichter sind ein anderes Thema nicht wahr Hr Zaugg...
  • Toastbrot 26.02.2014 20:31
    Highlight Highlight Nach dem Abgang bei 20min endlich wieder eine interessante, provokative manchmal zum Schmunzeln anregende Berichterstattung. Besten Dank an Watson und Klaus Zaugg.
  • Jonas1980 26.02.2014 10:25
    Highlight Highlight Also etwas muss schon mal gesagt sein:
    Jedes Jahr von Neuem (insbesondere von Hr. Zaugg) geht die "Medienschlacht" gegenüber Rappi los....ich kanns fäng nicht mehr hören.
    Zudem wird das ganze immer EXTREM übertrieben....hallo!?! Jahrzehnte keine Mannschaft??? Was ist denn das für eine Aussage? Dem Hr Klaus müsste man mal "Jahrzehnt" definieren...2005/2006 war Rappi im PLAYOFF Halbfinale!!! Und da wars keine Mannschaft die das erreichte? Das ist noch kein Jahrzehnt her!!!
    Könnte auch sagen: Hr Klaus is seit Jahrzehnten ein Eishockeyexperte ohne Ahnung....
    Aber freue mich jetzt schon darauf dass Rappi NICHT absteigen wird und es allen Kritikern/Nörgeln zeigt....
  • Clark Kent 26.02.2014 08:53
    Highlight Highlight die lakers sollen endlich absteigen! dennoch kann man trotzdem bei den tatsachen bleiben. so schlecht waren die lakers nicht. das 1:0 der berner kam aus dem nichts. bis dahin waren die lakers die bessere mannschaft. danach die powerplaytore und deren wille war gebrochen. so schaut's aus, klaus.
  • filmorakel 26.02.2014 08:32
    Highlight Highlight Naja, Langnau hat letzte Saison auch bloss 3 Punkte mehr geholt als Rappi - von einem Klassenunterschied wie hier beschrieben kann also keine Rede sein...

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