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Für Nati-Topskorer Grégory Hofmann (v.) und seine Teamkollegen geht es dieses Jahr nur um Ruhm und Ehre.
Für Nati-Topskorer Grégory Hofmann (v.) und seine Teamkollegen geht es dieses Jahr nur um Ruhm und Ehre.
Bild: keystone
Eismeister Zaugg

Die Schweizer sind die letzten Hockey-Romantiker: Geld spielt keine Rolle

Die Spieler werden von den Klubs bezahlt. Bei der WM können sie zusätzlich mit Prämien Geld verdienen. In Riga sind Prämien zum ersten Mal gar kein Thema. Es geht tatsächlich nur um Ruhm und Ehre und nicht um Geld.
02.06.2021, 16:15

Das WM-Prämiensystem unseres Hockeyverbandes hat sich über die Jahre bestens bewährt. Etwas vereinfacht erklärt: Der Verband gibt das nach Rangierung abgestufte WM-Preisgeld zum grössten Teil an die Spieler und die Betreuer weiter. Für die Finalqualifikationen von 2013 und 2018 gab es beispielsweise für den Verband rund 900'000 Franken und für die Spieler einen Zustupf von nicht ganz 30'000 Franken.

Auf diese Summe können die Schweizer in Riga nicht kommen: Der internationale Verband (IIHF) hat ja das Preisgeld der ersten Acht um 20 Prozent gekürzt und gibt dafür den letzten Acht 20 Prozent mehr. Der WM-Titel, in normalen Zeiten rund 1,1 Millionen wert, würde also wegen der 20prozentigen Kürzung weniger Geld in die Verbandkassen bringen als die Finals von 2013 und 2018.

Der Nachfolger der Finnen als Eishockey-Weltmeister muss mit einer geringeren Siegprämie rechnen als noch 2019.
Der Nachfolger der Finnen als Eishockey-Weltmeister muss mit einer geringeren Siegprämie rechnen als noch 2019.
Bild: EPA/EPA

Aber Geld spielt in Riga gar keine Rolle. Es gibt für einmal gar keine Prämienregelung. Und die Spieler sind damit einverstanden.

Verbands-Geschäftsführer Patrick Bloch bestätigt auf Anfrage: «Ja, das stimmt. Diese Saison ist für alle schwierig, auch für uns beim Verband. Wir konnten beispielsweise nicht alle Länderspiele durchführen und unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Vertragspartnern nicht vollumfänglich erfüllen. Wir haben den Spielern vorgeschlagen, erst nach der WM, wenn wir unsere finanzielle Lage überblicken können, über eine Prämie zu reden. Alle haben Verständnis für diese schwierige Situation gezeigt und sind mit diesem Vorgehen einverstanden.» Ohne Boshaftigkeit können wir sagen: im Fussball wäre eine solche Haltung der Spieler mit grosser Wahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich.

Im Extremfall, wenn Patrick Bloch jammert wie die Agrar-Lobbyisten über die Nöte der Bauern im Bundeshaus und die finanzielle Lage des Verbandes in den allerschwärzesten Farben ausmalt, könnte es sogar sein, dass die Spieler leer ausgehen. Aber das wird natürlich nicht der Fall sein. Einen Zuschuss fürs Ferien-Kässeli wird es für jeden der Riga-Helden schon geben.

Der Weg ins Viertelfinale.

Aber es ist bemerkenswert, dass vor der WM auf eine Prämienregelung, auf garantierte Prämien verzichtet worden ist – was ja im schlimmsten Fall die Inkaufnahme keiner Prämie bedeutet. Wir können durchaus sagen: Geld spielt bei den Teilnehmern unserer «WM-Expedition» keine Rolle.

Die Schweizer sind bei dieser WM tatsächlich die letzten wahren Hockey-Romantiker.

Die letzten wahren Hockey-Romantiker: die Schweizer Eishockey-Nati.
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Bild: keystone
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