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Aus dem letzten Jahr: Der EHC Kloten im Duell gegen den HC Ajoie.
Aus dem letzten Jahr: Der EHC Kloten im Duell gegen den HC Ajoie.Bild: keystone
Eismeister Zaugg

Kloten ist «Fünfliber-Favorit» – und dann wie Ajoie oder wie die Lakers?

Kloten gewinnt den Spitzenkampf in Olten 6:3. Aber mehr als ein «Fünfliber-Favorit» sind die Zürcher im Kampf um den Aufstieg nicht. Die drei letzten Plätze der nächsten Saison sind in der höchsten Liga schon vergeben.
26.01.2022, 04:5326.01.2022, 13:30

Am 23. Dezember hatte Kloten gegen ein Olten ohne Ausländer in Olten 0:2 verloren. Nun ist die Revanche mit einem 6:3 gelungen. Kloten und Olten sind die beiden Kronfavoriten für den Aufstieg in die National League. Es ist der letzte «Gratis-Aufstieg»: Die letzte direkte Promotion des Siegers der Swiss League. Ab 2023 gibt es wieder eine Liga-Qualifikation.

Kloten oder Olten? Das ist die Frage im Aufstiegskampf. Diese zwei Direktduelle vom 23. Dezember (0:2) und dem 25. Januar (6:3) liefern eine interessante Antwort. Kloten ist erstaunlich robust und zweifelsfrei die spielerisch beste, talentierteste, schnellste und die mit Abstand ausgeglichenste Mannschaft der Swiss League. Abgesichert von einem exzellenten Torhüter (Sandro Zurkirchen). Und kommandiert von einem Coach (Jeff Tomlinson), der schon bei den Lakers bewiesen hat, dass er Aufstieg kann. Kloten hat Olten in beiden Partien dominiert: Mit 30:23 Torschüssen beim 0:2 und gestern beim 6:3 mit 43:30 Abschlüssen.

Kommt es zum Final gegen Olten, dann ist Kloten allerdings nur noch ein «Fünfliber-Favorit». Favorit schon. Aber die Differenz zwischen den zwei Teams ist so gering, dass alles passieren und ein Zufall alles entscheiden kann: Ein verstolperter Puck, ein Schuss an den Pfosten oder ein Fehlgriff des Goalies. Wir können also bei einer Prognose auch einfach eine Münze – einen Fünfliber – werfen. Kopf oder Zahl? Olten oder Kloten?

Diese zwei Spitzenkämpfe haben die Qualitäten der Oltner und der Klotener aufgezeigt. Olten ist der klassische Underdog und wird im Falle eines Falles diese Rolle zelebrieren und daraus Energie schöpfen. Von Lars Leuenberger vorzüglich gecoacht und taktisch geschult, defensiv stabil, diszipliniert, eher noch robuster als Kloten und erstaunlich tempofest. Ein Energie- und Taktik-Team, das Kloten eine ähnlich böse Überraschung bereiten kann wie im letzten Frühjahr Ajoie.

Der Unterschied zwischen Olten und Kloten in den beiden Spitzenpartien lässt sich gut an zwei Spielern veranschaulichen: Der schlaue Flügel Niki Altorfer (31) ist im gestrigen Spitzenkampf als zweifacher Torschütze der typische Klotener: eher kleingewachsen (173 cm), aber kräftig und furchtlos. Verteidiger Eliot Antonietti, der erstaunlich flinke und smarte Titan (196 cm, 107 kg) steht hingegen für die kämpferischen Qualitäten der Oltner. Er lässt sich beim 2:0 am 23. Dezember und gestern beim 3:6 je einen Assistpunkt notieren. Er wäre immer noch gut genug für die National League und in Ajoie oder Langnau Verteidigungsminister.

108 Minuten und 52 Sekunden muss sich Kloten in diesen beiden Spitzenkämpfen gedulden, bis endlich ein Tor bei fünf gegen fünf Feldspielern gelingt. Es ist das 3:3 in der 49. Minute von Niki Altdorfer, das die Wende einleitet und endlich die Räume öffnet. Die ersten beiden Tore waren Powerplay-Treffer. Kloten hat das beste Überzahl-Spiel der Liga, kassierte aber gestern in Olten einen Gegentreffer (zum 1:1) in Überzahl.

Das zeigt uns die Qualität der Oltner: Selbst Kloten war mehr als 100 Minuten lang nicht dazu in der Lage, mit der besten Offensive der Liga (165 Treffer) die Abwehr der Oltner – mit 56 Gegentreffern die beste der Liga - zu knacken. Die Offensive gewinnt Spiele. Die Defensive Meisterschaften. Mit Lars Leuenberger hat Olten einen Trainer, der Meister (2016 mit dem SCB) kann. Das sollte Kloten eine Warnung sein.

Wird Kloten die Geduld und zugleich die Leidenschaft haben, um den starken Widerstand der Oltner mit spielerischen Mitteln zu überwinden? Am 23. Dezember fehlten Geduld und Leidenschaft und das Spiel ging 0:2 verloren. Gestern hingegen nicht und im Schlussdrittel drehen die Zürcher nach einem 2:3-Rückstand die Partie und siegen 6:3.

Wenn die Hockey-Götter Sinn für Dramatik haben, sorgen sie erstens für den Final Kloten gegen Olten und zweitens für ein ganz besonderes Spektakel: Was, wenn die Zürcher im Final auf Torhüter Dominic Nyffeler statt auf Sandro Zurkirchen setzen müssen? Dominic Nyffeler hat ja bereits für nächste Saison in Olten unterschrieben.

Schon jetzt können wir uns ein wenig mit der Frage auseinandersetzen: Falls Kloten oder Olten aufsteigen sollten – welche Rolle kann eines dieser beiden Teams in der höchsten Liga spielen? Die der Miserablen wie Ajoie (das soeben mit 16 Niederlagen de suite einen Liga-Rekord aufgestellt hat) oder die der Respektablen wie die Lakers, die bereits in der dritten Saison nach dem Wiederaufstieg den Playoff-Halbfinal erreicht und sich nun in der Spitzengruppe der Liga etabliert haben?

Eher wie die Lakers. Ajoie war ein Aufstiegsteam, das extrem von seinen beiden kanadischen Stürmern Philip Michaël Devos und Jonathan Hazen lebte. Olten und vor allem Kloten haben die viel besseren Schweizer Spieler und sind weit weniger von ihren Ausländern abhängig als letzte Saison Ajoie. Noch etwas konkreter: Steigt Kloten auf, dann werden wir im Frühjahr 2023 am Ende der Qualifikation folgende Klassierungen am Tabellenende haben: 14. Ajoie, 13. SCL Tigers, 12. Kloten. Schaffen die Oltner die Promotion, dann wird die Reihenfolge eine andere sein: 14. Ajoie, 13. Olten, 12. SCL Tigers.

Aber vielleicht kommt ja alles wieder einmal ganz anders.

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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dechloisu
26.01.2022 08:36registriert November 2016
Der Weg ist noch weit und Hart.
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Chalbsbratwurst
26.01.2022 08:00registriert Juli 2020
Zitat: "Aber vielleicht kommt ja alles wieder einmal ganz anders."

Ja alles ist möglich... La Chaux de Fonds wird SL-Meister und der SCB ist nächste Saison unter den letzten drei ;-)
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Googlehopf
26.01.2022 10:45registriert Oktober 2020
Ich hoffe natürlich auf einen Aufstieg von Kloten. Jedoch fürchte ich jetzt schon die ersten Saisons in der NLA. Wenn man so schaut wie sich Rappi und Ajoie in den ersten Saison geschlagen hat, befürchte ich böses...

Trotzdem, Hopp Chloote 😉
(Auch wenn der Klaus das nicht so sieht)
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