Sport
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Eishockey-WM, die Spiele vom Dienstag

A: Schweiz – Deutschland 1:0
B: Dänemark – Weissrussland 1:5
A: Österreich – Frankreich 20:15 Uhr
B: Slowakei – Slowenien 20:15 Uhr​

05.05.2015; Prague; Eishockey WM 2015 - IIHF ICE HOCKEY WORLD CHAMPIONSHIP;
Switzerland - Germany;
Justin Krueger (GER) Denis Hollenstein (SUI) 
(Andy Mueller/freshfocus)

Wie ist der Kampf gegen Deutschland zu beurteilen? Noch haben wir keine Gewissheit. Bild: freshfocus

Eismeister Zaugg

Ein Sieg gegen Deutschland und das bange Warten auf die Wahrheit

Noch nie im Rückstand und jetzt gar ein 1:0-Triumph über Deutschland. Mit einem Sieg gegen Lettland am Mittwoch stehen wir im Viertelfinale.

klaus zaugg, prag



Vor 25 Jahren wäre Glen Hanlon mit den Resultaten dieser WM als einer der besten Nationaltrainer aller Zeiten gefeiert worden. 3:4 n.P. gegen Österreich, 3:1 gegen Frankreich, 1:0 gegen Deutschland.

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Dieses Tor entscheidet das Spiel: Denis Hollenstein trifft in der 53. Minute zum 1:0. gif: srf

Aber in den letzten 25 Jahren ist die Schweiz in die Weltklasse zurückgekehrt. Wir sind WM-Finalist von 2013 und die Nummer 7 der Welt. Die Erwartungen sind höher als vor 25 Jahren. Die Niederlage gegen Österreich ist die peinlichste seit der Rückkehr in die A-WM 1998. Die Leistungen gegen Frankreich und Deutschland entsprechen nicht den Erwartungen.

Es gibt eine bösartige und eine wohlwollende Beurteilung der Schweizer bei dieser WM 2015.

Die bösartige Beurteilung:

Noch selten in der Geschichte unseres Hockeys ist an einer WM so viel Talent so miserabel gecoacht und gemanagt worden.

Roman Josi und Mark Streit verdienen mehr als die Gesamtlohnsumme des deutschen Teams. Justin Krueger gilt als bester Verteidiger der Deutschen. Er ist beim SCB nicht einmal gut genug fürs erste Powerplay. Wir haben sozusagen gegen Deutschland B gewonnen – die Stimmung rund um die Nationalmannschaft ist bei unserem Erzrivalen so schlecht, dass sage und schreibe 22 (!) Spieler das WM-Aufgebot abgelehnt haben.

05.05.2015; Prague; Eishockey WM 2015 - IIHF ICE HOCKEY WORLD CHAMPIONSHIP;
Switzerland - Germany;
Justin Krueger (GER) Dino Wieser (SUI) 
(Andy Mueller/freshfocus)

Justin Krüger: Beim SCB nicht gut genug fürs Powerplay, in Deutschland der beste Verteidiger. Bild: freshfocus

Die Frage, wie um alles in der Welt eine grosse Hockeynation wie die Schweiz dazu kommt, einem Trainer wie Glen Hanlon die Nationalmannschaft zu überlassen, ist inzwischen eines der grossen Mysterien des Welteishockeys. 

Kein klar ersichtliches Konzept und ein Powerplay, das selbst mit Roman Josi und Mark Streit nicht funktioniert (bisher 16 Powerplays und 1 Tor). Es ist wie bei des Kaisers neuen Kleidern. Alle sehen, dass es so eigentlich nicht geht. Aber niemand sagt es. Alle warten auf das Kind, das wie im Märchen ausruft: Aber der Kaiser ist ja nackt! Das ist, wie gesagt, die bösartige Beurteilung.

Die wohlwollende Beurteilung:

Es ist die Sicht der Verbandsgeneräle. Ein Sieg gegen Deutschland ist nie selbstverständlich. Es ist immer schwierig, am Anfang eines WM-Turniers gegen die Aussenseiter zu spielen. Wir haben dann alles zu verlieren und nichts zu gewinnen und die WM-Hinterbänkler sind noch bei Kräften.

Wir sind nun in allen drei Spielen nie in Rückstand geraten (Österreich siegte ja im Penalty-Schiessen) – also haben wir ein Konzept und die Kritik an Glen Hanlon entbehrt jeder Grundlage. Wir können nun mit einem Sieg gegen Lettland (Mittwoch 16.15 Uhr) die Viertelfinals sichern. Wir stehen in der Zwischenrangliste auf Platz drei. Drei Punkte vor Tschechien.

05.05.2015; Prague; Eishockey WM 2015 - IIHF ICE HOCKEY WORLD CHAMPIONSHIP;
Switzerland - Germany;
Denis Hollenstein (SUI) jubelt nach dem Tor zum 1:0 
(Andy Mueller/freshfocus)

Rein rechnerisch befindet sich die Schweiz auf Kurs. Bild: freshfocus

Statt zu kritisieren sollten die Chronisten jetzt die Verdienste von Glen Hanlon würdigen und die schöne Geschichte von Vater und Sohn schreiben. Felix Hollenstein gehörte zum Team, das 1992 im WM-Viertelfinale Deutschland auch hier in Prag 3:1 besiegte und auf den 4. Schlussrang kam. Nun hat sein Bub Denis mit dem 1:0 gegen Deutschland in der 53. Minute den Sieg gesichert und nach wie vor ist bei dieser WM 2015 für die Schweiz alles möglich. Nach 1992 (3:1) und 2004 (1:0) nun der dritte WM-Sieg über Deutschland in Prag.

Wo liegt die Wahrheit?

Der Sieger hat immer recht. 1:0 gegen Deutschland. Die letzte Wahrheit steht oben auf der Resultatanzeige. Die Schweiz hat Frankreich und jetzt Deutschland besiegt. Also gilt erst einmal diese wohlwollende Analyse.

Und wie ist die objektive Analyse? Nun, die WM-Mannschaft von Prag hat praktisch gleich viel Talent wie das WM-Silberteam von 2013. Wir warten noch auf die letzte Wahrheit von Prag. Es ist ein banges Warten auf die Wahrheit. Die Siege gegen Frankreich und Deutschland haben noch nicht alle Kritik entkräftet.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Viktor mit K 05.05.2015 20:42
    Highlight Highlight Man kann froh sein, das die grossen Brocken erst zum Schluss kommen. Hätten wir zuerst gegen die Top3 gespielt, bezweifle ich das die Schweiz aufgrund der Moral gegen die vermeintliche "schlechteren" Gegner gewonnen hätte..
  • T. aus B. 05.05.2015 20:13
    Highlight Highlight Wenn schon in jedem 2. Artikel die WM 2013 mit Medaille bemüht wird, sollte man sich trotz dem bisherigen 'Gekraue' auch vor Augen halten, dass wir vor 2 Jahren teilweise mit einem Affenschwein gesegnet waren (z.B. Pfostenschüsse der Tschechen) , wie es selten vorkommt. Es fehlt manchmal wenig und aus einem Trainer, der mit der Nati auch genügend Ziele verfehlt hat, wird statt einem Silber-Schmid einfach ein 'normaler' Trainer.
  • Pax Mauer 05.05.2015 20:03
    Highlight Highlight Grundsätzlich ist es ja nicht schlecht, dass bei einer Mannschaft mit einigen Alphatieren ein "Glon" an der Bande steht. Dann kann sich die Mannschaft selber organisieren und der "Glon" mit den Presseleuten rumkalbern. Nur scheint das diesjährige Team noch zu wenig gefestigt und eingespielt zu sein, dass es sich selbst coachen kann. Das Ganze wird zur Zeitfrage. Ein "Frustsaufen" wäre da wohl hilfreich. Dass Hanlon überfordert und überbewertet ist, weiss jeder in der Branche. Ein klarer "Verbandstrainer", der sich die Aufstellung diktieren lässt. Ob es nötig ist, dass Herr Zaugg ihn jedesmal abfräst, sei dahingestellt. Entscheidend ist, dass sich die Mannschaft am Riemen reisst. Durchschaut hat sie Hanlon schon längst.
  • länzu 05.05.2015 19:59
    Highlight Highlight Es ist eine Qual, diesem Team zuzuschauen. Mit Ausnahme von Genoni, Josi, Fiala, Ambühl und Waler, bringt kaum einer seine Normalleistung. Anstatt am freien Tag das nichtexistente Powerplay zu üben, macht der überforderte Übungsleiter einen auf freien Tag. Und so spielt die Schweiz in Überzahl noch mieser als bei Gleichstand. Dass das Spiel gegen Deutschlan trotzdem gewonnen wurde, ist purer Zufall.
    • Amboss 05.05.2015 20:59
      Highlight Highlight Ein bisschen hart ihre Kritik. Ich würde jetzt eher mal sagen, es ist wie bei der Fussball-Nati unter Ottmar Hitzfeld:
      Die Resultate stimmen, aber die Spiele sind schwer zu ertragen. Alles andere als eine Augenweide, nicht begeisternd.
      Und: Auch unter Hitzfeld hatte die Nati immer einen Krampf gegen kleine Gegner, spielte aber gegen grosse Namen stark auf. Kann mir gut vorstellen, dass es auch hier unter Hanlon so ist.
      Viertelfinal, vielleicht sogar Halbfinale liegt drin.
      Kann mir gut vorstellen, dass es hier auch so ist.
  • chandler 05.05.2015 19:02
    Highlight Highlight kann mir bitte mal jemand das ewige Hanlon Bashing von KZ erklären?...
    • Topoisomerase 05.05.2015 19:43
      Highlight Highlight Also, wie sich herauskristalisiert hat, ist Klaus Zaugg kein Fan von freundlichen Trainern, wie man auch bei Gustafsson (Ex-Tigers) und Laporte (Tigers) sieht. Seine Hintergründe bleiben aber unbekannt.
    • Brummbaer76 05.05.2015 20:05
      Highlight Highlight Klaus Zaugg ist gegen jeden Trainer, der nach Krüger kam. Klausis Krüger Trauma ;-)

Die Schweiz ist «B-Weltmeister» – der erstaunlichste Reifeprozess aller Zeiten

4:1 gegen Norwegen. Vier Siege zum WM-Auftakt hatten wir auch schon. Aber noch nie auf diese Art und Weise. Die grosse Frage lautet nun: Wie weit kommt die «neue» Schweiz?

Kehren wir ein wenig in die Vergangenheit zurück, um die Leistungen der Schweizer hier in Bratislava einzuordnen. Die Vergangenheit hilft uns, die Gegenwart besser zu verstehen.

Also: Im letzten Jahrhundert mit der alten Ordnung des «Kalten Krieges» war auch die Hockeywelt überschaubar. Eingeteilt in eine A-, B- und C-WM. Die A-WM als oberste Stufe umfasste bloss 6 und später 8 Nationen. Und nicht 16 wie heute.

Die Schweiz gehörte mit Ausnahme von zwei schmachvollen Jahren in der C-WM (1969, …

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