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Haris Seferovic oder Breel Embolo – einer muss die Tore schiessen.<br data-editable="remove">
Haris Seferovic oder Breel Embolo – einer muss die Tore schiessen.
Bild: Kai Pfaffenbach/REUTERS

Chancentod oder Publikumsliebling? Weshalb Petkovic weiter auf Seferovic setzen sollte

Die Schweiz hat ein Stürmerproblem. Das ist zwar nicht neu, ist an der EM in Frankreich aber zu einem ernsthaften Problem geworden. Haris Seferovic oder Breel Embolo? Vladimir Petkovic steckt in der Zwickmühle. Oder doch nicht?
16.06.2016, 02:2316.06.2016, 14:29

Im zweiten EM-Gruppenspiel gegen Rumänien hatte Vladimir Petkovic ein etwas glückliches Händchen. Mit Admir Mehmedi schoss in der 57. Minute einer der meist Gescholtenen des Albanien-Spiels das erlösende Tor. Trotz der schwachen Leistung und der grossen Kritik hielt Petkovic am linken Flügel fest und wurde belohnt. Mit voller Wucht drosch Mehmedi die Kugel in die Maschen. Er ist nun der erste Schweizer, der an einer EM- und WM-Endrunde getroffen hat.

Mehmedi hält voll drauf und darf jubeln.
streamable

Fast wäre es allerdings nicht dazu gekommen. Breel Embolo hatte sich nämlich bereits warm gemacht und stand schon vor dem Eckball, der zum 1:1-Ausgleich führte, an der Seitenlinie zur Einwechslung bereit. Keine Frage: Embolo sollte für Mehmedi ins Spiel kommen.

Der 19-jährige Publikumsliebling musste sich danach etwas gedulden. «So ein Moment darf man nicht gleich kaputt machen», sagte Petkovic nach der Partie im SRF-Interview und brachte Embolo erst sechs Minuten später für Haris Seferovic ins Spiel. Doch auch der Youngster konnte danach nichts an der Schweizer Torimpotenz ändern.

Petkovic erklärt die Aufschiebung des Wechsels.srf
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Unzählige Grosschancen hatte die Schweiz gegen Albanien und Rumänien, aber nur zwei Tore hat sie zustande gebracht – und beide fielen nach Standards. Eine magere Ausbeute. Nach den ersten beiden EM-Gruppenspielen ist noch deutlicher geworden, was zuvor schon klar war: Die Nati hat ein Stürmerproblem. 

«Wir sind die Mannschaft, die am meisten Torchancen kreiert.»
Valon Behrami

Die Verkörperung der Torflaute

Verkörpert wird dieses durch Haris Seferovic. Wie schon gegen Albanien liess der U17-WM-Finaltorschütze auch gegen Rumänien gleich zwei aussichtsreiche Torchancen fahrlässig liegen.

6. Minute: Seferovics Schlenzer fliegt am Tor vorbei.streamable
18. Minute: Seferovic schiesst den Torhüter an.streamable
«Auf diesem Niveau erhält man nicht 20 Chancen. Wir hatten fünf, sechs gute und trafen nicht. Das ist das einzige Manko.»
Granit Xhaka

Doch nicht nur Seferovic, auch Dzemaili oder Shaqiri sündigten im Abschluss. Trotzdem ist es Seferovic, der bereits nach zwei Spielen auf dem Abstellgleis steht – zumindest bei den Fans. Denn diese machen weiter mächtig Stimmung für einen Nomination Embolos. Der Fan-Song «Oh Embolo» wird immer mehr zum grossen Party-Hit an dieser EM.

«Oh Embolo»: Was für ein Ohrwurm.
streamable

Aber natürlich zählen solche Randgeschichten für Petkovic nicht. Für ihn geht es einzig darum, wer der Mannschaft derzeit mehr bringt. Und hier hat Seferovic wohl trotz seiner Glücklosigkeit die Nase vorn. 

Seferovic mit den besseren Argumenten

Der 24-jährige Surseer war wie schon gegen Albanien auch gegen Rumänien ungemein bemüht, sehr beweglich und immer anspielbar. Gekonnt legt er Bälle ab, zieht in den freien Raum und erarbeitet sich Chancen. Nur im Abschluss fehlt ihm derzeit die notwendige Präzision und vielleicht auch etwas das Glück. Seferovic war allerdings noch nie ein klassischer Torjäger, auch in Frankfurt ist er der Mann für die langen Wege und derjenige, der Alexander Meier – wenn er denn fit ist – mit Bällen füttern soll.

Mal wieder die Hände vor dem Gesicht: Wann fällt endlich einer rein?<br data-editable="remove">
Mal wieder die Hände vor dem Gesicht: Wann fällt endlich einer rein?
Bild: EPA/KEYSTONE

Und was ist mit Embolo? Beim FC Basel hat er eine für seine Verhältnisse eher mässige Rückrunde abgeliefert. Fünf Tore in 17 Spielen hat der Youngster, der bis kurz vor EM-Start noch mit einer Verletzung zu kämpfen hatte, erzielt und ansonsten vor allem mit seinem möglichen Wechsel ins Ausland für Furore gesorgt.

An der EM hat er zweimal rund eine halbe Stunde spielen dürfen, gegen Albanien als Linksaussen, gegen Rumänien als Mittelstürmer. Im ersten Spiel glänzte er mit einem herrlichen Steilpass auf Seferovic, blieb ansonsten allerdings blass. Auch gegen Rumänien gelang ihm wenig. 

Keine Alternativen

Petkovic muss sich vor dem Frankreich-Spiel also entscheiden: Chancentod Seferovic oder Publikumsliebling Embolo. Alternativen gibt es kaum. Mehemdi ist nach seinem Tor und der starken Leistung danach wieder gesetzt, Shani Tarashaj keine ernsthafte Alternative, Eren Derdiyok für Petkovic offenbar auch nicht. Und Xherdan Shaqiri kann man trotz seiner mässigen Auftritte auch nicht draussen lassen.

Wer soll gegen Frankreich im Schweizer Sturmzentrum spielen?

Seferovic oder Embolo also. Petkovic sollte sich für ersteren entscheiden. Er weiss, was er an ihm hat. Und vielleicht passiert mit dem bisherigen Chancentod ja dasselbe wie mit Mehmedi. Ein Tor und schon könnte der Knoten platzen.

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quelle: witters / tim groothuis/freshfocus
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32 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Seebär
16.06.2016 03:49registriert April 2015
Ich würde Derdiyok bringen. Hatte eine gute Saison in Kasimpasa und hat das Faible für Traumtore.
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Eifachöpper
16.06.2016 08:45registriert Juni 2015
Die Option Derdiyok einfach mal als "offenbar auch keine option" abtun? Der sinn dieses Artikels sollte doch eigentlich sein alternativen für Seferovic zu analysieren, warum wird dann die einzige richtige Alternative nur in einem Nebensatz erwähnt?
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pun
16.06.2016 07:08registriert Februar 2014
Why not Derdiyok? Gemessen an der Rückrunde im jeweiligen Klub klar der torgefährlichste Schweizer Stürmer!
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