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«Sepp Blatter könnte Putin am ehesten stoppen»

Fertig lustig: FIFA-Chef Sepp Blatter (rechts) soll Wladimir Putin (links) unter Druck setzen, fordert Adolf Ogi.
Fertig lustig: FIFA-Chef Sepp Blatter (rechts) soll Wladimir Putin (links) unter Druck setzen, fordert Adolf Ogi.Bild: DYLAN MARTINEZ/REUTERS
Adolf Ogi stellt WM 2018 in Russland in Frage

«Sepp Blatter könnte Putin am ehesten stoppen»

Sollte Russland tatsächlich hinter dem Abschuss der MH17 stecken, müsse die FIFA dem Land die Fussball WM 2018 wegnehmen, fordert alt Bundesrat Adolf Ogi. Und nimmt FIFA-Chef Blatter in die Pflicht.
27.07.2014, 02:0527.07.2014, 08:24
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Adolf Ogi: «Die FIFA braucht einen Alternativplan»
Adolf Ogi: «Die FIFA braucht einen Alternativplan»Bild: KEYSTONE

Noch immer ist nicht gänzlich geklärt, wer für den Abschuss der Boeing 777 im Osten der Ukraine verantwortlich ist – viele Indizien deuten jedoch auf Russland. Adolf Ogi fordert von der FIFA Konsequenzen: «Sollte es wirklich ein russischer Abschuss gewesen sein, hat die FIFA ein ganz grosses Problem», sagt Ogi zum SonntagsBlick. «Die FIFA muss dann in Erwägung ziehen, Russland die WM nötigenfalls zu entziehen.» Die Fussball-Organisation solle sich eine Alternative zu Russland suchen, so Ogi.

«Gibt man die Anlässe in die Hände von Diktatoren und Despoten, wird das Interesse am Sport mittelfristig abnehmen.»

Zu der «Zentralschweiz am Sonntag» sagt der ehemalige Uno-Sonderbeauftragte für Sport im Dienste von Entwicklung und Frieden: «Gibt man die Anlässe in die Hände von Diktatoren und Despoten, wird das Interesse am Sport mittelfristig abnehmen.» Er nimmt den FIFA-Chef in die Verantwortung: «Am ehesten kann Sepp Blatter Putin stoppen», sagt Ogi zum «SonntagsBlick». Blatter könne im jetztigen Moment mehr bewirken als «säbelrasselnde Amerikaner und EU-Politiker». 

Blatter und Ogi bei einer FIFA-Konferenz im Jahr 2000.
Blatter und Ogi bei einer FIFA-Konferenz im Jahr 2000.Bild: KEYSTONE

Ogi appelliert die die FIFA, aber auch an das Internationale Olympische Komitee, die Vergabekriterien für die grossen Sportanlässe generell zu überdenken. «Sehr viele Leute fragen sich unterdessen, ob die zwei grössten Sportverbände noch in der Lage sind, die richtigen Entscheide zu treffen», sagt er zur «Zentralschweiz am Sonntag». Menschenrechte, Demokratie und und soziale Rechte spielten keine Rolle, weswegen demokratische Staaten immer weniger bereit seien, solche Anlässe auszurichten. Das müsse ein Alarmsignal für die Internationalen Verbände sein. 

Die FIFA scheint nicht interessiert, dies in Erwägung zu ziehen. Sie nehme «ihre Verantwortung als Fussball-Weltverband sehr ernst und unterstützt jegliche friedliche und demokratische Debatte», sagt ein Sprecher zum «SonntagsBlick». Die Geschichte zeige, «dass ein Boykott von Sportveranstaltungen oder eine Politik der Isolation oder Konfrontation nicht zu den effektivsten Methoden der Problemlösung gehören». Eine WM könne eine Lage positiv verändern. (rey)

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