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MONZA, ITALY - SEPTEMBER 05: Esteban Gutierrez of Mexico and Sauber F1 drives during Practice ahead of the F1 Grand Prix of Italy at Autodromo di Monza on September 5, 2014 in Monza, Italy.  (Photo by Bryn Lennon/Getty Images)

Sauber hat heuer einen schweren Stand. Der Rennstall aus Hinwil hat diese Saison noch keinen Punkt geholt. Bild: Getty Images Europe

Nur noch acht Teams?

Gerüchte um Team-Reduktion – die Formel 1 bald ohne Sauber? 

Erneut tauchen Gerüchte auf, dass ab nächster Saison acht Teams mit je drei Autos in der Formel 1 fahren sollen. Das sind die Pros und Contras zu einer solchen Umstrukturierung. 



Auslöser der jüngsten Diskussion um eine Reform im Formel-1-Zirkus ist ein Tweet von Adam Parr. Der Brite arbeitete fünf Jahre für den Williams-Rennstall und bekleidete dort unter anderem das Amt des CEOs. Durch diese Tätigkeit erhielt er tiefen Einblick in die Welt der Formel 1 und veröffentlichte 2012 ein Buch in Comic-Form darüber.

Der Tweet des mittlerweile bei Williams zurückgetretenen Geschäftsmannes ist deshalb durchaus ernst zunehmen. Eine Stunde nach dem gestrigen Rennen in Monza teilte er der Internetwelt mit: «Das ist das letzte Jahr der F1, wie wir sie kennen. 2015 werden acht Teams an der Meisterschaft teilnehmen, wovon einige drei Autos haben werden.»

Das Gerücht machte bereits Ende 2013 die Runde und geistert seit da in den Internetforen der Formel-1-Fans rum. Sollte die angekündigte Umstrukturierung tatsächlich stattfinden, hätte dies natürlich schwerwiegende Folgen auf das Formel-1-Business. Der Schweizer Rennstall Sauber müsste sogar um die WM-Teilnahme bangen. Was wären die Vor-, was die Nachteile dieser Reform?

Pro 

– Aufgrund der grossen Qualitätsunterschiede der Autos fahren die WM-Teilnehmer in verschiedenen Ligen. Würden die langsamsten Boliden ausgeschlossen werden, wären auch schwächere Fahrer wieder konkurrenzfähiger. 

epa04386126 Venezuelan Formula One driver Pastor Maldonado of the Lotus F1 Team sits in his car during the second practice session at the Italian Formula One circuit in Monza, Italy, 05 September 2014. The 2014 Formula One Grand Prix of Italy will take place on 07 September 2014.  EPA/VALDRIN XHEMAJ

Pastor Maldonado gehört zwar zu den besten 22 Piloten der Welt, doch im Cockpit von Lotus hat er kaum eine Chance, Punkte zu ergattern.  Bild: VALDRIN XHEMAJ/EPA/KEYSTONE

– Lotus, Marussia, Caterham und Sauber haben in dieser Saison zusammen 10 Punkte geholt. WM-Leader Rosberg hatte alleine bereits nach dem ersten Rennen zweieinhalb Mal mehr Zähler auf dem Konto. Zum wirklichen Renngeschehen tragen die vier schlechtesten Teams sowieso nichts bei.

– Behindern sich Hamilton und Rosberg nicht wieder gegenseitig, haben sie den Sieg praktisch auf sicher. Selten war die Dominanz eines Rennstalls derart gross wie diese Saison. Die Folge: Der Kampf um den WM-Titel ist zu einer Zwei-Mann-Show verkommen und die Konstrukteure-Wertung ist schon lange entschieden. Zumindest was Rang 1 betrifft. Höchste Zeit also, etwas zu ändern und wieder Spannung ins Geschäft zu bringen.

Mercedes Formula One driver Lewis Hamilton (C) of Britain celebrates on the podium beside his second-placed  team mate Nico Rosberg (R) of Germany at the end of the Italian F1 Grand Prix in Monza September 7, 2014. REUTERS/Max Rossi( ITALY - Tags: SPORT MOTORSPORT F1)

Auch in Monza gab es ein Doppelsieg von Mercedes. Die Dominanz der Silberpfeile sorgt für Langeweile.  Bild: MAX ROSSI/REUTERS

Contra

– Von den derzeit elf teilnehmenden Teams würden deren drei ausgeschlossen werden. Streicht man einfach das Schlusstrio, so wäre aktuell auch Sauber nicht mehr mit von der Partie. 

MONZA, ITALY - SEPTEMBER 05:  Peter Sauber the owner of the Sauber Formula One team  looks on during Practice ahead of the F1 Grand Prix of Italy at Autodromo di Monza on September 5, 2014 in Monza, Italy.  (Photo by Mark Thompson/Getty Images)

Wären nur noch acht Teams zugelassen, müsste Sauber neben Lotus, Caterham und Marussia um einen Startplatz bangen.  Bild: Getty Images Europe

– Bei drei Fahrern in einem Team dürften die Stallorder markant zunehmen. 

– Vielleicht würde das Podest nächste Saison regelmässig aus drei Mercedes-Fahrern bestehen.

– Die Vielfalt der Autos würde merklich abnehmen, weshalb die bestehenden Teams, Manager und Sponsoren noch mehr Geld und noch mehr Macht ansammeln würden.

Fazit

Da sich Adam Parr vor seiner Kündigung im Jahr 2012 angeblich mit Bernie Ecclestone überworfen hat und seitens Formel 1 noch kein offizielles Statement zu dessen Tweet gemacht wurde, könnte die Ankündigung Parrs auch lediglich Provokation und heisse Luft sein. Die Formel 1 hat diese Saison aus sportlicher, kompetitiver und marketingtechnischer Sicht aber deutlich an Qualität und Spannung verloren. Daher dürfte eine grundlegende Umstrukturierung des Rennzirkus wohl auch im Sinne von Ecclestones Formel-1-Holding sein. 

FILES - Formula One chief executive Bernie Ecclestone waits at the courthouse in Munich on July 16, 2014, for another session of his corruption trial. Ecclestone has now paid an agreed $100 million to end his German trial on bribery charges, Munich's regional superior court said on August 13, 2014, officially closing the case against him.    AFP PHOTO / POOL / CHRISTOF STACHE

Ohne ihn läuft nichts im Formel-1-Business: Bernie Ecclestone. Bild: POOL

Eine frühzeitige Diskussion um Sinn und Unsinn einer allfälligen Reform und um deren Ausarbeitung kann auf alle Fälle nicht schaden. Eine Zweiklassen-Ordnung – Mercedes und der Rest – wie diese Saison vorzufinden ist, entspricht wohl kaum dem Interesse des Publikums. Eine grundlegende Veränderung wäre aus Sicht des nicht Mercedes-Fans also definitiv wünschenswert. Solange Sauber nicht ausgeschlossen wird, versteht sich. 

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 08.09.2014 19:56
    Highlight Highlight Auch in der F1 gelten ökonomische Gesetze. Wer hat schon Lust, ständig Geld zu verbrennen. Die F1 verliert an Beachtungswert im Westen. Go East, bis auch dort der Überdruss kommt für eine Rennserie, die gezeichnet ist durch Reifen- und Sprit-Sparen. Im Osten will man Bleifuss und Überholaktionen sehen und kein Wie-vermeide-ich-Motoren-und-Spritverschleiss. Die F1 ist angezählt.
  • Michi77 08.09.2014 17:32
    Highlight Highlight Was die ganzen vermögenden Teams irgendwie nicht zu Ende denken: einer wird letzter sein. Was wenn der letzte McLaren, Red Bull oder Ferrari heisst? Hoffentlich kommt dieser drei Auto-Unsinn nicht, es wäre das Ende einer Faszination.
  • saukaibli 08.09.2014 15:16
    Highlight Highlight Noch ein Contra, und zwar ein extrem Teures: Alle Boxenanlagen sind auf Zweierteams ausgelegt. Man müsste also an allen F1-Strecken die Boxenanlagen umbauen. Und welcher Veranstalter möchte so viel Geld investieren für eine Rennserie, die seit Jahren an Zuschauern einbüsst.
    Es wäre doch viel interessanter, die kleinen Teams aufzuwerten indem man die Regeln entsprechend anpasst.
  • JVC 08.09.2014 15:11
    Highlight Highlight So traurig es ist:
    So macht das Milionenverheizen keinen Sinn mehr.
    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
    Und das ist Sauber im Moment leider.

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