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EM-Qualifikation, Gruppe D
Dänemark – Schweiz 0:1 (0:0)
Georgien – Irland 0:0
Leipzig-Stürmer Yussuf Poulsen gibt sich alleine vor Yann Sommer keine Blösse.
Leipzig-Stürmer Yussuf Poulsen gibt sich alleine vor Yann Sommer keine Blösse.
Bild: KEYSTONE

Schweiz verliert in Dänemark nach spätem Gegentor: «Das ist natürlich extrem bitter»

Die Schweizer Nationalmannschaft ist im Kampf um die EM-Qualifikation unter Zugzwang geraten. Das Team von Vladimir Petkovic verlor das wegweisende Spiel in Kopenhagen gegen Dänemark trotz einer guten Leistung nach einem Tor in der 85. Minute durch Yussuf Poulsen 0:1.
12.10.2019, 20:4513.10.2019, 15:29

Die Schweizer erlebten im ausverkauften Parken in der dänischen Hauptstadt ein Déjà-vu. Im Hinspiel hatten sie gegen die Dänen zwischen der 84. und 93. Minute einen 3:0-Vorsprung preisgegeben, im Nations-League-Halbfinal gegen Portugal (1:3) und beim 1:1 in Irland verspielten sie ebenfalls in der Schlussphase ein besseres Ergebnis. Das späte Gegentor in Kopenhagen schmeckte aber besonders bitter, war die SFV-Auswahl doch über weite Strecken das bessere Team gewesen.

Sie verpasste es aber, ein Tor zu schiessen, so dass ein genialer Pass von Dänemarks Spielmacher Christian Eriksen, ein Stellungsfehler von Fabian Schär und der kaltblütige Abschluss des Leipzig-Stürmers Poulsen für das Schweizer Worst-Case-Szenario sorgten.

Das einzige Tor des Abends:

84. Minute: Das 1:0 für Dänemark durch Poulsen.
Video: streamable

Nun ist am Dienstag in Genf gegen Irland ein Sieg Pflicht, will die Schweizer Mannschaft ihr Schicksal in den verbleibenden zwei Partien im November gegen Georgien und in Gibraltar weiter in den eigenen Händen haben.

Die Schweizer machten in der prickelnden Atmosphäre in Kopenhagen vieles richtig, schafften es aber nicht, sich für ihren über weite Strecken starken und mutigen Auftritt zu belohnen. Zweimal die Latte, ein überragender Kasper Schmeichel im dänischen Tor, der in der 95. Minute mit seiner x-ten Glanzparade das 1:0 rettete, eigenes Unvermögen und eine defensive Unachtsamkeit verhinderten, dass der SFV-Auswahl ein vorentscheidender Schritt Richtung EM-Endrunde gelang.

Die Dänen hätten auch mit einem Remis gut leben können, denn der Abend im Parken hatte für beide Teams mit einer erfreulichen Nachricht begonnen. Irland, der direkte Konkurrent um die beiden EM-Plätze, war in Tiflis gegen Georgien wie vor einem Monat die Dänen nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Für die SFV-Auswahl änderte dies an der Ausgangslage wenig, Dänemark, nun seit 23 Pflichtspielen ungeschlagen, ist dank seinem Sieg nun auf Kurs Richtung EM 2020.

Die Stimmen zum Spiel:

Stephan Lichsteiner (Captain Schweiz):

«Wir haben besser gespielt und haben das Spiel gemacht. Torhüter Schmeichel hat das überragend gemacht. Und dann bekommen wir dieses Tor: Die Zuordnung stimmt nicht und der Gegner will den Ball vielleicht auch nicht so spielen. Das ist natürlich extrem bitter. Wir müssen nach dieser Enttäuschung nach vorne schauen und aus diesem Fehler lernen.

Wir müssen das so schnell wie möglich aus den Köpfen bringen. Wir hatten es in den eigenen in Händen, haben gut gespielt und waren auch defensiv gut. Ich glaube, die Enttäuschung ist sehr gross heute. Aber es ist auch ein Vorteil, dass Irland gegen Georgien nicht gewonnen hat. Natürlich, wenn wir jetzt gegen Irland gewinnen, dann sieht es wieder sehr gut aus.»
bild: screenshot srf

Yann Sommer (Torhüter Schweiz):

«Dass wir dieses Spiel verlieren, ist Wahnsinn. Wir sind die bessere Mannschaft, über weite Phasen. Schmeichel hat einige sehr gute Paraden gezeigt. Leider gelingt es uns nicht, 90 Minuten auf dem Konzentrationslevel zu bleiben. Und dann haben die Dänen eine Chance, das ist extrem bitter. Ich finde, wir haben das bis zur letzten Minute überragend gemacht. Der Gegner hatte keine Chance. Es nervt mich, dass wir verlieren.»
bild: screenshot srf

Vladimir Petkovic (Trainer Schweiz):

Ein solches Spiel müssen wir einfach gewinnen, die Chancenauswertung muss besser sein. Es war heute aber auch eine Frage des Torhüters, Schmeichel hat sehr gut gehalten. Aber die eine oder andere Chance muss man auf diesem Level einfach machen.

Beim Tor haben wir zu sehr spekuliert. Die präventive Abwehrarbeit muss besser werden. Unsere Verteidiger müssten nicht so hoch stehen. Man muss auch einmal zwei Sekunden vorausdenken. Und manchmal muss man vielleicht etwas weniger Pässe spielen und den Ball einfach wegbringen.»
bild: screenshot srf

Yussuf Poulsen (Torschütze Dänemark):

«Wir wussten, dass die Schweiz in der Schlussphase anfällig ist. Wir wussten, dass wenn wir hoch stehen und pressen, am Ende die Zusammenarbeit in der Defensive nicht passt und so war es auch heute. Wir haben ja auch im Hinspiel drei Tore in der Schlussphase erzielt.»

Kaspar Schmeichel (Torhüter Dänemark):

«Die Schweiz hat sehr gut gespielt, war besser organisiert als wir. Ich bin froh, konnte ich meiner Mannschaft helfen, denn ansonsten denke ich, hätten wir heute verloren. Aber ich habe bis zum Schluss daran geglaubt, dass wir gewinnen.»
Schmeichel lässt sich feiern.
Schmeichel lässt sich feiern.
Bild: AP

Schmeichels Paraden

«Danish Dynamite» hatten die knapp 36'000 Zuschauer gefordert, zu sehen bekamen die Zuschauer aber vorerst eine Schweizer Mannschaft, die das Zepter in die Hand nahm. Die SFV-Auswahl vermochte spielerisch zu überzeugen und erspielte sich auch einige sehr gute Torchancen. Der Gastgeber hatte es Schmeichel zu verdanken, dass er nicht in Rückstand geriet.

Der Keeper von Leicester City lenkte den Schuss von Granit Xhaka mit der Hand an die Latte (14.). Und auch nach gut einer halben Stunde war er mit einem starken Reflex zur Stelle, als Admir Mehmedi den weiten Ball von Nico Elvedi aus der Drehung direkt aufs Tor brachte.

Die vier Glanzpararden von Schmeichel.
Video: streamable

Kurz nach der Pause boten sich den Schweizern zwei weitere erstklassige Chancen. Nach einem langen Ball von Ricardo Rodriguez tauchte Mehmedi alleine vor Schmeichel auf, schoss aber übers Tor und etwas später streifte der Schuss von Rodriguez sowohl Schmeichels Hand als auch die Latte (51.). Erst danach kamen die Dänen zu ihren ersten Möglichkeiten, richtig gefährlich wurde es vor Yann Sommer aber selten - bis ein Geniestreich des bis dahin blassen Eriksen die Partie entschied.

106. Länderspiel von Lichtsteiner

Neben Mehmedi hatte Petkovic in der Startaufstellung auch wieder auf Stephan Lichtsteiner gesetzt. Der Captain hatte seinen zuvor letzten Einsatz im SFV-Dress im Frühjahr in Georgien, als die Schweiz zum Auftakt der Qualifikation in Tiflis 2:0 siegte. Sowohl im Final-Turnier der Nations League als auch in den Spielen in Irland (1:1) und gegen Gibraltar (4:0) hatte Petkovic auf den Aussenverteidiger verzichtet.

Die Schweizer trotten enttäuscht von dannen.
Die Schweizer trotten enttäuscht von dannen.
Bild: KEYSTONE

In seinem 106. Länderspiel trat Lichtsteiner bereits nach gut 70 Sekunden in Erscheinung, als er in einem Luftkampf gegen seinen Gegenspieler den Ellbogen ungeschickt einsetzte und dafür verwarnt wurde. Danach liess sich der 35-Jährige vom FC Augsburg aber nur noch wenig zu Schulden kommen. Offensiv vermochte er aber nur wenige Akzente zu setzen, bis er in der 68. Minute durch Kevin Mbabu ersetzt wurde. (sda)

Das Telegramm:

Dänemark - Schweiz 1:0 (0:0)
Parken, Kopenhagen. - 35'964 Zuschauer. - SR Kulbakow (BLR).
Tor: 85. Poulsen (Eriksen) 1:0.
Dänemark: Schmeichel; Dalsgaard, Christensen (87. Mathias Jörgensen), Kjaer, Stryger Larsen (80. Ankersen); Schöne (65. Höjbjerg), Delaney, Eriksen; Poulsen, Cornelius, Braithwaite.
Schweiz: Sommer; Elvedi, Schär, Akanji; Xhaka; Lichtsteiner (68. Mbabu), Zakaria, Mehmedi (83. Freuler), Rodriguez (87. Drmic); Embolo, Seferovic.
Bemerkungen: Dänemark ohne Wind (verletzt), Schweiz ohne Shaqiri und Zuber (beide verletzt). 14. Schmeichel lenkt Schuss von Xhaka an die Latte. 51. Schmeichel lenkt Schuss von Rodriguez an die Latte. Verwarnungen: 2. Lichtsteiner (Foul). 6. Poulsen (Foul). 36. Zakaria (Foul). 76. Rodriguez (Foul). 92. Dalsgaard (Foul). (pre/sda)

Die Tabelle:

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