DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
José Mourinho holt nach Tottenham Europa-League-Aus zum Rundumschlag aus.
José Mourinho holt nach Tottenham Europa-League-Aus zum Rundumschlag aus.
bild: imago-images.de

Nach Peinlich-Pleite zerlegt Mourinho seine eigene Mannschaft – und zwar so richtig

Trotz eines 2:0 im Hinspiel ist Tottenham im Europa-League-Achtelfinal an Dinamo Zagreb gescheitert. Damit ist nicht nur der langersehnte Titel futsch, sondern wohl auch die letzte Chance auf die Champions-League-Quali. Trainer José Mourinho war danach sichtlich bedient.
19.03.2021, 10:3019.03.2021, 13:42

Mit versteinerter Miene stellte sich José Mourinho nach Tottenhams 0:3-Niederlage nach Verlängerung gegen Dinamo Zagreb vor die Mikrofone der TV-Anstalten. 120 Minuten musste der 58-jährige Portugiese zuvor mitansehen, wie sich seine Mannschaft vom Aussenseiter an die Wand spielen liess.

«The Special One» suchte nach den richtigen Worten, um das Unerklärliche zu erklären. «Gute Frage …», sagte Mourinho, als er auf die Gründe für die Blamage angesprochen wurde, und legte eine kurze Pause ein. Als er seine Worte gefunden hatte, begann er seine beispiellose Abrechnung mit der eigenen Mannschaft.

Mourinho zieht 8 Minuten über seine Mannschaft her.
Video: streamable

«Ich komme gerade aus der Dinamo-Kabine», berichtete der «Spurs»-Coach bei «BT Sport». «Ich habe die Jungs gelobt und bedauere, dass eine Mannschaft – nicht meine Mannschaft – das Spiel wegen der Einstellung gewonnen hat.»

Tottenham liess in Zagreb tatsächlich fast alles vermissen: Zwar hatten auch die «Spurs» einige Torchancen, doch fehlte es komplett an Energie in ihrem Spiel. Ein Hattrick von Mislav Orsic reichte Dinamo am Ende zum verdienten Weiterkommen.

«Wenn ich mal die letzten Minuten der Verlängerung vergesse, gab es nur eine Mannschaft, die sich entschieden hatte, alles auf dem Platz zu geben», setzte Mourinho seine Abrechnung fort. «Sie haben Schweiss, Energie und Blut auf dem Platz gelassen und ihn am Ende sogar mit Freudentränen verlassen. Sie waren sehr demütig, sehr hingabevoll. Ich kann sie nur beglückwünschen. Auf der anderen Seite: meine Mannschaft. Ich wiederhole: meine Mannschaft. Sie sah nicht so aus, als spiele sie ein wichtiges Spiel.»

Die besten Szenen der Partie.

«Es reicht nicht zu sagen, dass ich traurig bin. Ich fühle mehr als Traurigkeit. Ich fühle mich in meiner Ehre verletzt. Unsere Leistung war inakzeptabel.», so Mourinho weiter. «Meiner Mannschaft haben nicht nur die Basics des Fussballs gefehlt, sondern die Basics des Lebens, nämlich unseren Job zu respektieren und alles zu geben.»

Die «Spurs» haben mittlerweile acht der letzten 15 Pflichtspiele verloren. Nach dem 0:3 nach Verlängerung in Zagreb ist zudem ein Weg, sich für die Champions League zu qualifizieren, schon einmal verbaut. In der Premier League liegt man momentan nur auf Rang 8, sechs Punkte hinter dem Viertplatzierten Chelsea.

«Wenn das für irgendeinen von denen kein wichtiges Spiel war, für mich ist es eins», polterte Mourinho weiter. «Aus Respekt vor meiner Karriere und aus Respekt vor dem Spiel ist jedes Spiel wichtig. Ich glaube, für jeden Tottenham-Fan zu Hause ist jedes Spiel wichtig und es braucht eine andere Einstellung.» Er könne sich bei den Fans nur entschuldigen, sagte Mourinho. «Ich hoffe, sie fühlen sich genauso wie ich. Heute hiess es leben oder sterben, und in diesem Moment sterben wir.»

Ein eigenes Schuldeingeständnis kam dem Portugiesen nicht über die Lippen, obwohl er mit Heung-Min Son und Gareth Bale zwei Superstars zunächst geschont hatte und so vielleicht ein falsches Zeichen gesetzt hatte. «Ich hatte mit meinen Spielern über das Risiko gesprochen, so zu spielen, wie wir gespielt haben», sagte Mourinho nur. «Doch dieses Risiko ist ihnen erst beim zweiten Gegentor bewusst geworden.»

Fraglich bleibt, ob die Tottenham-Fans tatsächlich das Gleiche fühlen wie Mourinho. Viele wünschen sich nach den enttäuschenden letzten Wochen längst einen neuen Trainer. Doch Mourinho, der noch einen Vertrag bis 2023 hat, zu entlassen, ist aus finanziellen Gründen schwierig. Gemäss der britischen Presse würde ein Rauswurf die «Spurs» rund 30 Millionen Euro kosten. In der aktuellen Situation ohne Zuschauereinnahmen eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Alle Sieger der Europa League / des UEFA Cup

1 / 30
Alle Sieger der Europa League / des UEFA Cup
quelle: keystone / ina fassbender / pool
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Fussballer im Büro

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Von Paul Pogba kreiert – Adidas präsentiert den ersten veganen Fussballschuh

Adidas hat seinen ersten zu 100 Prozent aus veganen Materialien hergestellten Fussballschuh auf den Markt gebracht. Die Idee zu dem historischen Produkt kam einem Fussballstar und einer weltbekannten Designerin.

Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas hat seinen ersten vollständig aus veganen Materialen gefertigten Fussballschuh präsentiert. Die Sonderedition des «Predator Freak» ist aus einer Zusammenarbeit zwischen dem französischen Fussballstar Paul Pogba und der renommierten Modedesignerin Stella McCartney entstanden. Auffällig sind neben einer besonderen Silhouette die «Demonskin» Gummispikes, die per Computer-Algorithmus für eine verbesserte Ballkontrolle kalibriert wurden.

Pogba und McCartney, …

Artikel lesen
Link zum Artikel