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epa07923678 Switzerland's players celebrate the win after the UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match between Switzerland and the Republic of Ireland, at the Stade de Geneve, in Geneva, Switzerland, 15 October 2019.  EPA/LAURENT GILLIERON

Die Schweiz darf wieder jubeln: Gegen Irland gibt es einen 2:0-Sieg. Bild: EPA

Edimilson und Seferovic erlösen die Schweiz: «Wir waren kämpferisch bereit»

Die Schweiz hat in der EM-Qualifikation gegen Irland in die Spur zurückgefunden. Dank dem 2:0 in Genf kann sie sich das EM-Ticket in den letzten beiden Spielen aus eigener Kraft holen und sich sogar noch ein Unentschieden leisten.



Am Ende stand ein 2:0 von besonderem Wert - ein hochverdientes und dennoch reichlich erzittertes 2:0. Haris Seferovic erzielte den frühen ersten Treffer, Edimilson Fernandes den späten zweiten.

Der dritte Sieg im achten Spiel des Jahres war ein besonders wertvoller. Schlagartig sind die Schweizer Perspektiven wieder rosig. Der Rückstand in der Tabelle auf Irland und das punktgleiche Dänemark schrumpfte auf einen Punkt, was bedeutet, dass sich die Schweiz noch aus eigener Kraft für die Endrunde 2020 qualifizieren kann. Weil der Sieg mit mehr als einem Tor Differenz ausfiel, reichen ihr aus den verbleibenden Partien am 15. November gegen Georgien und am 18. November in Gibraltar sogar vier Punkte – erstaunlich rosige Aussichten angesichts dessen, dass die Schweiz die Hälfte ihrer Partien nicht gewonnen hat.

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Das 1:0 für die Schweiz durch Seferovic. Video: streamja

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Das 2:0 für die Schweiz durch Duffy (Eigentor). Video: streamja

Trotz früher Führung und grosser Überlegenheit war die Anspannung im mit 24'766 Zuschauern gefüllten Stade de Genève bis fast zuletzt greifbar. Vieles war in den letzten Wochen und Monaten nicht wunschgemäss gelaufen beim Schweizer Nationalteam, hausgemachte Unruhen und späte Gegentore störten das Klima empfindlich und sorgten für eine Verunsicherung. Fünfmal gab die Schweiz in den letzten zwölf Monaten eine Führung aus der Hand, dreimal passierte es in der EM-Qualifikation, weshalb das Heimspiel gegen Irland eines von erhöhter Bedeutung war. Das an sich stabile Schweizer Konstrukt hatte sich in den Schlussminuten als anfällig herausgestellt.

So kam es, dass die Schweizer auch gegen die Iren trotz spürbarer Überlegenheit zitterten. Mitunter drückte sich die Verunsicherung im vergebenen, weil etwas zögerlich geschossenen Foulpenalty von Ricardo Rodriguez in der 77. Minute aus. Seferovic, Embolo und Fabian Schär vergaben weitere Chancen. Schär schlenzte den Ball einmal knapp am Pfosten vorbei, ein anderes Mal traf er nach einer Stunde per Kopf den Pfosten.

Und doch: Die Schweiz schlug das bescheidene Irland, das im siebten Spiel aber erst zum dritten Mal ein Gegentor zuliess, hochverdient und ist wieder auf EM-Kurs. Sie offenbarte erneut Schwächen im Tor-Vollzug, brachte einen frühen Vorsprung aber über die Zeit und schuf sich dank dem späten 2:0 nicht nur eine günstige, sondern sehr günstige Ausgangslage.

Die Stimmen zum Spiel

Haris Seferovic, Stürmer

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Bild: screenshot srf

«Wir hatten eine negative Phase, obwohl wir gut gespielt hatten. Heute war es das Gegenteil. Wir waren kämpferisch bereit und haben es immer und immer wieder probiert. Der erste Schuss ging gleich rein. Auf diesem Platz kann man nicht gut spielen, aber wichtig sind die drei Punkte.»

Yann Sommer, Goalie

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Bild: screenshot srf

«Wir sind sehr happy, dass wir wieder dabei sind in dieser Gruppe. Es war eine grosse Challenge für die Mannschaft, wir mussten viel verkraften. Es war ein entscheidender Match für diese Gruppe und die Mannschaft hat das gut gemacht.»

Vladimir Petkovic, Trainer

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Bild: screenshot srf

«Heute war das Resultat die Konsequenz daraus, was wir während der gesamten Kampagne bereits gemacht haben. Es war heute kein einfaches Spiel, wir hatten wieder schwierige Phasen und der Rasen war nicht gut. Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft wie sie es heute gemacht hat. Beim verschossenen Penalty kamen all die Erinnerungen an die letzten Spiele zurück. Aber die Reaktion darauf war wirklich gut, wir haben das gemacht, was wir uns vorgenommen haben und hoch gepresst, um aus der Situation wieder herauszukommen. Die Iren sind unglaublich, sie kämpfen immer bis zum Umfallen.»

Breel Embolo, Stürmer

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Bild: screenshot srf

«In der zweiten Halbzeit waren wir nicht so gut, haben uns aber wieder zurückgekämpft. Ich freue mich für Edimilson, dass er in so einem wichtigen Moment sein Tor schiessen konnte. Ich wollte meinen Teil leisten und habe darum meinen Körper eingesetzt, die Gegner steckten auch nicht zurück. Es war vor dem Spiel auch eine gewisse Spannung da.»

Denis Zakaria, Mittelfeldspieler

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Bild: screenshot srf

«Wir haben heute eine sehr gute Leistung gezeigt. Wir haben gezeigt, dass wir drei Punkte holen können. Jetzt haben wir noch zwei wichtige Spiele vor uns, die wir gewinnen müssen. Es ist immer speziell für mich, in Genf zu spielen. Ich bin sehr froh, dass ich die Gelegenheit dazu erhalte.»

Schwierige Bedingungen, hartnäckige Gegner

Einfach wurde es den Schweizern nicht gemacht. Anhaltender Regen zog den Platz durch Tag in Mitleidenschaft, es herrschten Bedingungen, die dem Gegner und dessen rustikalem Spiel in die Karten spielten. Ohne die Unterstützung des heimischen Anhang waren die Iren aber nicht ganz so härtnackig wie beim beim 1:1 vor fünf Wochen in Dublin, als die Schweizer fast 75 Minuten lang keinen Schuss auf das gegnerische Tor gebracht hatten.

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Rodriguez verschiesst den Penalty. Video: streamja

In der ersten Halbzeit waren die Gäste fast ausschliesslich am Verteidigen und verpufften zwei, drei ihrer seltenen Vorstösse, bevor richtige Torgefahr entstand – einmal verhinderte eine Abseitsstellung eine grosse Chance. Nach der Pause zeigten sie sich in ihren Bemühungen, selbst ein Tor zu erzielen, gewillter, doch ein viertes Mal liessen die Schweizer in dieser Kampagne keinen späten Gegentreffer zu.

Das so erlösende wie überfällige 2:0 fiel erst in der 93. Minute. Edimilson Fernandes, der noch in der ersten Halbzeit für den verletzten Admir Mehmedi ins Spiel kam, vollendete einen Konter. Den Führungstreffer erzielte Haris Seferovic nach einer Viertelstunde. Der Stürmer von Benfica Lissabon, vor einer Woche zum Schweizer Spieler des Jahres ausgezeichnet, traf nach einem erfolgreichen Nachsetzen von Manuel Akanji mit einem platzierten Flachschuss von ausserhalb des Strafraums. Das frühe 1:0 vereinfachte vieles an diesem Abend, machte die drei Punkte aber nicht zum Selbstläufer.

Georgien bezwingt Gibraltar mit Mühe

Im Duell der beiden abschliessenden Gruppengegner der Schweiz, setzte sich Georgien gegen das noch punktelose Gibraltar 3:2 durch. Bis zur Pause verlief die Partie ganz im Sinn des Favoriten aus Georgien, der bereits nach zwanzig Minuten 2:0 in Führung lag. Allerdings wehrte sich der Underdog nach Kräften und wurde dafür nach der Pause mit einem zwischenzeitlichen Comeback belohnt.

Lee Casciaro (66.), der den ersten Treffer Gibraltars in dieser EM-Qualifikationskampagne und nach insgesamt 787 Minuten erzielte, und Verteidiger Roy Chipolina (74.) sorgten durch eine Doublette innerhalb von acht Minuten für den Ausgleich der Partie. Die Entscheidung zu Gunsten Georgiens führte Joker Giorgi Kwilitaia erst sechs Minuten vor Schluss herbei.

Für Sieger Georgien kommt es nun am Freitag, dem 15. November, in St. Gallen zum Kräftemessen mit der Schweiz. Drei Tage darauf folgt in Gibraltar das Schweizer Schlussbouquet in der EM-Qualifikationskampagne.

Die Telegramme:

Schweiz - Irland 2:0 (1:0)
Stade de Genève, Genf. - 24'766 Zuschauer. - SR Marciniak (POL).
Tore: 16. Seferovic (Mehmedi) 1:0. 93. Fernandes (Steffen) 2:0.
Schweiz: Sommer; Elvedi, Schär, Akanji; Lichtsteiner (70. Freuler), Zakaria, Xhaka, Rodriguez; Embolo (88. Steffen), Mehmedi (28. Fernandes); Seferovic.
Irland: Randolph; Egan, Duffy, Stevens; Coleman, Hendrick, Whelan, McClean; Browne; Collins (46. O'Dowda), Connolly (70. Hogan).
Bemerkungen: Schweiz ohne Shaqiri und Zuber, Irland ohne Keogh und McGoldrick (alle verletzt). 63. Kopfball von Schär an den Pfosten. 76. Gelb-Rote Karte Coleman (Handspiel). 77. Randolph lenkt Handspenalty von Rodriguez an den Pfosten.
Verwarnungen: 32. Xhaka (Unsportlichkeit). 32. Coleman (Unsportlichkeit). 34. Browne (Foul). 47. Akanji (Foul). 55. Hendrick (Foul). 66. Duffy (Foul).

Gibraltar - Georgien 2:3 (0:2)
Gibraltar. - SR Valeri (ITA).
Tore: 10. Chariaschwili 0:1. 21. Kankawa 0:2. 66. Casciaro 1:2. 74. Roy Chipolina 2:2. 84. Kwilitaia 2:3.
Gibraltar: Goldwin; Sergeant, Roy Chipolina, Joseph Chipolina (82. Barnett), Olivero; Badr (81. Hernandez), Mouelhi; Casciaro, Walker (89. Pons), Britto; De Barr.
Georgien: Loria; Kakabadse, Grigalawa, Schengelia, Chotscholawa; Kankawa, Qasaischwili, Ananidse, Lobjanidse (68. Kwilitaia); Nawalowski (93. Kwerkwelia), Charaischwili (60. Kiteischwili).
Bemerkungen: Georgien mit Kakabadse (Luzern). Verwarnungen: 45. Badr (Foul). 49. Chotscholawa (Foul). 56. Sergeant (Foul). (abu/sda)

Die Tabelle:

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