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FILE - In this Aug. 8, 2014 file photo former soccer player Sanel Kuljic arrives for the first round of a trial at the main court in Graz, Austria. The court has sentenced former Austria international Kuljic to five years in prison, Friday, Oct. 3, 2014, in a match-fixing case that rocked Austrian football last year. (AP Photo/Hans Punz, File)

Sanel Kuljic 2014 vor dem Gericht in Graz. Bild: AP/AP

Ex-Sion-Stürmer Kuljic aus dem Knast, aber weiter im Visier: «Habe Angst um mein Leben»



Schweizer Fussballfans erinnern sich an Sanel Kuljic als Sion-Stürmer. Der Österreicher schlug in der Super League ein und erzielte in der Hinrunde der Saison 2006/07 für die Walliser 12 Tore. Danach verlor Kuljic nicht nur seinen Torinstinkt und kehrte nach Österreich zurück – auch sein Leben geriet aus den Fugen.

De gauche a droite, les joueurs de Xamax Gerard Gohou Bi Goua, Sanel Kuljic et Raphael Nuzzolo montrent leur joie apres le 3eme buts lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Neuchatel Xamax et le FC Sion, ce jeudi 6 mai 2010 au Stade de la Maladiere a Neuchatel. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Kuljic (mitte) kehrte 2010 bis 2011 in die Schweiz zurück und heuerte bei Xamax an. Bild: KEYSTONE

Im Oktober 2014 wurde Kuljic nach einem riesigen Wettskandal im österreichischen Fussballs zu fünf Jahren Haft verurteilt – wegen schweren Betrugs, Erpressung und Nötigung. Dank guter Führung wurde er im Mai 2017 vorzeitig entlassen.

«Es werden in Österreichs höchster Liga weiterhin Spiele manipuliert!»

Bei Kuljic kehrte anschliessend Ruhe ein, im November diesen Jahres wird er zum zweiten Mal Vater. Doch nun sei er wieder ins Visier der damaligen Drahtzieher geraten, wie er der Krone-Zeitung erzählt: «Sie haben über einen ehemaligen Mithäftling wieder versucht, mit mir Kontakt aufzunehmen, machen Druck, ich habe Angst um mein Leben.» Der Österreicher spricht von den Drahtziehern, die schon damals nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, obwohl sie für den Skandal verantwortlich gewesen seien.

Konkret handle es sich um zwei Albaner, einer sei Präsident des Profiklubs FK Senderbeu. Der Verein, der von der UEFA wegen Wettspielmanipulation für zehn Jahre international gesperrt wurde. Der andere ein Geschäftsmann eines der grössten Vertriebsunternehmen in Albanien. Kuljic bürgt eidesstattlich, dass seine Aussagen wahr sind.

Der mittlerweile 41-jährige Kuljic erklärt, dass diese beiden auch heute noch aktiv sind: «Das sind die Herren, die das Geld für die involvierten Spieler und die Wetten bereitstellen. War damals so und ist heute nicht anders.» Kuljic erklärt weiter: «Es werden in Österreichs höchster Liga weiterhin Spiele manipuliert!» So seien in der letzten Saison zwei Partien mit Beteiligung des SV Mattersburg manipuliert worden: «Das 0:6 gegen den WAC und das 1:3 gegen den LASK – aber es sind mehr.»

APA15560858 - 12112013 - SALZBURG - ÖSTERREICH: ZU APA 382 SI - Ex-Teamkicker Sanel Kuljic aufgenommen am 28. Mai 2008. Ein Spieler des Salzburger Bundesligisten SV Grödig, wurde offenbar von der

Sanel Kuljic (hier 2008) wendet sich bewusst an die Öffentlichkeit. Bild: APA

Dass Kuljic nun der Krone-Zeitung alles erzähle, hat einen simplen Grund: «Ich will mich jetzt schon an die Öffentlichkeit wenden, weil ich mich durch diesen Schritt geschützter fühle, als lange, ergebnislose Ermittlungen der Polizei abzuwarten.» Zudem möchte er «die ganze Wahrheit» bald in einem Buch preisgeben.

Wie Kuljic berichtet, sei neben dem Bundeskriminalamt auch Fair Play Codes (eine Initiative zur Bewahrung manipulationsfreier Wettbewerbe) informiert worden. Dort hätten sie sich aber nicht wirklich für sein Anliegen interessiert.

(zap)

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    Alle Leser-Kommentare
  • G. Samsa 12.09.2019 11:19
    Highlight Highlight Da braucht wohl einer eine neue Einnahmequelle nach dem Knastaufenthalt.

    Erst die Medien aufmerksam machen und dann das Buch vermarkten. Ein guter Plan!
    Zum Geldverdienen mit Tschütele ist er wohl zu alt.
    Vielleicht braucht es irgendwo noch einen "Fussballexperten". Oder einen Knastexperten...
  • wasps 12.09.2019 10:47
    Highlight Highlight Da ist doch etwas Lusch an der ganzen Sache. Wie könnte ein verurteilter ehemaliger Spieler für die Wettmafia noch interessant sein? Der hat doch keine Connections mehr und kein Trainer, Clubboss oder aktiver Spieler wird doch so blöd sein, sich mit dem einzulassen.
    • Elpampa 12.09.2019 11:13
      Highlight Highlight Als Einbindung von Mittelsmännern immer noch interessant...
    • AmTuruk 12.09.2019 12:09
      Highlight Highlight Marketing für sein Buch...
    • Neruda 12.09.2019 12:17
      Highlight Highlight Der braucht sicher wieder Geld, ist also in einer Art Notsituation nach dem Gefängnisaufenthalt und daher auch leichter zugänglich, werden sie sich denken. Und die Leute im Fussballgeschäft kennt er ja immer noch.

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