Fussball
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Zuerich's Umaru Bangura upon their departure the day before the UEFA Europa League match between Bulgarien's PFC Ludogorets 1945 and Switzerland's FC Zuerich at the Airport in Zuerich, Switzerland, on Wednesday, December 12, 2018.  (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Umaru Bangura am Zürcher Flughafen: In der WM-Qualifikation fehlt er dem FCZ nicht mehr. Bild: KEYSTONE

FCZ-Bangura muss sich nach verschossenem Penalty im Schlafzimmer verstecken

Die Fussball-Nationalmannschaft von Sierra Leone zählt zu den schlechtesten in Afrika. Nun winkte immerhin das Überstehen der Vorqualifikation für die WM 2022. Hätte Umaru Bangura doch bloss in der 93. Minute getroffen.



Was für ein Herzschlagfinale in Freetown! Sierra Leone und Liberia ermitteln in einem Hin- und Rückspiel, wer an der eigentlichen Qualifikation für die Fussball-WM 2022 teilnehmen darf.

Das favorisierte Liberia geht mit einem 3:1-Heimsieg ins Rückspiel, doch in diesem winkt Sierra Leone die grosse Chance aufs Weiterkommen. Die «Leone Stars» führen mit 1:0 und in der 93. Minute erhalten sie einen zweifelhaften Penalty zugesprochen. Geht er rein, ist das Heimteam eine Runde weiter.

abspielen

Das Foul, das zum Penalty führte. Video: streamable

Umaru Bangura übernimmt die Verantwortung, der Captain des Teams. Der 31-jährige Innenverteidiger des FC Zürich läuft an – rutscht beim Schuss aus und verschiesst.

abspielen

Banguras fataler Fehlschuss. Video: streamable

Danach ist das Spiel aus. Liberia kann das 0:1 über die Zeit retten und zieht mit dem Gesamtskore von 3:2 in die nächste Qualifikationsrunde ein.

Doch der Schlusspfiff im Stadion war bloss der Anpfiff zu Ausschreitungen in der Stadt. Wütende Anhänger nahmen Banguras Haus in Freetown ins Visier. Sie warfen mit Steinen und beschädigten damit Fenster und Türen.

Support vom Mitspieler: Kei Kamara schoss beim 1:0-Sieg das Tor.

«Das war einer der schlimmsten Tage meines Lebens», sagte der FCZ-Verteidiger zur BBC. Auskunft gab er verbarrikadiert in seinem Schlafzimmer: «Ich kann mein Haus nicht verlassen.»

Bangura äusserte auch seine grosse Enttäuschung über den Fehlschuss. «Es war meine Aufgabe als Captain, in dieser Situation die Verantwortung zu übernehmen. Ich bin sehr enttäuscht über diese Reaktionen und möchte bei den Fans um Vergebung bitten.»

Bild

Bei einem Fahrzeug des Roten Kreuzes wurden Scheiben eingeschlagen. bild: facebook/Umaru Fofana

Auch ein Fahrzeug des Roten Kreuzes wurde von Anhängern ins Visier genommen. Vier Sanitäter erlitten Verletzungen. Die Fans glaubten, sie würden Bangura dabei helfen, unerkannt aus dem Stadion zu gelangen. «Ich bin sehr enttäuscht von diesen Sierra-Leonern», sagte Sportminister Ibrahim Nyelenkeh. «Er ist unser Captain und Fussball hat auch mit Glück zu tun.» (ram)

abspielen

Die Zusammenfassung des Spiels. Video: YouTube/FIFATV

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die unendliche GC-Saga

Praktikanten haben beim Chef einen schweren Stand

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • RichiZueri 11.09.2019 13:15
    Highlight Highlight Ein Zürcher, der einen Elfmeter verschiesst... Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor?
    • René Obi (1) 13.09.2019 10:51
      Highlight Highlight Die könnens einfach nicht aus 11 Metern. Da vermiss ich doch schon unseren Cesar. Oder den Ricardo Rodriguez.
  • Carlo Ranoldi 11.09.2019 11:48
    Highlight Highlight Da hat ja jedes Grümpelturnier in der Schweiz die bessere Rasenqualität 😅
    • pacoSVQ 11.09.2019 12:02
      Highlight Highlight Ach?
    • neutrino 11.09.2019 13:44
      Highlight Highlight Ach was? Das ist Afrika nicht FC Herrliberg.
  • FCZBVB180 11.09.2019 11:41
    Highlight Highlight Traurig das ganze. Ist Asamoah Gyan in Ghana ja ähnlich ergangen, als dieser an der WM den Elfmeter in der 120min verschossen hatte. Das der verschossene Elfmeter ja eigentlich nur ein Ausgleich der Gerechtigkeit ist (kann da kein Foulspiel erkennen), wird dadurch zur Nebensache.
  • Bratansauce 11.09.2019 11:15
    Highlight Highlight Afrika pur! 😂😂😍
    • P. Meier 11.09.2019 11:56
      Highlight Highlight Afrika pur? Schafft man auch bei uns in den unteren Liegen (da geht es eher gegen den Schiri) und vielleicht nicht ganz so extrem.
    • Bratansauce 11.09.2019 11:59
      Highlight Highlight War eher auf das Spiel bezogen. Die Handsreklamation am Ende vor lauter Verzweuflung, der dramatische Kniefall des Liberier beim Penaltypfiff, der hohe Rasen (resp. das Gras)...
    • Lucernefan 11.09.2019 19:53
      Highlight Highlight das einzige was dir dazu einfällt?...
    Weitere Antworten anzeigen

Unvergessen

23 kg Sprengstoff machen das legendäre Wankdorfstadion dem Erdboden gleich

3. August 2001: Unkraut, Moder und eine gemeingefährliche Elektrizitätsanlage. 47 Jahre nach dem Wunder von Bern hat das alte Wankdorfstadion seinen Dienst getan und wird gesprengt.

Um Punkt 15 Uhr ist es um das Wankdorfstadion geschehen. Fünf lange und drei kurze Hornstösse dröhnen als letztes Warnsignal über das Areal – dann zündet Sprengmeister Marco Zimmermann die 23-Kilogramm-Ladung des Sprengstoffs Gelamon. Rund viertausend Augenzeugen sehen, wie die ausgeweidete Fussballruine mit einem dumpfen Knall in sich zusammensackt.

Doch das Wankdorf wäre nicht das Wankdorf, wenn es sich widerstandslos ergeben würde. Trotz der akribischen Planung will sich einer der vier …

Artikel lesen
Link zum Artikel