DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Juventus' Stephan Lichtsteiner (L) fights for the ball with Udinese's Silvan Widmer during their Italian Serie A soccer match at Juventus Stadium in Turin September 13, 2014. REUTERS/Giorgio Perottino (ITALY - Tags: SPORT SOCCER)

Stephan Lichtsteiner und Silvan Widmer (am Boden) sind die letzten beiden Schweizer Natispieler in der Serie A. Bild: GIORGIO PEROTTINO/REUTERS

Die Serie A wird besser, doch die Schweizer gehen – was es mit dem Exodus aus dem Belpaese auf sich hat

Mit Xherdan Shaqiri und Gökhan Inler haben diesen Sommer zwei Schweizer Natispieler die Serie A in Richtung Premier League verlassen. Es bleiben noch Stephan Lichtsteiner und Silvan Widmer aus dem Ensemble von Vladimir Petkovic. 



Der Schweizer Fixpunkt in der Serie A bleibt Stephan Lichtsteiner. Bei Meister Juventus Turin gehört der Luzerner auch in der fünften Saison zum Stammpersonal. Im hochdekorierten Kader der Turiner ist Lichtsteiner auf der Position des rechten Aussenverteidigers nahezu ohne Konkurrenz. 

Ähnlich gross ist mittlerweile die klubinterne Wertschätzung für einen anderen Schweizer in «bianconero»: Silvan Widmer hat sich bei Udinese etabliert. In der letzten Saison gehörte er im Friaul trotz des enttäuschenden 16. Platzes zu den wenigen Gewinnern. 

03.06.2015; Thun; Fussball EM Quali - Training Nationalmannschaft; Silvan Widmer (SUI) waehrend dem Training in der Stockhorn Arena. (Christian Pfander/freshfocus)

Für die starke Saison bei Udinese wurde Silvan Widmer mit dem Aufgebot in die Schweizer Nationalmannschaft belohnt. Bild: Christian Pfander/freshfocus

Die Auftaktpartie des amtierenden italienischen Meisters Juventus Turin und Udinese gestern war also auch das Duell der einzigen beiden verbleibenden Schweizer Nationalspielern in der Serie A – es war für beide ein eher enttäuschender Abend. 

Lichtsteiner mit schwachem Auftritt, Widmer nur mit Kurzeinsatz

Silvan Widmer konnte sich mit Udinese zwar über den Überraschungs-Sieg freuen, wurde aber erst nach 86 Minuten eingewechselt. Das genügt dem Aargauer, der während der Transferzeit immer mal wieder Gegenstand von Gerüchten war, wohl kaum. Derzeit soll Napoli konkret an Widmer interessiert sein. Vermutlich wird er allerdings nochmals eine Saison im beschaulichen Nordosten Italiens verbringen.

«Lichtsteiner, che disastro», schrieb die italienische «Tuttosport» nach dem Auftritt von Stephan Lichtsteiner. Tatsächlich zog der bei Juventus hochgeschätzte Aussenverteidiger gestern einen rabenschwarzen Abend ein und musste das Gegentor auf seine Kappe nehmen. 

Animiertes GIF GIF abspielen

Lichtsteiner lässt Thereau laufen, der sagt Danke und trifft zum Sieg für Udinese.

Weil Xherdan Shaqiri (von Inter zu Stoke) und Gökhan Inler (von Napoli zu Leicester) die Serie A in dieser Sommer verliessen, sind Lichtsteiner und Widmer die letzten beiden Schweizer Natispieler in der Serie A. Das sah bis vor wenigen Jahren noch ganz anders aus. 

Die halbe Schweizer Nationalmannschaft spielte 2010/11 in der Serie A

In der Saison 2010/11 spielten total 15 Schweizer in der Serie A, darunter 12 Spieler, die mindestens einmal für die Nationalmannschaft aufgelaufen sind. Der Kern der Nati bestand damals aus Italien-Söldnern.

Schweizer Serie A 2010/11

Die Saison 2010/11. Total 15 Schweizer waren in der Serie A engagiert.  bild: transfermarkt.de

Seither hat sich die Anzahl der Schweizer, die in der höchsten Liga unseres südlichen Nachbarn spielen, deutlich reduziert. Seit diesem Sommer sind es nur noch fünf, wobei fraglich ist, ob die GC-Abgänge Daniel Pavlovic (Frosinone) und Matteo Fedele (Carpi) regelmässig zu Einsätzen kommen. Fabio Daprela ist bei Palermo immerhin Ergänzungsspieler.

Schweizer Spiele in der Serie A

Die Gesamteinsätze von Schweizer Spielern in der Serie A in den letzten fünf Jahren. Grafik: infogr.am / watson

Geld und Aufmerksamkeit oder doch nur Zufall?

Die Gründe für den Abgang der Schweizer aus der Serie A zu finden fällt auf den ersten Blick eher schwer. Die italienische Liga ist sportlich und finanziell wieder im Aufschwung. Europäisch können die Klubs wieder besser mithalten, zudem investierten die Klubs aus der Serie A in diesem Sommer bisher mehr Geld in Spielerverpflichtungen als die Bundesliga, die Primera Division oder die Ligue 1

Trotzdem kommen die verschiedenen Wechsel nicht ganz zufällig. Bei Xherdan Shaqiri war der Wechsel von einem renommierten Serie-A-Klub wie Inter Mailand zu Stoke City wohl hauptsächlich finanzieller Natur

In this Aug. 22, 2015 photo Norwich City's Robbie Brady, left, and Stoke City's Xherdan Shaqiri challenge for the ball during during the English Premier League soccer match between Norwich City and Stoke City at Carrow Road, Norwich, England. (Steve Paston/PA via AP)     UNITED KINGDOM OUT     -   NO SALES      -     NO ARCHIVES

Xherdan Shaqiri wechselte in diesem Sommer von der Serie A in die Premier League. Bild: AP/PA

Dank den neuen Fernsehverträgen können auch Mittelfeldklubs aus der Premier League wie Stoke oder Leicester unverschämt hohe Löhne bezahlen. Zudem ist und bleibt die Premier League die wohl spektakulärste Liga und bietet eine weltweite Plattform.

Der Wechsel von Gökhan Inler zu Leicester City hat sicher auch mit einer schönen Entlöhnung zu tun. Der Nati-Captain war ausserdem bei Napoli nicht mehr gesetzt, suchte mit 31 Jahren wohl eine neue Herausforderung. 

Ziel Nummer 1 für Schweizer Spieler bleibt jedoch klar die Bundesliga. Ganze 22 Akteure sind in der aktuellen Saison in Deutschlands Topliga engagiert. Darunter praktisch der ganze Stamm der Nationalmannschaft. Durch die hervorragende Vermarkung ist die Liga speziell für Schweizer äusserst attraktiv, zudem fällt die Sprachbarriere weg, was die Integration in die Liga bedeutend einfacher macht. 

Das sind die 22 Schweizer Bundesliga-Söldner

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Christian Gross motiviert Hakaaaan bis in die Zehenspitzen und wir dürfen zuschauen

9. Mai 2002: Das Schweizer Fernsehen strahlt einen Dok-Film über den FC Basel aus, der auf dem Weg zum ersten Meistertitel der Neuzeit ist. In Erinnerung bleibt besonders eine Pausenansprache von Trainer Christian Gross.

Acht Meistertitel in Folge zwischen 2010 und 2017 – bis YB zu seinem Höhenflug ansetzte, war der FC Basel das Mass aller Dinge im Schweizer Klubfussball. Dabei liegen die Zeiten, als Rot-Blau selber zu den Habenichtsen gehörte, noch gar nicht weit zurück.

Erst 2002 holt der FCB den ersten Titel der Neuzeit und aus dieser Zeit stammt auch ein köstliches Video. Es zeigt die Halbzeit-Ansprache von Trainer Christian Gross im Rückspiel des UI-Cup-Finals bei Aston Villa im August 2001, die bei seinem …

Artikel lesen
Link zum Artikel