Sport
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Ein herzliches «Heja» aus Göteborg – so läuft's am grössten Fussball-Nachwuchsturnier der Welt

Mit 38'500 Spielern aus 75 Ländern sprengt der Gothia Cup im schwedischen Göteborg den üblichen Grümpelturnier-Rahmen. Die Woche bleibt für die Nachwuchskicker in jeder Hinsicht eine Erinnerung fürs Leben. watson begleitet den FC Neumünster Zürich.

ralph steiner, göteborg



Es ist ein Treffen der Welt. Hier wärmen sich Jungs aus Bangladesch auf, drüben lauschen Spieler aus Guatemala den Anweisungen ihres Trainers und einige Meter weiter entnimmt man den Trikots, dass die kickenden Mädchen aus dem Libanon stammen.

Das ist der Gothia Cup, das grösste Fussball-Juniorenturnier der Welt. Seit 1975 treffen sich immer in der zweiten Juliwoche Jungs und Mädchen aus aller Welt. Göteborg, die zweitgrösste Stadt Schwedens, verwandelt sich dann in ein Fussballfest, von dem noch mancher Enkel Anekdoten erfahren wird.

Fakten zum Gothia Cup 2015

Teilnehmende Teams: 1755
Teilnehmende Nationen: 75
Total Spieler: 38'500
Altersdurchschnitt: 15,5 Jahre
Anteil Mädchen: 30 Prozent
Spielfelder: 110
Anzahl Spiele: 4405
Anzahl Schulhäuser: 62
Akkreditierte Journalisten: 97

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Das ist der Gothia Cup. Vimeo/Gothia Cup

Der Kluge reist im Zuge

Aus der Schweiz nehmen jährlich eine Handvoll Mannschaften teil, immer mit dabei ist jedoch der FC Neumünster, ein Quartierclub aus der Stadt Zürich. Mit nunmehr 32 Teilnahmen belegen die Zürcher in der Tabelle aller ausländischer Mitstreiter den dritten Rang.

Die Reise von Zürich nach Göteborg könnte mit dem Flugzeug in wenigen Stunden absolviert werden. Allerdings bleiben so Erlebnis und Teambuilding aussen vor, deshalb reist der FC Neumünster verteilt auf zwei Tage mit dem Zug an. Die erste Etappe führt mit dem ICE von Zürich über Hamburg nach Kopenhagen. Am nächsten Tag folgt das letzte Stück via Malmö nach Göteborg.

Ein Ausschnitt der imposanten Eröffnungsfeier. video: facebook/GothiaCup

Göteborg platzt aus allen Nähten

Am Turnierort sind die Mannschaften grösstenteils in Schulhäusern untergebracht. Ganz bescheiden übernachtet der Junior auf einer Matte und im Schlafsack. Nur so kann die Stadt die 38'500 Nachwuchsfussballer überhaupt stemmen. 

Die nächste logistische Herausforderung erfolgt dann mit den Matches. Die rund 4500 Partien finden auf Plätzen in und um Göteborg statt. Meistens sind die Rasen in gutem Zustand, da und dort kann es aber auch mal ein Acker sein. In 16 Kategorien wird ein Sieger ermittelt, dank dem sogenannten Verlierertableau kommen aber auch die schwächeren Teams zu genügend Einsätzen, ansonsten würde sich eine Reise von Brasilien, Zambia oder Kolumbien nur mässig lohnen.

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Das Zuschaueraufkommen kann sich sehen lassen. bild: facebook/gothiacup

Die Eröffnungsfeier imponiert

Der FC Neumünster Zürich ist ein klassischer Quartierclub und gehört, was das Niveau betrifft, zur Mehrheit der teilnehmenden Teams. Jährlich machen aber auch Dutzende von Spitzenteams aus aller Welt am Turnier mit und sorgen gleichzeitig für fussballerische Leckerbissen und unlösbare Aufgaben. Wenn sich auf der Gegenseite die Junioren des elffachen schwedischen Meisters Djurgardens IF oder der weibliche Nachwuchs des FC Chelsea einschiessen, sind schon so manche Mäuler während einigen Sekunden offen geblieben.

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Ein Drittel des Turniers ist 2015 weiblich. Bild: facebook/gothiacup

«Etwas vom Tollsten, was wir je erlebt haben»

Ein grosses Highlight des Gothia Cup ist die Eröffnungsfeier am Montagabend. Im mit über 50'000 Zuschauern gefüllten Stadion «Nya Ullevi» wird den Nachwuchsfussballern so richtig eingeheizt. Jede teilnehmende Nation wird durch eine Mannschaft vertreten, diese läuft dann unter tosendem Applaus ins Stadion ein. Die Gastgeber legen ausserdem viel Wert auf Fairplay und respektvollen Umgang und kommunizieren dies jeweils mit einer aufwändigen Choreografie. Musik, Tänzerinnen und ein grosses Feuerwerk runden die eindrückliche Zeremonie ab.

Der Gothia Cup ist bis jetzt zwei Tage alt, die Spiele der Vorrunde sind im Gange und grösstenteils lacht bei 20 Grad die Sonne vom Himmel. Für die Spieler des FC Neumünster und auch die restlichen Spieler hat nebst dem Sportlichen die Freizeit einen ebenso hohen Stellenwert. Die Jungs schauen hübschen Schwedinnen nach, brausen im Vergnügungspark «Liseberg» auf Achterbahnen durch die Gegend und kommen mit Spielern der ganzen Welt in Kontakt. Es heisst alljährlich jeweils einstimmig: «Der Gothia Cup ist etwas vom Tollsten, was wir je erlebt haben.»

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