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St.Gallen, Fussball EM Qualifikation
Schweiz - San Marino,  Jubel bei der Schweizer Nati zur EM Qualifikation. (Melanie Duchene/EQ Images)

Die Nationalmannschaft bedankt sich bei den Fans. 
Bild: Melanie Duchene

Schweizer Nati hat Pflicht erfüllt – mehr nicht

Die Qualifikation für die EM 2016 ist vollbracht. Aber die Freude über die Teilnahme an einem grossen Turnier ist trotz des gestrigen Jubels so verhalten wie selten zuvor. Das hat verständliche Gründe.

Etienne Wuillemin / Aargauer Zeitung



Erstmals sind in Frankreich 24 Teams dabei, die an einer EM um den Titel kämpfen. Das ist fast die Hälfte aller startberechtigten Verbände Europas. Das Schweizer Nationalteam hat davon profitiert, dass der Gruppenzweite der Qualifikation nicht wie früher Entscheidungsspiele austragen muss. Zudem gab es in den vergangenen 14 Monaten einige zähe Auftritte zu viel, um restlos begeistert zu sein.

Die Schweiz hat ihre Pflicht erfüllt. Mehr aber nicht. Dazu waren die Spiele gegen England zu enttäuschend. Es fehlte die letzte Überzeugung, diesen Gegner, bei dem der Name grösser ist als die Qualität auf dem Platz, wirklich ins Wanken bringen zu können. Dieser Eindruckhallt nach. Zudem musste die Schweiz, vor allem gegen Slowenien, etwas gar viel leiden. Immerhin gelang es ihr meist, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

08.09.2015; London; Fussball EM Quali - England - Schweiz;
Jonjo Shelvey (ENG) gegen Goekhan Inler (SUI) enttaeuscht 
(Matthew Ashton/AMA/freshfocus)

Enttäuschender Auftritt: Die Schweiz verliert im September gegen England mit 2:0. Es wäre mehr drin gewesen. 
Bild: Matthew Ashton/AMA

Trotz aller Vorbehalte darf der Leistungsausweis des Nationalteams der letzten Jahre nicht vergessen gehen. An sechs der letzten sieben Endrunden war die Schweiz dabei. Diese Bilanz ist einmalig. Aber waren die letzten 14 Monate mit den Schweizer Fussballern aufregend? Manchmal. Mit Vladimir Petkovic übernahm ein neuer Trainer die Schweiz. Und erst noch als Nachfolger des vielerorts vergötterten Ottmar Hitzfeld. Es war ein bisschen, wie wenn ein Kind in der Schule einen neuen Lehrer erhält. Die Hoffnungen sind gross, aber es bleibt eine gewisse Ungewissheit.

Diese Ungewissheit ist bis heute nie ganz verschwunden. Das Nationalteam berührt die Massen nicht, geschweige denn begeistert es. Zehn spektakuläre Minuten, die zur grossen Wende führen gegen Slowenien, reichen dafür nicht.

05.09.2015; Basel; Fussball EM 2016 Qualifikation - Schweiz - Slowenien; Swiss and Slovenian players argue; (Steffen Schmidt/freshfocus)

Um ein Haar hätten die Schweizer gegen Slowenien gepatzt. Innerhalb von 10 Minuten drehten sie den 2:0-Rückstand.  
Bild: Steffen Schmidt/freshfocus

In den Tagen nach dem Ende der Qualifikation geht es für Petkovic auch darum, ob er einen neuen Vertrag erhält. Falls er denn wirklich will. Denn auch Petkovic spürt, dass nicht alle restlos begeistert sind. Der Schweizer Verband steckt im Dilemma: Soll er schon verlängern, bevor klar ist, wie sich Petkovic an einem grossen Turnier schlägt? Es ist eine Frage, auf die es keine abschliessende Antwort gibt.

Was kann die Schweiz bei ihrer insgesamt vierten EM-Teilnahme erreichen? Ist sie erneut fähig, eine grosse Euphorie zu entfachen? Der WM-Achtelfinal gegen Argentinien war eine Art Versprechen des Schweizer Aufschwungs. Dieses gilt es nun einzulösen. Bisher bedeutete die Vorrunde immer Endstation. Das darf diesmal nicht passieren, wenn 16 von 24 Teams den Achtelfinal erreichen. Und – so abgedroschen es tönt – nach dem Erreichen des Minimalzielsist für die Schweiz alles möglich. Esist Zeit, sich neue Grenzen zu setzen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Fab_@ 10.10.2015 14:18
    Highlight Highlight Von wegen nur pflicht erfüllt.. Wir haben zur zeit wohl die beste nati seit jeher... Gestern wahr der start wohl harzig doch mit sieben verschiedenen torschützen sieht man auch die breite im kader.. Noch ein wenig konstanter werden und an der euro liegt viel in der luft
  • Zwiebelbrot 10.10.2015 13:25
    Highlight Highlight Das die Schweiz schon wieder dabei ist, ist doch ganz klar ein Erfolg! "Nur die Pflicht getan"... meine güte, wir können jetzt auch einmal stolz sein auf das gezeigte!
    Klar waren die Spiele nicht immer berauschend, aber gegen England darf man ohne wenn und aber 2x verlieren. Slowenien ist leicht schwächer und der Rest muss gewonnen werden. Mehr als den 2. Platz durfte man nicht erwarten!
    Wenn man die WM-Quali anschaut, dürfte der 2. Platz auch wieder klar sein. Gegen Portugal darf man nach wie vor 2x verlieren...
    • Amboss 10.10.2015 21:26
      Highlight Highlight @Zwiebelbrot: Es liegt an der aufgeblähten EM , dass die Quali zuletzt doch problemlos gelungen ist.
      Aber bei der WM, wo es um 13 Startplätze geht, ist es verdammt heiss, auf Platz 2 zu spielen...
      Eine Niederlage gegen Ungarn oder Lettland kann schon das Ende bedeuten.
    • Zwiebelbrot 11.10.2015 12:17
      Highlight Highlight @Amboss: Trotzdem kann es nicht der Anspruch der Schweiz sein, Portugal 2x zu schlagen. Der erste Platz muss das Ziel sein, kann aber nicht die Erwartung sein... Capiche?^^
  • Datsyuk * 10.10.2015 12:04
    Highlight Highlight Die Schweiz (Medien und Fans) sollte selbstbewusst auftreten und nicht hauptsächlich immer noch etwas Negatives suchen. So wird man sich meiner Meinung nach wohl nicht verbessern.

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