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epa05019196 (FILE) A file photograph shows Honoray president of FC Bayern Munich Franz Beckenbauer leaving the pitch after the soccer friendly match between FC Bayern Munich and Real Madrid at the Allianz Arena stadium in Munich, Germany, 13 August 2010. Beckenbauer signed agreement with CONCACAF, signed on their behalf by disgraced former FIFA executive Jack Warner, four days before the 2006 World Cup vote in 2000, interim DFB president Rainer Koch confirmed on 10 November 2015.  EPA/MARC MUELLER

Beckenbauer bezog erstmals Stellung zur WM-Vergabe. 
Bild: EPA/DPA FILE

Beckenbauer wirft Rauball und Koch «Niveaulosigkeit» vor

In der Affäre um die Vergabe der Fussball-WM 2006 hat Franz Beckenbauer erstmals öffentlich Stellung genommen und dabei die derzeitige Führungsspitze des Deutschen Fussball-Bunds (DFB) scharf attackiert.



In der «Süddeutschen Zeitung» (Wochenendausgabe) wirft Beckenbauer den DFB-Interimspräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch Niveaulosigkeit vor, weil beide via Fernsehen ein von ihm angebotenes persönliches Gespräch über die Vorwürfe in Zusammenhang mit der WM-Vergabe abgelehnt hätten. «Was ist denn das für ein Niveau?», zitierte die SZ den Präsidenten des damaligen WM-Organisationskomitees.

Rauball und Koch hatten Beckenbauer scharf gerügt, weil der im Zuge der WM-Vergabe einen Vertragsentwurf mit Ex-FIFA-Vizepräsident Jack Warner unterschrieben hatte. Rauball hatte das Dokument als «möglichen Bestechungsversuch» gewertet. Koch hatte Beckenbauer öffentlich aufgefordert, sich intensiver in die Aufklärung der Vorgänge einzubringen.

FILE - In this Feb. 26, 2012 file picture former German international head coach and president of FC Bayern Munich Franz Beckenbauer looks on prior to the soccer match between FC Bayern Munich and Schalke 04 in Munich, Germany. Franz Beckenbauer says it was his mistake to make a payment to FIFA in return for a financial grant to the Germany’s 2006 World Cup organizing committee. In a brief statement published by German media late Monday Oct. 26, 2015 , Beckenbauer gave little details about the case that has shaken German football. He reiterated his denial from last week that there was no vote buying before Germany won the bid to stage the World Cup. (AP Photo/Matthias Schrader,file)

Welche Rolle Beckenbauer bei der WM-Vergabe gespielt hat, ist weiterhin unklar. 
Bild: Matthias Schrader/AP/KEYSTONE

Der SZ sagte Beckenbauer nun, er habe Rauball und Koch daraufhin einen der Öffentlichkeit bisher unbekannten «persönlich-strikt vertraulichen» Brief geschrieben. Darin erklärte Beckenbauer: «Mir war immer wichtig, miteinander und nicht übereinander zu sprechen. Deshalb biete ich euch ein persönliches Gespräch an, zu dem ich jederzeit kurzfristig nach Frankfurt oder wohin auch immer reisen kann.»

«Ich werde», so fuhr Beckenbauer in dem Schreiben fort, «euch bei diesem Gespräch nach bestem Wissen und Gewissen Rede und Antwort stehen». Dieses Gespräch hätte «möglichst bald und unabhängig von einer weiteren Unterredung mit der Kanzlei Freshfields stattfinden» sollen.

Freshfields ist vom DFB als externe Ermittlerin mit der Aufklärung der Affäre beauftragt worden. Gegenüber Vertretern der Kanzlei hatte Beckenbauer bereits als Zeuge ausgesagt, bevor er den persönlichen Brief an Rauball und Koch schrieb. In dem Schreiben erklärte Beckenbauer weiter, er würde es «sehr begrüssen, wenn wir kurzfristig zusammenfinden könnten». Trotzdem sagten Koch und Rauball am Rande des Spiels der deutschen Nationalmannschaft in Paris in einem TV-Interview, sie hielten es für besser, wenn Beckenbauer zunächst nicht mit ihnen, sondern noch einmal mit Freshfields reden würde.

Rauball widersprach den Vorwürfen von Beckenbauer, sich in der Aufarbeitung der Affäre um die WM 2006 einem persönlichen Gespräch mit dem einstigen Bewerbungschef verschlossen zu haben. Er habe das Schreiben beantwortet «und gesagt, dass wir Franz Beckenbauer einen Terminvorschlag zukommen lassen werden». Dieser Brief sei an das Büro Beckenbauers gegangen. Rauball weiter: «Was ich machen werde, ist, Franz Beckenbauer anzurufen, um die Dinge auszuräumen. Ich denke, dass wir zusammenfinden werden.»

Zugleich kündigte der Präsident des Ligaverbandes an, dass der in der Affäre um die Heim-Weltmeisterschaft unter Druck geratene Beckenbauer in der nächsten Woche ein zweites Mal vor den externen DFB-Ermittlern der Wirtschaftskanzlei Freshfields aussagen werde.

epa05018254 President of German soccer association DFB Wolfgang Niersbach leaves a press conference after a committee meeting of the DFB in Frankfurt/Main, Germany, 09 November 2015. Niersbach resigned as DFB president over a payment made to football world governing body FIFA linked to the 2006 World Cup. He claimed to accept the political responsibility in the scandal surrounding bribery and corruption allegations.  EPA/ARNE DEDERT

Gegen Niersbach ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft.  
Bild: EPA/dpa

Anfang November hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main Ermittlungen gegen Ex-DFB-Chef Wolfgang Niersbach und dessen Vorgänger Theo Zwanziger wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall aufgenommen. Hintergrund ist der unklare Transfer von 6,7 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Vergabe der Fussball-WM 2006, der vom WM-Organisationskomitee an die FIFA geflossen sein soll. Die exakte Rolle, die Beckenbauer dabei gespielt hat, ist noch nicht aufgeklärt.

Beckenbauer: «Habe blanko unterschrieben»

An eine vertragliche Vereinbarung mit dem früheren FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner kann sich Beckenbauer nicht erinnern, wies aber einen Stimmenkauf entschieden zurück. «Ich habe immer alles einfach unterschrieben, ich habe sogar blanko unterschrieben. Ich war ja nicht nur für die WM unterwegs, ich habe ja etwas anderes auch noch zu tun gehabt. Ich war Präsident des FC Bayern», sagte Beckenbauer bei seiner ersten ausführlichen Stellungnahme seit Bekanntwerden der Affäre.

Das Abkommen mit Warner sei aber vor allem ein «Entwicklungshilfe-Paket mit Ticketing-Möglichkeit» gewesen. Es sei ohnehin klar gewesen, dass Warner bei der WM-Vergabe im Juli 2000 nicht für Deutschland stimmen werde. Auch bei der ominösen Geldzahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an die FIFA konnte sich Beckenbauer an die Details nicht erinnern. Man habe auch nicht nachgefragt, wohin das Geld bei der FIFA geflossen ist. (si/afp)

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