Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's defender Kevin Mbabu, left, and Switzerland's midfielder Xherdan Shaqiri, right, in action during a training session at the Dragao stadium in Porto, Portugal, Tuesday, June 4, 2019. Portugal will face Switzerland on June 5 in their UEFA Nations League semi-final soccer match in Porto. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Kevin Mbabu im Zweikampf gegen Nico Elvedi – Zuber und Shaqiri schauen gebannt zu. Bild: KEYSTONE

Gegen Ronaldos Portugal kann die Nati beweisen, dass sie die talentierteste Generation ist

Zwei Siege trennen die Schweiz vom ersten Titel auf Stufe der A-Nationalmannschaft. Beim Finalturnier der Nations League in Portugal trifft sie heute Mittwoch (20.45 Uhr) im Halbfinal auf Portugal.



An den Zahlen lässt sich der Wert der Nations League ziemlich exakt beziffern. Die Schweiz hat im Herbst dank der Startprämie und dem Gruppensieg 4,5 Millionen Euro verdient. Beim Finalturnier in dieser Woche kommen im schlechtesten Fall, dann nämlich wenn die Schweiz Vierter wird, 2,5 Millionen Euro hinzu. Wird sie Dritte sind es 3,5 Millionen Euro, als Finalistin bekommt sie 4,5 Millionen Euro und für den Turniersieg beträgt die Prämie 6 Millionen Euro.

Doch wie viel wäre der Titel in der Nations League für die Schweiz sportlich wert? Sie war auf Stufe der U17-Junioren Europameister (2002) und Weltmeister (2009), aber sie hat bei der A-Nationalmannschaft noch keinen offiziellen Titel geholt. Das unterscheidet sie von Ländern ähnlicher Grösse wie etwa Tschechien, Dänemark oder Griechenland.

«Wenn man ein solches Turnier spielt, will man es auch gewinnen.»

Vladimir Petkovic

Auch für Petkovic ist es die Chance, seine überschaubare Titelsammlung zu vergrössern. Er ist mit 1,9 Punkten pro Spiel statistisch zwar der beste Nationalcoach der SFV-Geschichte. Als Trainer hat er aber erst einen Pokal gewonnen. Vor sechs Jahren holte er mit Lazio Rom den italienischen Cup.

epa03719287 SS Lazio's coach Vladimir Petkovic (L) with his player Senad Lulic after the Italian Cup final match between As Roma and SS Lazio at Olimpico stadium in Rome, Italy, 26 May 2013. Senad Lulic flicked home Lazio's second-half winner to secure a 1-0 win against Roma in the final of the Italian Cup.  EPA/MAURIZIO BRAMBATTI

Petkovic beim Cupsieg 2013 mit Senad Lulic. Bild: EPA

Vorsichtige Zielsetzung

Aber eben: Die Nations League ist nicht die WM und auch nicht die EM. Sie ist der neue Wettbewerb der UEFA, der erstmals ausgetragen wird und den viele Trainer im letzten Herbst – auch Petkovic selbst – als Möglichkeit zum Experimentieren nutzten. Vor dem Duell mit Portugal sagte der Nationalcoach: «Es ist für die Schweiz eine tolle Herausforderung, und wenn man ein solches Turnier spielt, will man es auch gewinnen.»

«Wir haben dank dem Wunder-Resultat gegen Belgien einen Exploit geschafft, jetzt wollen wir weiter überraschen und so weit kommen wie möglich», so Petkovic. Er gibt die Zielsetzung fast beiläufig aus und vermeidet klare Ansagen. Solche sind ihm in der Vergangenheit auch schon um die Ohren geflogen. Zum Beispiel vor einem Jahr, als er im Vorfeld der WM in Russland sagte, die Qualifikation für die Achtelfinals sei nicht genug.

Geht es um die Nations League will Petkovic eher weiche Faktoren für sich und sein Team sprechen und gelten lassen. Er habe seine Auswahl im Herbst personell erweitert, das taktische Spektrum vergrössert und Persönlichkeit sowie Selbstvertrauen einzelner Spieler gestärkt, so Petkovic. In der Summe führte dies dazu, dass die Schweiz nach den Gruppenspielen die Nummer 1 im europäischen Ranking war. Petkovic: «Das geschieht nicht jeden Tag, das muss man schätzen. Aus dem Ausland bekam ich viele positive Reaktionen.»

epa07625570 Switzerland's players during a training session at Dragao stadium in Porto, Portugal, 04 June 2019. Switzerland will face Portugal in the 2019 UEFA Nations League semi-final soccer match at the Dragao stadium in Porto, Portugal, on 05 June 2019.  EPA/FERNANDO VELUDO

Gute Laune beim Nati-Training im Estádio do Dragão in Porto. Bild: EPA/LUSA

Makel bei den grossen Siegen

Die Schweizer Nationalmannschaft begleiten seit Jahren die immer gleichen Fragen. Hat sie sich tatsächlich weiterentwickelt? Wo hat sie ihre Grenzen? Ist dies wirklich die talentierteste Generation der Geschichte? Schon der Halbfinal gegen Portugal wird Antworten liefern. Erst 20 Monate ist es her, als die Schweiz in Lissabon gegen den Europameister im entscheidenden Spiel um den Gruppensieg in der WM-Qualifikation chancenlos war und auf dem Weg an die Endrunde den Umweg über die Barrage nehmen musste. In Porto kann sie nun beweisen, dass sie sich der Spitze tatsächlich genähert hat.

Switzerland's Fabian Schaer, left, watches Portugal's Cristiano Ronaldo, right, hitting a header during the 2018 Fifa World Cup Russia group B qualification soccer match between Portugal and Switzerland at the Estadio da Luz stadium, in Lisbon, Portugal, Tuesday, October 10, 2017. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Da staunt der Schär: Ronaldo bewies beim Sieg in der WM-Quali seine Sprungkraft. Bild: KEYSTONE

Die grössten Siege unter Petkovic hat die SFV-Auswahl im September 2016 im Auftaktspiel der WM-Qualifikation in Basel gegen Portugal (2:0) und im November 2018 zum Abschluss der Gruppenspiele in der Nations League in Luzern gegen Belgien erreicht (5:2).

Beiden Erfolgen haftete ein kleiner Makel an: Portugal trat damals ohne Cristiano Ronaldo und als unkonzentrierter frisch gekürter Europameister an. Belgien baute nach starkem Beginn rasch ab und schien sich an diesem kalten Abend in der Fremde nicht gross gegen den Zerfall und die klare Niederlage zu wehren. Gewinnt die Schweiz nun auswärts gegen Portugal mit Cristiano Ronaldo, wäre dies ein dickes Ausrufezeichen. Es liesse dann kaum noch ein Haar in der Suppe zu. (zap/sda)

Der Schweizer Sieg gegen Rumänien an der WM 1994

So emotional waren die Fussballspiele der Schweiz

Play Icon

Unvergessene Schweizer Fussball-Geschichten

18.06.1994: Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

Link zum Artikel

03.05.1994: Mit dem Sonderflug zur spontanen Aufstiegsfeier auf den Barfi

Link zum Artikel

16.04.2009: «Jawoll, jawoll, jawoll, jawoll … YB isch im Göppfinau!»

Link zum Artikel

22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

Link zum Artikel

11.08.2010: Moreno Costanzo schiesst mit seiner ersten Ballberührung als Natispieler gleich den Siegtreffer

Link zum Artikel

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

Link zum Artikel

12.04.2004: Der grosse Robbie Williams führt den kleinen FC Wil zum Cupsieg gegen GC

Link zum Artikel

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

Link zum Artikel

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

Link zum Artikel

10.09. 2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

Link zum Artikel

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

Link zum Artikel

15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

Link zum Artikel

07.03.2007: Johann Vogel droht Köbi Kuhn, in den Flieger zu steigen, um ihm «eins zu tätschen»

Link zum Artikel

01.09.2007: Mit dem letzten Spiel im Hardturm-Stadion gehen 78 Jahre Geschichte zu Ende

Link zum Artikel

25.11.2009: Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf Youtube – über den FC Aarau

Link zum Artikel

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

Link zum Artikel

13.11.1991: Weil die Schweizer Nati in der «Hölle von Bukarest» auf 0:0 spielt, vergeigt sie die EM-Qualifikation im letzten Moment doch noch

Link zum Artikel

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

Link zum Artikel

16.11.2005: Die Nacht der Tritte und Schläge – einer der grössten Nati-Erfolge verkommt zur «Schande von Istanbul»

Link zum Artikel

30.07.2000: Nur GC-Milchbubi Peter Jehle steht noch zwischen FCB-Legende Massimo Ceccaroni und seinem allerersten Tor

Link zum Artikel

30.04.2011: Cabanas fordert vom Basler Schiri Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen runter und trägt sie als Kopfschmuck

Link zum Artikel

26.06.1954: Die Schweiz kassiert gegen Österreich in der «Hitzeschlacht von Lausanne» eine ihrer bittersten Niederlagen

Link zum Artikel

01.05.1993: Marc Hottigers Knallertor versenkt Italien – und er verärgert die Azzurri danach mit einer frechen Leibchentausch-Bitte 

Link zum Artikel

12.11.2002: Basel holt gegen Liverpool ein 3:3 und Beni Thurnheer schwärmt: «Dieses Spiel müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

Link zum Artikel

07.09.2005: Nati-Goalie Zuberbühler kassiert auf Zypern ein Riesen-Ei und schiebt die Schuld dafür dem «Blick» in die Schuhe

Link zum Artikel

26.04.2003: Colombas Goalie-Goal lässt Razzetti alt aussehen und den FC Aarau unabsteigbar bleiben

Link zum Artikel

25.9.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

Link zum Artikel

07.10.1989: Der «Fall Klötzli» – vier Wettinger gehen auf den Schiri los, weil dieser Sekunden vor dem Ausgleich abpfeift

Link zum Artikel

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

Link zum Artikel

09.08.2009: Basel-Goalie Costanzo wird für drei Spiele gesperrt – nach einer Attacke auf den eigenen Mitspieler

Link zum Artikel

30.05.1981: Der Wolf und seine «Abbruch GmbH» entfachen mit dem 2:1-Sieg gegen England eine neue Fussball-Euphorie

Link zum Artikel

05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

Link zum Artikel

24.04.1996: Das Ende von Nati-Trainer Artur Jorge nimmt ausgerechnet mit dem einzigen Sieg seiner kurzen Ära den Anfang 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

Artikel lesen
Link zum Artikel