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Der FC Bayern bastelt wieder am Ruf des FC Hollywood.
Der FC Bayern bastelt wieder am Ruf des FC Hollywood.Bild: watson.de

Die 7 schrägsten Momente des FC Bayern im Sommer – Stand jetzt

05.08.2019, 09:33

Eigentlich fing die Sommerpause für den FC Bayern richtig gut an: Der Bundesliga-Krösus feierte das Double aus Meisterschaft und Pokal auf dem Rathausbalkon des Marienplatzes. Wenn man vom gefrusteten Ersatzspieler Jérôme Boateng absah, lief alles ziemlich glatt bei den Bayern.

Der anschliessende Sommer sollte grossartig werden. Auch, weil Uli Hoeness die kräfteaufreibende Transferphase als Kür prophezeihte, schliesslich posaunte der Präsident schon im Februar heraus: «Wenn Sie wüssten, was wir schon alles sicher haben.» Doch der bayerische Sommer war mit so vielen Peinlichkeiten vollgestopft, dass so mancher Beobachter schon von der Auferstehung des FC Hollywood sprach.

Die peinlichsten Momente des FC Bayern im Sommer – Stand jetzt:

Hoeness sortiert bei Aldi die Regale

26. Juni: Der Auftritt von Uli Hoeness in einer Aldi-Filiale war wohl einer der skurrilsten Episoden des bisherigen Bayern-Sommers: Wie die «Bild» berichtete, sortierte der Bayern-Präsident höchstpersönlich Ende Juni in einer Aldi-Filiale das Kühlregal.

In dem Supermarkt im Münchner Vorort Unterhaching waren Hoeness die Grill-Würstchen der eigenen Firma aufgefallen. Die Nürnberger seiner Würstchen-Firma «HoWe», deren Führung inzwischen sein Sohn Florian übernommen hat, lagen bei Aldi wohl nicht geordnet genug im Regal. Macher Hoeness tat das, was der FC Bayern derzeit auf dem Transfermarkt nicht macht: Er nahm es in die Hand und ordnete die Würstchen neu an.

Anschliessend sei Hoeness wieder aus dem Aldi verschwunden – ohne etwas gekauft zu haben. Aldi Süd machte sich schliesslich über den Auftritt lustig. Zu Recht.

Lothar Matthäus macht den Hasselhoff

28. Juni: Das hatte Lothar Matthäus wohl nicht erwartet, als er als Botschafter des FC Bayern anheuerte. Für die US-Tour des Vereins hatten die Klub-Kreativen eine richtig gute Idee: Loddar warb in einem Clip auf dem englischsprachigen Twitter-Account des FCB, der an die Erfolgsserie Baywatch angelehnt war.

Der ehemalige Weltfussballer spielte dabei die Hauptrolle und nahm den Platz von David Hasselhoff ein. Der Clip pendelte irgendwo zwischen ultrapeinlich und ziemlich lustig.

Verzweifelte Anrufe bei Oranje-Talent

28. Juni: Obwohl die Bayern von so vielen sicheren Transfers redeten, wirkten sie zwischenzeitlich ziemlich verzweifelt. Die englische «Times» offenbarte in einem Artikel, wie der FC Bayern im Buhlen um das niederländische Talent Sepp van den Berg nicht gerade abgezockt wirkte.

Van den Berg weilte schon in Liverpool, um sich Jürgen Klopp und dem FC Liverpool anzuschliessen. Im letzten Moment versuchten die Bayern aber noch immer den 17-jährigen Innenverteidiger zu holen und sollen den U-Nationalspieler mit zahlreichen Anrufen bombardiert haben.

Bild: EPA

Der Zeitung zufolge riefen Bayern-Verantwortliche während des Medizinchecks in England gleich mehrfach beim Berater des Niederländers an. Sie wollten damit offenbar den Wechsel zum Champions-League-Sieger verhindern. Klappte nicht, denn Sepp van den Berg ist trotz voller Mailbox beim FC Liverpool gelandet. Und die Öffentlichkeit kicherte über die Bayern. Die Zeiten sind vorbei, in denen der FC Bayern mit einem Anruf mal eben einen Spieler herlockt.

Schon wieder ein Gold-Steak

29. Juni: Was sich Bayerns Weltmeister Corentin Tolisso gedacht hatte, als er sich das Gold-Steak 2.0 gönnte, weiss nur er. Eine gute Idee war es nicht. Nach Franck Ribéry liess er sich als zweiter Bayern-Star ein goldenes Steak von Starkoch Nusret Gökçe aka. Salt Bae zubereiten.

In seiner Instagram-Story grüsste er seinen französischen Landsmann und Ex-Kollegen dann auch: «Franck Ribéry it's for you big brother.» Nach der Fütterung durch Salt Bae schrieb der 24-Jährige nur: «Was so good, Franck Ribéry.»

Bild: screenshot instagram.com/corentintolisso

Mit seiner Aktion sprang Tolisso Ribéry zur Seite. Der hatte immerhin mit dem ersten Gold-Steak für Aufsehen gesorgt und Kritiker unter anderem mit den Worten «Fickt eure Mütter, eure Grossmütter und euren Familienstammbaum» beschimpft.

Hoffen wir mal, dass Tolisso bald wieder sportliche Schlagzeilen schreibt: In der vergangenen Saison stand der Franzose wegen eines Kreuzbandrisses insgesamt nur 81 Spielminuten auf dem Platz.

Berater-Unruhe um Manuel Neuer

5. Juli: Der Berater von Bayerns Kapitän Manuel Neuer, Thomas Kroth, drohte dann noch offen mit einem Wechsel der Nummer 1 – wenn sich die Bayern nicht endlich noch verstärken. Kroth bezeichnete in der «Süddeutschen Zeitung» den aktuellen Kader des Rekordmeisters als «noch nicht konkurrenzfähig, um auch die Ziele von Manuel ernsthaft anzugehen». Im «Kicker» legte er nach: Neuer wolle unbedingt noch einmal die Champions League gewinnen – «egal wo».

Bild: AP

Einige Tage später ging das öffentliche Theater weiter: Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge erklärte, dass das alles gar nicht so war, wie es schien: «Ich hatte heute Morgen ein Telefonat mit Manuel Neuer. Es handelt sich um eine rein private Meinung von Thomas Kroth», äusserte sich Rummenigge. Mhhh, hört sich wenig plausibel an und hätte man alles auch intern lösen können. Peinlich.

Nachtreten gegen Mats Hummels

8. Juni: Eigentlich sollte es ja ein Fest werden, als der FC Bayern auf einer Pressekonferenz den 80-Millionen-Neuzugang Lucas Hernández offiziell vorstellte. Doch über den weltmeisterlichen Neuzugang sprach kaum einer mehr, weil Karl-Heinz Rummenigge die Gelegenheit nutzte, um gegen einen verdienten Ex-Spieler auszuteilen.

Als man Rummenigge während der Pressekonferenz auf den Wechsel von Mats Hummels zum BVB ansprach, sagte Rummenigge: «Ich habe gelesen, dass der beste deutsche Innenverteidiger nicht mehr bei Bayern spielen würde. Das sehe ich nicht so. Der beste deutsche Innenverteidiger spielt bei Bayern – und übrigens auch in der Nationalmannschaft». Mit dem «besten deutschen Innenverteidiger» meinte Rummenigge natürlich Bayerns Niklas Süle. Für Ex-Spieler Hummels, immerhin dreifacher Meister mit den Bayern, hatte Rumme nur ein peinliches Nachtreten übrig.

Wurde bei den Bayern nicht nett verabschiedet: Mats Hummels.
Wurde bei den Bayern nicht nett verabschiedet: Mats Hummels.Bild: EPA/EPA

Besonders peinlich war jedoch, dass Rummenigge Hummels ausgerechnet die Ausbootung in der Nationalmannschaft unter die Nase rieb. Wenige Monate zuvor hatte Rummenigge diese noch zur Weissglut getrieben.

In einer Pressemitteilung äusserte er damals Kritik an der Art und Weise der Ausbootung und betonte, was Hummels für die Nationalmannschaft geleistet habe. Bei Sky wiederholte er anschliessend die Kritik und hob hervor, dass man beim FC Bayern einen anderen Umgang bei Verabschiedungen wählen würde: «Wir möchten das ganz zielbewusst anders machen, als der DFB das mit unseren drei Nationalspielern vor Kurzem gemacht hat.»

Das Transfer-Theater

Die ganze Zeit: Am peinlichsten in diesem Sommer – Stand jetzt – ist jedoch das ganze Transfer-Theater. Angefangen mit der Hoeness-Aussage «Wenn Sie wüssten» bis hin zu Maulkörben für den Trainer. Wir wissen nämlich nur: Die Bayern-Bosse predigten gebetsmühlenartig, dass noch neue Spieler kommen sollen, doch dann darf keiner mehr darüber reden und doch tun es alle. Ausgetragen wurden die Diskussionen dabei grösstenteils öffentlich. Die Fans in Deutschland dachten zwischenzeitlich, dass sie gerade beim Sommerhaus der Stars zuschauen würden. Spoiler: Karl-Heinz ist der Wendler.

Ein Beispiel gefällig? Nehmen wir nur die vergangene Woche.

«Ich bin sehr zuversichtlich, davon gehe ich aus, dass wir ihn bekommen können», hatte Bayern-Trainer Niko Kovac noch am Wochenende zu einem möglichen Transfer von Leroy Sané erklärt. Rummenigge gab seinem Trainer am Dienstag dann einen mit: «Mir hat die Aussage nicht gefallen. Da mache ich keinen Hehl draus.» Kovac musste wie ein reumütiger Nachbarsjunge der Welt erzählen, dass er sich entschuldigt habe. Am Freitag erhielt der Coach dann einen Maulkorb – er wollte und durfte sich auf der Pressekonferenz vor dem Supercup gar nicht mehr zu Transfers äussern. Aber Mittwochs schoss Manuel Neuer noch in Richtung Chefetage: «Unsere Bosse haben immer die Pflicht und die Verantwortung, sich um den Kader zu kümmern.» Und und und.

Das bisherige Fazit des Sommers ist ernüchternd. Denn selbst wenn Sané dann endlich kommen würde, hat der einst so grosse Vorzeigeverein durch seine schrägen Eskapaden viel an Glaubwürdigkeit und Respekt eingebüsst...

(bn/watson.de)

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